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Stickoxide, Feinstaub und Ozon im Visier
Lokales 2 Min. 07.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Stickoxide, Feinstaub und Ozon im Visier

Umweltministerin Carole Dieschbourg vor dem neuen Messcontainer am Place Winston Churchill.

Stickoxide, Feinstaub und Ozon im Visier

Umweltministerin Carole Dieschbourg vor dem neuen Messcontainer am Place Winston Churchill.
Foto: Christophe Olinger
Lokales 2 Min. 07.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Stickoxide, Feinstaub und Ozon im Visier

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mit der zumindest punktuellen Zunahme an Luftschadstoffen steigt auch das Bedürfnis der Bürger, in aller Transparenz über die Luftqualität informiert zu werden. Mit einer neuen App können diese Daten jetzt in Echtzeit aufs Handy geladen werden.

Zu jedem Zeitpunkt überall in Luxemburg über die aktuelle Luftqualität informiert zu werden, dies ist ab jetzt mit Hilfe der App Meng Loft möglich. Die in Zusammenarbeit mit der Umweltverwaltung und Meteolux entwickelte App zeigt die Belastung der Luft am jeweiligen Standort an und warnt vor gesundheitlichen Gefahren. Die Messwerte basieren auf den Angaben von insgesamt neun Messstationen, die quer durchs Land verteilt sind.

„Diese Stationen erfassen sowohl den urbanen Hintergrund mit Stadtverkehr als auch ländliche Werte, die eher mit einer hohen Ozonbelastung einhergehen", so Pierre Dornseiffer, Leiter der Abteilung Luftschadstoffe in der Umweltverwaltung.

Ozon, Stickoxide, Feinstaub

Da nicht überall eine Messstation in der Nähe ist, wird über einen sogenannten Index ein Mittelwert für den eigenen Standort berechnet. Die Präzision der Werte wird dabei Quadratkilometergenau angegeben.

Gemessen werden dabei die drei Schadstoffe, die in Luxemburg am problematischsten sind und eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen: einmal bodennahes Ozon, das unter UV-Einstrahlung beim Abbau von Schadstoffen entsteht. Gemessen werden zudem die Stickoxide, die bei Verbrennunsgprozessen bei hohen Temperaturen entstehen. Der Straßenverkehr und hier besonders der Dieselmotor gelten als Hauptverursacher. Drittens werden die Feinstäube PM10 und PM2,5 gemessen. Diese kleinsten Teilchen können bei natürlichen, aber auch bei Verbrennungsprozessen entstehen. Sie sind lungengängig und können zu schweren Erkrankungen führen.

Ab Stufe sieben wird es kritisch

Innerhalb der App wird die Luftqualität anhand einer farbigen Schablone angezeigt. Sie reicht von eins, gleichbedeutend mit exzellent, bis zu zehn. Die Luftqualität gilt dann als miserabel. Ab Stufe vier können vorbelastete Personen bereits Atemprobleme bekommen, bei Stufe sieben wird das Einatmen der belasteten Luft selbst für körperlich gesunde Personen problematisch. Die europäischen Grenzwerte wurden dabei als Referenzen benutzt. „ Die Anzeige der Luftqualität nimmt immer den schlechtesten Wert dieser drei Schadstoffe in Betracht“, erklärt Umweltministerin Carole Dieschbourg. „Zugleich kann man Informationen abrufen,was am besten gegen diese Luftverschmutzung zu tun ist, beziehungsweise von welchen Aktivitäten abgeraten wird.“

Einer der Messcontainer.
Einer der Messcontainer.
Foto: Christophe Olinger

So wird bei Ozonalarm empfohlen, den öffentlichen Transport zu benutzen und auf sportliche Aktivitäten im Freien zu verzichten. Wer es genauer wissen will, kann auch die einzelnen Messstationen anklicken und historische Werte einzelner Schadstoffe nachlesen.

Warnschreiben für Betroffene

Die App wurde in Zusammenarbeit mit Meteolux entwickelt. So können Warnungen vor schlechter Luftqualität über den Wetterinformationsdienst verbreitet werden. Auf Nachfrage hin können Interessierte ebenfalls die offiziellen Warnschreiben bei Luftbelastungen zugeschickt bekommen. Das Angebot richtet sich vor allem an Mitarbeiter der Pflege-und Krankendienste, Schulleiter oder Verantwortliche von Sportvereinen. Diese können dann bei entsprechenden Warnlagen ihre Vorkehrungen treffen.


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