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Streit um Hühnerfarm in Gosseldingen geht weiter
Lokales 2 Min. 24.10.2018

Streit um Hühnerfarm in Gosseldingen geht weiter

Über die Zukunft dieser Weide streiten sich der Eigentümer und die Gemeinde.

Streit um Hühnerfarm in Gosseldingen geht weiter

Über die Zukunft dieser Weide streiten sich der Eigentümer und die Gemeinde.
Foto: Frank Weyrich
Lokales 2 Min. 24.10.2018

Streit um Hühnerfarm in Gosseldingen geht weiter

Die Diskussion um den geplanten Bau einer Hühnerfarm in Gosseldingen geht in die nächste Runde. Dies, obwohl das Verwaltungsgericht die Einwände der Gemeinde Lintgen für nichtig erklärt hat.

(fwa) - In einer beschaulichen Hanglage oberhalb von Gosseldingen soll eine Hühnerfarm zur Herstellung biologischer Eier erbaut werden. Soll. Denn Realität ist das Projekt noch lange nicht. Bereits seit Jahren zieht sich die Genehmigungsprozedur hin und das Dossier beschäftigt die Gerichte. Nun liegt ein weiteres Urteil des Verwaltungsgerichts vor. Ob nun bald Hühner den Hang oberhalb von Gosseldingen bevölkern werden, ist aber weiterhin unklar.

Rückblick: Als das Umweltministerium dem Farmprojekt im Dezember 2016 grünes Licht gab, wähnte sich der betroffene Landwirt noch auf der gewonnenen Seite. Doch vonseiten der Gemeinde Lintgen blies ein rauer Gegenwind. Im Anschluss an die Commodo-Phase verweigerte Bürgermeister Henri Würth im Juli vergangenen Jahres nämlich die Genehmigung mit der Begründung, die eingereichten Unterlagen seien unvollständig.

Verweigerung vom Tisch

Die angeführte Ursache hatte aber einen Haken: Dem Antragsteller war vorher bestätigt worden, dass sein Dossier vollständig wäre. In der Zwischenzeit aber lag der Gemeinde die Studie eines Ingenieurbüros vor, in der verschiedene Punkte aufgezählt wurden, die bis dahin nicht aufgeführt worden waren. Dies wollte der Landwirt jedoch nicht gelten lassen und legte vor dem Verwaltungsgericht Einspruch gegen den negativen Bescheid ein.


In Gosseldingen sorgen Hühner derzeit für viel Diskussionen.
Geplante Hühnerfarm in Gosseldingen: Der Zwist um die Bio-Eier
Ein Projekt, viele Meinungen: Erst genehmigt das Nachhaltigkeitsministerium den Bau einer Hühnerfarm in Gosseldingen, dann will die Gemeinde Lintgen diese Entscheidung anfechten. „Es werden Tatsachen unterschlagen“, sagen nun die betroffenen Landwirte.

Das Gericht bestätigte denn auch Anfang dieses Monats die Rechtmäßigkeit der Beschwerde. Als Begründung gaben die Richter an, dass der Bürgermeister die Rechte des Bauern nicht berücksichtigt habe. Deshalb sei dessen Entscheidung nicht rechtens und somit zu annullieren. Zusätzlich wurde die Gemeinde zu einer Geldbuße verurteilt. Somit ist die Verweigerung einer Betriebserlaubnis im Anschluss an das Commodo-Verfahren zunächst vom Tisch.

Eine Erlaubnis für den Hühnerstall ist damit aber noch nicht gegeben. Bürgermeister Henri Würth stört sich auch nicht weiter an dem Richterspruch. Im Gegenteil. Die durch das Urteil verursachte Verzögerung in dem Verfahren scheint ihm durchaus gelegen zu kommen. „Ein Schelm, der dabei Böses denkt“, wie er zugibt. Einspruch gegen das Urteil will er nicht einlegen, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte.

Mit diesem Urteil ist die Gemeinde nun bereits zum zweiten Mal vom Verwaltungsgericht in Sachen Hühnerfarm verurteilt worden. Bereits Mitte des Jahres hatte das Gericht eine Entscheidung des Schöffenrates für nichtig erklärt. Hier war ein Moratorium zu dem Projekt ausgesprochen worden. Das Gericht hatte beanstandet, dass solche Entscheidungen nur in öffentlichen Sitzungen getroffen werden dürfen und nicht im Geheimen. Im August wurde daraufhin ein neues zweijähriges Moratorium ausgesprochen.

Alles wieder auf Anfang?

Wie es nun weitergehen wird, ist aber weiterhin offen. Zunächst einmal müssen sich die Anwälte der beiden Streitparteien mit dem jüngsten Gerichtsurteil auseinandersetzen.


Hühnerfarm in Gosseldingen: Die Hühner - die unbeliebten Nachbarn
Das Projekt einer Hühnerfarm in Gosseldingen hat es in sich. Während das Nachhaltigkeitsministerium sein ok gegeben hat, will die Gemeinde nun vor dem Verwaltungsgericht klagen - dies gleich aus mehreren Gründen.

Nach Interpretation von Bürgermeister Henri Würth aber dürfte die Prozedur nun wieder bei Null beginnen. Andere Stimmen gehen eher davon aus, dass der Antrag weiterhin Bestand hat und einzig die Entscheidung der Gemeinde Lintgen neu zu formulieren ist.

Wie auch immer, es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis feststeht, ob es Bio-Eier „made in Gosseldingen“ geben wird.



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