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Streik legt große Teile des Bahnverkehrs lahm
Lokales 2 Min. 11.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Deutschland

Streik legt große Teile des Bahnverkehrs lahm

Stuttgart: Fahrgäste laufen am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem der wenigen ICE-Züge, die am heutigen Tag fahren.
Deutschland

Streik legt große Teile des Bahnverkehrs lahm

Stuttgart: Fahrgäste laufen am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem der wenigen ICE-Züge, die am heutigen Tag fahren.
Christoph Schmidt/dpa
Lokales 2 Min. 11.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Deutschland

Streik legt große Teile des Bahnverkehrs lahm

Monatelang drohte sie, nun macht die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ernst: Der Streik läuft offenbar. Und er trifft viele Urlauber.

(dpa) - Für Bahnreisende und Pendler aus Deutschland haben zwei harte Tage begonnen. Ein Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat offenkundig begonnen, und legt den Personenverkehr der Deutschen Bahn weitgehend lahm. Der Ersatzplan sei angelaufen, teilte ein Bahnsprecher am frühen Mittwochmorgen mit. „Erste Auswirkungen des Streiks sind spürbar“, sagte er.

Obwohl die GDL in der Nacht für Auskünfte nicht erreichbar war, standen am Mittwochmorgen die Personenzüge in vielen Bahnhöfen still, Bahnsteige waren leer, wie Fotos zeigten. „Zug fällt aus“, war vielfach an den Anzeigetafeln zu verschiedenen Reisezielen zu sehen. Der Ausstand soll bereits um 02.00 Uhr begonnen haben. Schon seit Dienstagabend bestreikt die Gewerkschaft den Güterverkehr.

Foto: DPA

Tausende Fahrgäste müssen improvisieren, es gelten Ersatzfahrpläne. Im Fernverkehr soll noch etwa jeder vierte Zug fahren. Auch im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen dürfte es teils erhebliche Ausfälle geben. Der Streik soll in der Nacht zu Freitag enden.

Die Bahn bat Fahrgäste, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben. Wegen des Coronavirus rief sie auch zu Rücksichtnahme in den Zügen auf. Der Ausstand trifft die Fahrgäste mitten in der reisestarken Urlaubszeit: In 11 der 16 Bundesländer sind Schulferien. Betroffen sind auch grenzüberschreitende Verbindungen und der Nahreiseverkehr.

Tarifstreit

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. So will die GDL auch bei den Mitarbeitern im Machtkampf mit der EVG punkten.


10.08.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), spricht während einer Pressekonferenz in der GDL-Hauptgeschäftsstelle. Bei der Urabstimmung haben sich 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Streik ausgesprochen. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Lokführer der deutschen Bahn legen die Arbeit nieder
Gewerkschaftsmitglieder mit großer Mehrheit für Arbeitskampf - der Personenverkehr ist zwei Tage betroffen.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Sie haben im Regional- und Güterverkehr beträchtliche Marktanteile. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen möglich, wenn sich auch Fahrdienstleiter dem GDL-Streik anschließen. Es ist der erste Streik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die EVG ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Die GDL legte zuletzt vor sechs Jahren die Arbeit nieder.

Sie fordert unter anderem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine deutliche Corona-Prämie im laufenden Jahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Auch um Betriebsrenten wird gerungen.

Wegen Milliardenverlusten in der Pandemie will die Bahn die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.  

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