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Streit in Sassenheim: "Déi Gréng" fordern Parteiausschluss von Cecchetti
Lokales 5 Min. 16.06.2017

Streit in Sassenheim: "Déi Gréng" fordern Parteiausschluss von Cecchetti

2010 übernahm Myriam Cecchetti (1.v.l.) den Schöffenposten von Robert Rings. Heute fordert letzterer den Posten für seine Partei zurück..

Streit in Sassenheim: "Déi Gréng" fordern Parteiausschluss von Cecchetti

2010 übernahm Myriam Cecchetti (1.v.l.) den Schöffenposten von Robert Rings. Heute fordert letzterer den Posten für seine Partei zurück..
(Foto: Lucien Wolff/LW-Archiv)
Lokales 5 Min. 16.06.2017

Streit in Sassenheim: "Déi Gréng" fordern Parteiausschluss von Cecchetti

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Streit in Sassenheim spitzt sich zu. "Déi Gréng" fordert den Parteiausschluss von Schöffin Cecchetti, während die LSAP das Mandat von Rat Jos Piscitelli zurückwill.

(na) - Ein früherer Abgeordneter, eine Schöffin und zwei Gemeinderäte, so liest sich die Liste die von der Sassenheimer „Déi-Lénk“-Sektion am Donnerstagabend einstimmig angenommen wurde.

Allerdings gehören von diesen vier Kandidaten derzeit zwei anderen Parteien an. Darunter die aktuelle „Déi Gréng“-Schöffin Myriam Cecchetti, die auf "Wort.lu" bereits erklärte, sie wolle ihr Schöffenmandat bis zum Wahltermin weiter ausüben.

Ob und wann sie bei „Déi Lénk“ übertreten werde, habe sie noch nicht entschieden. Ihre Mitgliedschaft bei „Déi Gréng“ wolle sie aber derzeit nicht aufgeben.

Myriam Cecchetti und Jos Piscitelli.
Myriam Cecchetti und Jos Piscitelli.
Foto: Lucien Wolff

Politik von „Déi Lénk“ oder von„Déi Gréng“?

Anders sieht dies aber die Sassenheimer „Déi Gréng“-Sektion. Auf Nachfrage erklärte am Freitag Sektionspräsident Robert Rings, dass bereits ein Antrag zur Parteiausschließung von Myriam Cecchetti von den beiden Parteipräsidenten, Christian Kmiotek und Françoise Folmer, gestellt wurde.

„Wenn sie auf einer anderen Liste kandidiert, ist dies ihr gutes Recht, sie kann dann aber nicht mehr bei uns Mitglied bleiben“, so Rings.

Auch stellt er die Frage ob Myriam Cecchetti nun die Position von „Déi Lénk“ oder von „Déi Gréng“ im Schöffenrat zu vertreten gedenkt. „Beide Parteien haben ja unterschiedliche Programme“.

Schöffenposten gefordert

Wünschen tut sich Robert Rings, dass Myriam Cecchetti der grünen Partei ihr Mandat überlassen würde: „Sie wurde ja auf unserer Liste gewählt“. Robert Rings spricht hier von einer „moralischen“ Verpflichtung und kritisiert, dass sich Cecchetti an ihrem Posten festklammern würde.

Rechtlich gesehen, kann Myriam Cecchetti diesen behalten.

Koalitionsbruch im Dezember

Als Grund für die nicht Nominierung von Cecchetti auf der "Déi Gréng"-Liste, die im März bekannt worden war, führt Robert Rings einen Koalitionsbruch vor. Es sei schriftlich vereinbart worden, dass „Déi Gréng“ die Kandidaten des Koalitionspartners, also der LSAP, in den verschiedenen Gemeindegremien unterstützen und umgekehrt.

Das habe Myriam Cecchetti aber laut Robert Rings nicht gemacht als es im Dezember um die Wiederwahl von Jos Piscitelli (LSAP) als Sozialamtspräsident ging. „Die LSAP hatte intern ein Problem mit Jos Piscitelli und hat Jemp Schloesser vorgeschlagen. Darin haben wir uns als Koalitionspartner nicht einzumischen“, so Rings.

Auch wenn die Wahl „secret“ war, habe Cecchetti keinen Hehl daraus gemacht, dass sie Piscitelli unterstützen würde, so Rings noch.

LSAP will Mandat von Jos Piscitelli zurück

So ist Jos Piscitelli dann auch der zweite Vertreter einer anderen Partei, der im Oktober für „Déi Lénk“ kandidieren wird. Er sei schon länger nicht mehr mit dem Kurs seiner Partei einverstanden gewesen.

„Ich bin kein Jasager“

„Ich bin kein Jasager“, unterstrich er bereits mehrmals in der Vergangenheit. Doch hätte seine Nichtwiederwahl zum Sozialamtspräsident das Fass zum Überlaufen gebracht.

Ähnlich wie bei „Déi Gréng“, verlangt auch die LSAP, dass Jos Piscitelli sein Mandat aufgibt: „Er hat sein Mandat auf der LSAP-Liste erhalten, er hat viele Listenstimmen bekommen. Deshalb ist normal, dass er das Mandat zurückgibt“, so Bürgermeister Georges Engel (LSAP) gestern auf RTL Radio.

Der Streit dürfte demnach noch etwas andauern. Spannend kündigen sich demnach nicht nur der Ausgang der Wahlen in Sassenheim an, sondern angesichts der Stimmung bereits die nächste Gemeinderatssitzung.


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