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Steine für Feinschmecker
Lokales 29.09.2022
Gazettchen

Steine für Feinschmecker

Lokales 29.09.2022
Gazettchen

Steine für Feinschmecker

Nora SCHLOESSER
Nora SCHLOESSER
Von absurd bis witzig: In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen des Alltags. Heute geht es um eine ganz besondere Mahlzeit.

Neulich, und Sie werden es kaum glauben oder mich gar für verrückt halten, bin ich in den einmaligen Genuss von Kieselgur aus den USA gekommen. Genau, Sie haben richtig gelesen, ich habe (gemahlene) Steine gegessen. Dabei ist das sogenannte Erdessen angeblich gar nicht mal so abwegig.

Trotzdem fragen Sie sich nun vermutlich, wie um Himmelswillen ich denn auf die Idee gekommen bin, Erdproben aus Amerika zu kosten. Sagen wir mal so: Mich überkam eben die plötzliche Lust auf Steine.

Okay, ganz so banal ist die Story dann doch nicht und vor allem wäre diese Aussage eher eine kleine Flunkerei. Nur um klar zustellen: Normalerweise esse ich keine Steine! Aber das hier war eine Ausnahme. Immerhin fand die Stein- und Erdverkostung im Rahmen der „In Transfer“-Ausstellung in der Möllerei in Esch/Belval statt, die, ganz nebenbei erwähnt, immer noch läuft.

Normalerweise esse ich keine Steine!

Hier durfte ich, wie eigentlich jeder Besucher, wenn man sich denn an die schwere Kost herantraut, Stein- und Erdproben aus unterschiedlichen Ländern der Welt probieren. Das ist nämlich Teil des dort gezeigten Projekts „The Museum of Edible Earth“.

Lustigerweise konnte man nach der Verkostung den Geschmack der Steine, die übrigens nicht alle gemahlen waren, auf einer Tafel einordnen. Von süß bis sauer war hier alles dabei.


Gazettchen, die tägliche Kolumne des Luxemburger Wort
In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen des Alltags.

Wonach der Kieselgur, den ich probiert habe, geschmeckt hat? Nun ja, auf jeden Fall nicht nach Lakritze. Vielmehr hinterließ die grau-weiße Substanz ein staubiges und sandiges Empfinden in meinem Mund, sodass ich am liebsten gleich zum nächsten Wasserhahn gerannt wäre. Vielleicht bin ich aber auch einfach keine Feinschmeckerin.

Zumindest wurde mir von den ganzen Stein- und Erdproben nicht übel, sonst hätte das Sprichwort „Das liegt mir wie ein Stein im Magen“ noch einmal eine vollkommen andere Bedeutung erhalten.

Hier finden Sie die gesammelten Gazettchen-Kolumnen. 

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