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Sturmschäden: Was Tief Burglind mit der Natur angestellt hat
Nach dem Sturm mussten Straßen und Waldwege geräumt werden.

Sturmschäden: Was Tief Burglind mit der Natur angestellt hat

Foto: Lex Kleren
Nach dem Sturm mussten Straßen und Waldwege geräumt werden.
Lokales 2 Min. 12.01.2018

Sturmschäden: Was Tief Burglind mit der Natur angestellt hat

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Der Sturm in der vergangenen Woche hat für einige umgefallene Bäume in den Wäldern gesorgt. Eine Katastrophe ist jedoch ausgeblieben. Langsam bekommt die Natur- und Forstverwaltung einen Überblick.

(dho) - Eine Woche ist vergangen, seit Sturmtief „Burglind“ mit über 100 km/h über Luxemburg gezogen ist und für viel Durcheinander gesorgt hat. Infolge umgefallener Bäume mussten am frühen Morgen des 3. Januar manche Straßen gesperrt werden. Wie hoch der Schaden aber in den Wäldern nun wirklich ist, ist schwer genau zu beziffern. Erst langsam bekommt die Natur- und Forstverwaltung einen Überblick.

„Global gesehen muss man sagen, dass kein großer Schaden entstanden ist“, sagt Frank Wolter, Direktor bei der Natur- und Forstverwaltung. „Es sind überwiegend einzelne Bäume umgefallen. Diesmal gab es keine großflächige Zerstörung. Lediglich ein paar Fichtenbestände sind betroffen, da deren Wurzeln weniger tief in den Boden reichen.“

Den größten Schaden trugen die Wälder im Osten davon. Hier sind insgesamt etwa 6.000 Kubikmeter zerstört worden. Auf dem Gebiet Zentrum-Westen ist, mit 3.000 Kubikmetern, zusammengefasst ein halb so großes Territorium beschädigt worden. Weniger stark betroffen war der Norden des Landes. Der Süden ist, bis auf vereinzelte Bäume, die umgefallen sind, verschont geblieben.

Biodiversitäts-Beschleuniger

Auch wenn umgefallene Bäume uns ein Bild der Zerstörung bieten, für die Wälder sind solche Stürme notwendig. Zumindest für die nicht bewirtschafteten. Durch einen Sturm wird nämlich der dichte Baumbestand aufgelockert und es entsteht wieder Platz. Platz für neue Baumarten, die mehr Licht brauchen zum Wachsen. Auf diese Art verjüngt sich der Baumbestand und es entsteht die Möglichkeit, dass neue Arten dort wachsen. „Ein Sturm kann also sozusagen als Biodiversitäts-Beschleuniger wirken“, so Frank Wolter. „Jedoch nur, wenn er nicht zu stark ist, wie das eben bei ,Burglind‘ auch der Fall war.“

Gegen zu starke Stürme gibt es dann aber doch etwas einzuwenden: „Stürme, die auf lokaler Ebene ganze Wälder zerstören, sind kontraproduktiv. Vor allem im Hinblick auf den Klimawandel.“ Wenn viele Bäume fehlen, werden der Atmosphäre geringere Mengen des schädlichen Treibhausgases CO2 entzogen.

In bewirtschafteten Wäldern kümmert sich der Förster um einen natürlichen Ausgleich der Biodiversität und um einen gesunden Mix von alten und jungen Bäumen. Alle paar Jahre fällt er dazu, wenn nötig, einzelne Bäume. Dieses Holz kann dann zur Weiterverarbeitung genutzt werden. Ein Problem bei den durch Wind umgefallenen Bäumen ist nämlich, dass dieses Holz in vielen Fällen beschädigt ist. In bewirtschafteten Wäldern verzichten die Förster demnach gerne auf Stürme, da sie hier selbst für ein natürliches Gleichgewicht sorgen.

Sicherheit in und um den Wald

Sicherheitsvorkehrungen für den Fall von starken Winden können im Wald nicht getroffen werden. Daher wird Fußgängern immer geraten, sich nicht während eines Sturms im Wald aufzuhalten. Oft werden auch nach schweren Stürmen Warnungen herausgegeben, in denen davon abgeraten wird, einen Waldspaziergang zu unternehmen.

Als Verantwortliche für die öffentlichen Wälder hat sich die Natur- und Forstverwaltung dennoch dazu verpflichtet, Bäume, die entlang von Waldwegen oder Straßen stehen, jährlich zu kontrollieren, um festzustellen, ob sie sich in einem guten Zustand befinden. Dies wird dann dokumentiert und, falls ein Bedarf besteht, werden morsche Äste entfernt oder der Baum wird gefällt.




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