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Streit um Fahrraddemo verschärft sich
Lokales 2 Min. 02.06.2021

Streit um Fahrraddemo verschärft sich

Auch in Düdelingen (im Bild) und in Esch/Alzette hat es jüngst Radfahrer-Proteste gegeben.

Streit um Fahrraddemo verschärft sich

Auch in Düdelingen (im Bild) und in Esch/Alzette hat es jüngst Radfahrer-Proteste gegeben.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 02.06.2021

Streit um Fahrraddemo verschärft sich

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Am Mittwochabend kommt es zu einem weiteren Eklat zwischen ProVelo und dem städtischen Schöffenrat. Knackpunkt ist die Demonstrationsroute.

Am Mittwochabend ist der Konflikt zwischen der Radfahrerinitiative ProVelo und dem hauptstädtischen Schöffenrat weiter eskaliert. In einer kurz nach 19.30 Uhr verschickten Mitteilung erklären die Stadtoberen, ProVelo habe sich über eine am Montag getroffene Einigung in Bezug auf die Demonstrationsroute hinweggesetzt. 


Lok , Avenue Marie-Therese , Sperrung Fahrradpiste wegen Baustelle , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Die #Vëlosmanif2021 am kommenden Samstag sei zwar autorisiert, aber nicht auf der sechs Kilometer langen Strecke, die ProVelo am Dienstag veröffentlicht habe, sondern nur auf einer Wegstrecke, die knapp 4,5 Kilometer umfasst. 

So oder so: Der Radfahrerprotest beginnt um 15 Uhr auf dem Plateau du Saint-Esprit und führt dann ins Bahnhofsviertel und zurück am Stadtpark entlang nach Limpertsberg. Knackpunkt sind die Details.

Streitpunkt: Avenue de la Liberté und Avenue Marie-Thérèse

ProVelo will vom Viaduc durch die Avenue de la Gare durch die Rue Origer, die Avenue de la Liberté zum Pont Adolphe. Die von der Stadt genehmigte Route zieht aber direkt vom Viaduc nach rechts über den Boulevard de la Pétrusse zum Pont Adolphe. 


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Radfahrer und Fußgänger sind als Menschen nicht weniger wert, als jene, die hinter dem Lenkrad sitzen.

Von dort aus will ProVelo durch die Rue de la Semois in die Route d'Esch, um dann die Avenue Marie-Thérèse entlangzufahren. Letztere gilt als einer der schwerwiegendsten Gefahrenpunkte für Radfahrer in der Hauptstadt und ist einer der wichtigsten Kritikpunkte für ProVelo. Der Schöffenrat will aber explizit keine Radfahrerdemonstration in der Avenue Marie-Thérèse. 

Von dort aus führt die Route über den Boulevard Prince Henri nach Limpertsberg, durch die Avenue Victor Hugo, die Rue Jean-Baptiste Fresez und die Avenue Pasteur. Das entspricht sowohl dem Plan von ProVelo wie auch der Genehmigung des Schöffenrats. 


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Am Montagnachmittag hat sich eine Delegation von ProVelo-Vertretern mit dem hauptstädtischen Schöffenrat an einen Tisch gesetzt.

Dann folgt aber ein weiterer Knackpunkt: Während die Stadt die Demonstration am Glacisfeld beenden will, hat ProVelo geplant, am Rond Point Schuman vorbei weiter um die Fondation Pescatore herum in den Parc Pescatore zu fahren

In ihrer Pressemitteilung stellt die Stadtverwaltung klar, dass Teilnehmer, die sich außerhalb der genehmigten Route bewegen, dies auf eigenes Risiko tun

„Der Schöffenrat spielt mit falschen Karten“

Auf Nachfrage zeigt sich die ProVelo-Präsidentin deutlich vom Vorgehen des Schöffenrats verärgert und spricht von einer Zermürbungstaktik, mit dem Ziel die Demonstrationsteilnehmer zu verunsichern. „Der Schöffenrat spielt mit falschen Karten“, unterstreicht sie. „Am Montag haben wir das Treffen damit abgeschlossen, dass wir unseren Vorstand mit der Frage nach der Route befassen werden - und, dass wir am Dienstag mitteilen werden, wie wir vorgehen werden. Eine Zusage für die von der Stadt angedachten Route hat es von uns nicht gegeben.“


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Ob ProVelo sich an die Vorgaben halten will, lässt sie offen: „Wir werden sehen, ob wir unsere Route fahren werden, oder die der Stadt - oder, ob wir vielleicht in der Avenue Marie-Thérèse eine extra Protestaktion machen werden“, so Monique Goldschmit. „Ohnehin, wir fahren mit der Polizei, nicht mit dem Schöffenrat. Mit dem befassen wir uns später.“

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