Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Streit um geplante Hühnerfarm: Noch keine Gewissheit
Lokales 2 Min. 24.02.2019

Streit um geplante Hühnerfarm: Noch keine Gewissheit

Der Betrieb soll in Hanglage oberhalb der Route de Mersch in Gosseldingen entstehen. Für einen natürlichen Sichtschutz sollen Spalierobst und Halbstammbäume sorgen.

Streit um geplante Hühnerfarm: Noch keine Gewissheit

Der Betrieb soll in Hanglage oberhalb der Route de Mersch in Gosseldingen entstehen. Für einen natürlichen Sichtschutz sollen Spalierobst und Halbstammbäume sorgen.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 24.02.2019

Streit um geplante Hühnerfarm: Noch keine Gewissheit

Im Zwist um die geplante Geflügelfarm in Gosseldingen herrscht auch nach der dritten juristischen Niederlage für die Gemeinde Lintgen keine Klarheit. Ein weiteres Urteil steht noch aus.

(fwa) - Seit Jahren beschäftigt das Projekt einer Hühnerfarm in Gosseldingen die Justiz und ein Ende ist noch nicht absehbar. Bereits 2014 war das Vorhaben angestoßen worden. Es häufen sich zwar die Gerichtsurteile, einen wirklichen Fortschritt gibt es aber nicht.

Ende Januar hat sich das Verwaltungsgericht erneut mit der geplanten Geflügelfarm in Gosseldingen befasst und nochmals bestätigt, dass der Bürgermeister die Baugenehmigung zu Unrecht verweigert hat. Wie es in dem Dossier weitergeht, steht trotzdem noch nicht fest. Ein weiteres Urteil steht nämlich noch aus.


In Gosseldingen sorgen Hühner derzeit für viel Diskussionen.
Geplante Hühnerfarm in Gosseldingen: Der Zwist um die Bio-Eier
Ein Projekt, viele Meinungen: Erst genehmigt das Nachhaltigkeitsministerium den Bau einer Hühnerfarm in Gosseldingen, dann will die Gemeinde Lintgen diese Entscheidung anfechten. „Es werden Tatsachen unterschlagen“, sagen nun die betroffenen Landwirte.

Rückblende: Im Dezember 2016 hatte der Antragsteller Albert Molitor vom Umweltministerium die Erlaubnis zum Bau der Farm für 6.000 Legehennen in Freilandhaltung auf seinem Grundstück oberhalb der Route de Mersch erhalten. Molitor will die dort produzierten Bio-Eier auf dem lokalen Markt verkaufen.

Hühnerstall versus Wohnsiedlung

Die Gemeinde Lintgen, und allen voran Bürgermeister Henri Würth, wollten es aber nicht dabei belassen. Bekanntlich war es Würths Absicht gewesen, das Grundstück in Bauland umzuklassieren. Der Hühnerstall aber würde die Möglichkeit einer Wohnsiedlung verhindern. So wurde dem Landwirt die Baugenehmigung wegen fehlender Unterlagen verweigert.

Allerdings hatte die Gemeinde in einem vorherigen Schreiben bestätigt, dass das Dossier vollständig sei. Daraufhin hat das Verwaltungsgericht im Oktober 2018 die Entscheidung der Gemeinde annulliert. Bereits im Juli 2018 hatte das Gericht eine Entscheidung des Schöffenrates für nichtig erklärt. Hier war ein Moratorium zu dem Projekt ausgesprochen worden. Das Gericht hatte beanstandet, dass solche Entscheidungen nur in öffentlichen Sitzungen getroffen werden dürfen und nicht im Geheimen.

Mit Hinweis auf seinen aktuellen Urlaub war Bürgermeister Henri Würth nicht zu einer Stellungnahme betreffend das rezente Urteil des Verwaltungsgerichtes bereit.

Parallel zu der Streitsache zwischen der Gemeinde und dem Antragsteller, hat sich eine Gruppe Anrainer zusammen gefunden, um ebenfalls gegen das Projekt zu klagen. Das Verwaltungsgericht hat die abschließende Verhandlung in diesem Prozess nun auf den 15. Mai festgelegt.

Lieber Hühnergackern statt Verkehrslärm

Daneben regen sich die Stimmen von anderen Anrainern, die nichts gegen eine Hühnerfarm einzuwenden haben. Einer von ihnen formuliert es wie folgt: „Wenn schon auf dem Grundstück etwas passieren muss, wären mir lieber ein paar gackernde Hühner als die Alternative mit Dutzenden neuen Häusern mit dem dazugehörigen Straßenverkehr und sonstigem Lärm.“

Das weitere Vorgehen ist in diesem Thema mit mehreren Fragezeichen versehen. Der betroffene Landwirt sinniert denn auch: „Wir kriegen vor Gericht zwar immer Recht, aber was mich mehr interessiert, ist, wann ich mit dem Bau beginnen kann.“

Die Erlaubnis des Umweltministeriums, die zunächst auf zwei Jahre beschränkt war, wurde im Dezember um ein Jahr bis Ende 2019 verlängert. Von Gesetzes wegen kann dann eine weitere, allerdings letzte Verlängerung um ein weiteres Jahr beantragt werden. Wie sich die Gemeinde nach der neuerlichen Verurteilung verhält, ist ebenfalls noch nicht gewusst.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.