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Steigende Zahlen seit Januar: WHO warnt vor Masernepidemie in Europa
Lokales 29.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Steigende Zahlen seit Januar: WHO warnt vor Masernepidemie in Europa

Die Impfung ist der einzige Schutz gegen Masern.

Steigende Zahlen seit Januar: WHO warnt vor Masernepidemie in Europa

Die Impfung ist der einzige Schutz gegen Masern.
Foto: shutterstock
Lokales 29.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Steigende Zahlen seit Januar: WHO warnt vor Masernepidemie in Europa

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Wegen nachlassender Impfzahlen steigen in Europa die Zahlen der Maserninfektionen. Die Weltgesundheitsorganisation warnt jetzt vor einer Epidemie.

(jag) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einer Masernepidemie in Europa. Demnach wurden alleine im Monat Januar mehr als 500 Fälle in europäischen Staaten gezählt. Die Gefahr einer raschen Ausbreitung besteht überall dort, wo der Impfschutz unter 95 Prozent gesunken ist.

In 14 der insgesamt 53 Staaten der WHO-Region Europa ist die Epidemie endemisch, das heißt dass sie sich auf diese Region beschränkt. Die meisten Neuinfektionen wurden in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Rumänien, der Schweiz und in der Ukraine gezählt.

Die Februarzahlen zeigen zudem eine deutlich ansteigende Tendenz. Nur ein systematischer Impfschutz kann laut WHO eine weitere Verbreitung verhindern. 

Masernwelle in Nachbarregionen

Die Masernwelle grassierte im Januar auch in den Nachbarregionen Belgiens und Frankreichs. In Luxemburg schützt die sehr hohe Impfrate vor einer Ausbreitung der Krankheit. Die Impfung ist problemlos und sehr effizient. Masern fängt man sich wegen der hohen Impfrate so gut wie nie in Luxemburg ein, sie werden fast immer aus anderen Staaten "importiert". 

Allerdings sind in Luxemburg auch nach 1980 geborene Erwachsene gefährdet. Fast alle Erwachsenen,welche vor 1980 geboren sind, besitzen Masern-Antikörper. Später ließ der Impakt der Impfaktionen etwas nach.

Lebensgefährliche Erkrankung

Die Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Jährlich sterben weltweit rund 115.000 Menschen an den Folgen dieser Erkrankung. Sie ist zudem eine der häufigsten Todesursachen beim Kind. Zudem kann sie zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnhautentzündungen führen und schwere Schädigungen hinterlassen.


   

 


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