Stay Behind in Deutschland: Weinbrand und Vollmilchschokolade

In zwei Verstecken wurden insgesamt 110 Schuss Munition sichergestellt.
In zwei Verstecken wurden insgesamt 110 Schuss Munition sichergestellt.
Schmuckfoto: Steve Remesch

(str) - Am 5. März hat die deutsche Bundesregierung in einer Antwort auf parlamentarische Fragen Erklärungen zum Nato-Geheimnetzwerk Stay Behind in Deutschland gegeben.

Wie die Bundesregierung betont, waren die verschiedenen Stay-Behind-Organisationen nicht der Nato unterstellt, sondern agierten in nationaler Verantwortung. Zu einer Beteiligung der Stay-Behind-Organisation des deutschen Bundesnachrichtendienst an Terroranschlägen gebe keine Bestätigung. In diesem Zusammenhang gebe es auch keine neue Entwicklung im Kontext des Anschlags auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980.

Zwei Depots in Berliner Wald

In einem staatlichen Wald in Berlin wurden im Juli und August 1996 zwei Stay-Behind-Depots geborgen. Hinweise hierzu hatte das Bundeskanzleramt aus englischsprachigen Geheimdokumenten eines Partnerlandes erhalten. Obwohl in den Dokumenten von mehreren Depots berichtet wurde, konnten nur zwei ausfindig gemacht werden. Die Regierung geht davon aus, dass die anderen schlicht nicht mehr existieren.

Das erste Depot enthielt neben umfangreicher Dokumentation, Orientierungshilfen, zwei Pistolen, Munition und drei Handgranaten auch Weinbrand und Vollmilchschokolade. Die Gegenstände waren in einem schwarzen Kunststoffbehälter verstaut.

Im zweiten Depot wurde ein Stahlblechbehälter mit einer Funkanlage, Verschlüsselungsmaterial, einer Pistole, Munition, einem Tonbandgerät und ebenfalls Vollmilchschokolade und Weinbrand gefunden.