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Stausee: Fragen nach dem Ansturm
Lokales 2 Min. 20.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Stausee: Fragen nach dem Ansturm

Die Vakanz Doheem im Corona-Sommer 2020 stellt die Stauseeregion vor große Herausforderungen.

Stausee: Fragen nach dem Ansturm

Die Vakanz Doheem im Corona-Sommer 2020 stellt die Stauseeregion vor große Herausforderungen.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 20.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Stausee: Fragen nach dem Ansturm

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Angesichts zahlloser Besucher hatte man am Sonntag rund um den Stausee vor allem mit teils erheblichen Verkehrsproblemen zu kämpfen. Die Gemeinden wollen nun beraten, wie es künftig weitergehen soll.

Was man vor Ort bereits vorausgeahnt hatte, wurde am Wochenende nun also wahr: Bei schönstem Sommerwetter tummelten sich an den vergangenen Tagen Tausende Besucher an den Badeufern des Obersauer-Stausees. Vor allem rund um Insenborn und Lultzhausen kam es am Sonntag denn auch zeitweise zu erheblichen Verkehrsproblemen, sodass sich die Polizei am Nachmittag gar genötigt sah, energisch einzugreifen und die Besucher gezielt auf den neuen Auffangparking om Kéilert bei Insenborn zu dirigieren.


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Parking om Kéilert wichtiger denn je

„Ich kann allen Gästen nur wärmstens empfehlen, sich das Areal bei einem Ausflug zum Stausee unbedingt vorzumerken. Zumal das Parken dort kostenlos ist und man auch zu Fuß rasch an die Badeufer gelangt“, sagt Thierry Jacobs, der Regionaldirektor der Polizei, die am Sonntag massiv Präsenz rund um den Stausee zeigte.

Neben Beamten der regionalen Polizeidienststellen waren unter der Federführung der Regionaldirektion in Diekirch auch Einheiten der Police de la route und der Hundestaffel im Einsatz. „Neben der Regelung des Verkehrsaufkommens haben wir an den Badeufern nämlich auch Drogenkontrollen durchgeführt und dabei zehn Strafmandate wegen des Besitzes oder Konsums von Rauschmitteln verhängt“, erklärt Jacobs.

Während der Woche mag die Idylle am Stausee perfekt sein, an den Wochenenden sind die Badeufer zurzeit dagegen voll.
Während der Woche mag die Idylle am Stausee perfekt sein, an den Wochenenden sind die Badeufer zurzeit dagegen voll.
Foto: Guy Wolff

Corona-Regeln: Bislang auf Sensibilisierung gesetzt

Mit Blick auf die Einhaltung der Corona-Bestimmungen habe man derweil eher auf Sensibilisierung gesetzt, weil sich die meisten Besucher bei etwaigen Problemen auch rasch einsichtig zeigten. Mit dem Eintreten in eine nun wieder restriktivere Phase, könnten aber auch die Kontrollen der Corona-Regeln künftig repressiver ausfallen, mahnt Thierry Jacobs an.

Den Gästezustrom zu den Badeufern zu erheben und ab einer bestimmten Zahl gegebenenfalls zu sperren ist derweil schwierig, da es zum Stausee – anders als an kleineren, eingehegten Seen – zu viele natürliche Zugänge gibt.

Vor Ort wird nun aber erst einmal darüber beraten, wie es angesichts des Besucheransturms in den kommenden Wochen überhaupt weitergehen soll. „Wäre die Polizei am Sonntag nicht so massiv präsent gewesen, wäre das Verkehrschaos endgültig perfekt gewesen“, sagt Marco Schank, Bürgermeister der Gemeinde Esch/Sauer.


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„Wëssen eiser Hänn kee Rot méi“

Er habe sich am Montagmorgen denn auch gleich an Ressortminister François Bausch gewandt, um mit diesem über die Situation zu sprechen, die so letztlich untragbar sei. „Mir wëssen eiser Hänn kee Rot méi“, so Schank.

Marco Schank,  Bürgermeister Gemeinde Esch/Sauer, fordert die Regierung zu einer Reaktion auf. Eine Lage wie am Sonntag in Insenborn und Lultzhausen sei sonst letztlich untragbar.
Marco Schank, Bürgermeister Gemeinde Esch/Sauer, fordert die Regierung zu einer Reaktion auf. Eine Lage wie am Sonntag in Insenborn und Lultzhausen sei sonst letztlich untragbar.
Foto: John Lamberty

Am Fuussefeld in Insenborn habe man erst jüngst eine Barriere installiert, um das Badeufer nachts absperren zu können. Nun sei diese bereits von Unbekannten eingedrückt worden. Er wolle nun erst einmal die Reaktion der Regierung abwarten und sich dann mit den Bürgermeisterkollegen der anderen Anrainergemeinden beraten. Notfalls liege dabei auch immer noch eine neuerliche Schließung der Badeufer als Option auf dem Tisch.

Schließung  als letzte Option

„Klar ist, dass auf jeden Fall die öffentliche Ordnung gewährleistet sein muss“, sagt auch René Michels, Bürgermeister der Stauseegemeinde, auch wenn die Lage in den Ortschaften seiner Kommune nicht ganz so dramatisch ist wie etwa in Insenborn oder Lultzhausen. „Man stelle sich nur vor, eine Ambulanz oder die Feuerwehr kann irgendwo nicht rasch genug anrücken, da sie durch wild parkende Autos behindert wird“, gibt René Michels zu bedenken. „Solche Situationen können scheinbar nur durch massive Präsenz von Sicherheitskräften und hartes Durchgreifen verhindert werden.“

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