Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Streit mit lebensgefährlichen Folgen: Prozess endet mit Freispruch
Lokales 2 Min. 21.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Streit mit lebensgefährlichen Folgen: Prozess endet mit Freispruch

Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um gegen das Gerichtsurteil Einspruch zu erheben.

Streit mit lebensgefährlichen Folgen: Prozess endet mit Freispruch

Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um gegen das Gerichtsurteil Einspruch zu erheben.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 21.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Streit mit lebensgefährlichen Folgen: Prozess endet mit Freispruch

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Vor zwei Jahren entbrannte vor einem Café in Bonneweg eine Schlägerei, bei der ein Mann lebensgefährlich verletzt wird. Es kommt zum Prozess, der mit einem Freispruch endet.

In der Nacht zum 31. Januar 2017 eskalierte vor einem Lokal in Bonneweg ein Streit zwischen drei Personen. Bei der Auseinandersetzung wurde ein damals 52-jähriger Mann mit einem einer Stichwaffe verletzt. Er erlitt im linken Unterkieferbereich eine lebensgefährliche Verletzung und musste später notoperiert werden.

Die Staatsanwaltschaft war davon überzeugt, dass José M. dem Mann die Verletzungen zugefügt hat. Deshalb musste der 56-Jährige sich Anfang Januar wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.


Die Richter fällen ihr Urteil am 20. Februar.
Mann nach Schlägerei wegen versuchter Tötung angeklagt
Vor zwei Jahren entbrennt vor einem Café in Bonneweg eine Schlägerei. Einer der Männer greift zu einem spitzen Gegenstand und sticht zu. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Die Richter kamen nun allerdings zu dem Schluss, dass es dafür keine ausreichenden Beweise gibt. José M., der selbst nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen war, wurde deshalb in erster Instanz frei gesprochen.

Mangelnde Beweise

In ihrer Urteilsbegründung geben die Richter unter anderem an, dass während der Ermittlungen nicht alle Spuren verfolgt wurden. Denn das Opfer war nicht nur mit José M. in die Schlägerei verwickelt. Auch ein Freund des Angeklagten war beteiligt. Die Ermittlungen hatten sich dennoch lediglich auf José M. konzentriert.

Der Angeklagte war kurz nach dem Zwischenfall unweit des Tatorts gemeinsam mit seinem Freund von Polizisten angetroffen worden. José M. wies Blutspuren an den Händen und an seiner Kleidung auf. Zudem fanden die Polizisten zwei Taschenmesser und ein Multifunktionswerkzeug bei dessen Begleiter.


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
Themendossier: Vor Gericht
Täglich müssen sich Straftäter vor Gericht verantworten. Das "Luxemburger Wort" ist bei vielen Prozessen dabei. Ein Überblick.

Diese wiesen keine Blutspuren auf, aufgrund einer DNS-Analyse konnten zudem zumindest die beiden Taschenmesser als Tatwaffe sicher ausgeschlossen werden. Weitere Ermittlungen nach einer Waffe, die die Männer in der näheren Umgebung entsorgt haben könnten, wurden zudem nicht angestrengt.

Eine Analyse des Bluts an den Händen des Angeklagten zeigte zwar Genspuren des Opfers: Dies sei allerdings nicht ausreichend, um zu beweisen, dass José M. auf das Opfer eingestochen hat, so die Richter. Das Blut hätte auch zum Beispiel durch Faustschläge dorthin gelangen können.

Verdeckte Sicht

Zudem geht aus den Vernehmungen hervor, dass das Opfer den nicht eindeutig erkennen konnte, wer zugestochen hat. Der Mann lag nämlich am Boden und verdeckte mit seinen Armen sein Gesicht, um sich vor den Schlägen seiner Angreifer zu schützen, als ihm die Stichwunde zugefügt wurde.

Die Ermittlungen belegen somit nicht eindeutig, dass José M. zugestochen hat. Ebenso könnte sein Begleiter für die lebensgefährlichen Verletzungen verantwortlich sein. Dieser musste sich allerdings nicht vor Gericht verantworten. Demnach ist José M. wegen mangelnder Beweisen freizusprechen.

Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um gegen das Gerichtsurteil Einspruch einzulegen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Themendossier: Vor Gericht
Täglich müssen sich Straftäter vor Gericht verantworten. Das "Luxemburger Wort" ist bei vielen Prozessen dabei. Ein Überblick.
Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé