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Startschuss für "Wunnquartier Stade"
Rund 1.000 Wohnungen könnten auf dem 10 Hektar großen Areal entstehen.

Startschuss für "Wunnquartier Stade"

Foto: Gerry Huberty
Rund 1.000 Wohnungen könnten auf dem 10 Hektar großen Areal entstehen.
Lokales 2 Min. 17.05.2019

Startschuss für "Wunnquartier Stade"

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Am Samstag startet der Ideenwettbewerb für die Neugestaltung des Geländes um das Stade Josy Barthel in der Hauptstadt.

Schon seit Jahren wird über die Neugestaltung eines 10 Hektar großen Geländes an der Route d'Arlon in Luxemburg-Belair geredet. Am Samstag wird ein urbanistischer Ideenwettbewerb für die Grundstücke, wo sich derzeit noch das nationale Fußballstadion, der städtische Hygienedienst und die Kaserne der Berufsfeuerwehr befinden, lanciert - auf europäischer Ebene.

Das Areal gehört zu 83 Prozent der Stadt Luxemburg, zu 17 Prozent den Franziskanerschwestern. Es sei exzellent gelegen, nahe des Stadtzentrums und verkehrstechnisch gut angebunden. Eine Anbindung, die noch durch die Verlängerung der Tramtrasse von der Stäreplaz in Richtung Mamer verbessert werde, so Bürgermeisterin Lydie Polfer.

Das Stadion aus der Vogelperspektive.
Das Stadion aus der Vogelperspektive.
Foto: Gerry Huberty

2023, spätestens 2024, werden die Terrains frei sein. Das neue nationale Fußball- und Rugbystadion in Kockelscheuer wird dann schon in Betrieb sein, der Hygienedienst und das Recycling-Center erhalten einen neuen Standort hinter dem Friedhof in Merl, und die neue Bleibe der Berufsfeuerwehr entsteht derzeit im Ban de Gasperich. 

Freie Hand für Urbanisten und Architekten

Wie Polfer und Erster Schöffe Serge Wilmes am Freitag mitteilten, wird den Urbanisten und Architekten freie Hand gewährt. Detaillierte Vorgaben gibt es zu diesem Zeitpunkt keine. Fest steht lediglich, dass  etwa 1.000 Wohnungen, ein Kinderhort, eine Begegnungsstätte, ein Sportkomplex, Ladenflächen, öffentliche Plätze und Grünanlagen entstehen sollen.  

Die Vorgaben für die Architekten und Urbanisten sind überschaubar.
Die Vorgaben für die Architekten und Urbanisten sind überschaubar.
Foto: Anouk Antony

Dem Wohnungsbau wird dabei oberste Priorität eingeräumt. Der DP-CSV-Schöffenrat wünscht einen Mix aus Eigentumswohnungen, Sozialwohnungen und erschwinglichen Apartments.

Erhalten bleiben auf dem Gelände die ehemaligen Reitställe - sie stehen unter Denkmalschutz -, eventuell auch ein Teil der Feuerwehrkaserne.

Planung und Verwirklichung in mehreren Etappen

Sowohl der Ideenwettwerb als auch die Umsetzung des Vorhabens werden etappenweise vor sich gehen.


750 bis 1.000 Wohneinheiten könnten in dem neuen Stadtteil entstehen.
Route d'Arlon: Die Sache mit der Bürgerbeteiligung
Die Stadtverantwortlichen wollen einen Urbanismuswettbewerb lancieren und dann mit den Bürgern diskutieren. Die Oppositionspartei Déi Gréng findet, man soll zuerst die Anrainer befragen - und lädt auf eigene Faust zum Workshop.

Sind die Projekte eingereicht - die Wettbewerbsteilnehmer haben Zeit bis Ende September dieses Jahres -, wird ein Selektionskomitee im Januar 2020 maximal 15 Projekte auswählen. Diese werden dann dem Gemeinderat vorgestellt und während zwei Wochen ausgestellt. In dieser Zeit haben die Bürger Gelegenheit, die Vorschläge in Augenschein zu nehmen und ihre Kommentare dazu abzugeben.

Die Ideen und Anmerkungen der  Bürger werden an die Wettbewerbsteilnehmer weitergegeben und sofern möglich, in die Projekte integriert.

Zweite Wettbewerbsphase ab April 2020

Die zweite Phase des Wettbewerbs beginnt im April 2020 mit einer vergüteten Konsultation der ausgewählten Urbanisten und Architekten, deren Namen zu diesem Zeitpunkt gelüftet werden.  Nach der Einbeziehung der Bemerkungen der Bürger in die Projekte und der Erstellung eines Urbanismusprojekts, wird die Jury die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer weiter reduzieren.

Schließlich werden die verbleibenden Büros ihre finalen Entwürfe einreichen, die wiederum dem Gemeinderat und den Bürgern zwecks Stellungnahme präsentiert werden. Anfang 2021 werden alle Projekte ausgestellt und der Sieger verkündet.

Teilbebauungsplan vor 2023

Anschließend wird das Siegerprojekt als Basis für die Erstellung des Teilbebauungsplans (PAP) dienen, der dem Gemeinderat laut Lydie Polfer vor 2023 zur Genehmigung vorgelegt wird.

Bürgermeisterin Lydie Polfer (Mitte), Schöffe Serge Wilmes (r.) und Architekt Laurent Langer (l.) sind sich der Wichtigkeit des Vorhabens bewusst.
Bürgermeisterin Lydie Polfer (Mitte), Schöffe Serge Wilmes (r.) und Architekt Laurent Langer (l.) sind sich der Wichtigkeit des Vorhabens bewusst.
Foto: Anouk Antony

Ein langer Weg also für ein Vorhaben, das dem betreffenden Areal ein neues Gesicht geben wird. Wie die Bürgermeisterin es treffend formulierte, wird dem nächsten Schöffenrat die konkrete Umsetzung obliegen.  

"Chance und Risiko zugleich"

Den europäischen Ideenwettbewerb sehen die Mitglieder der "Biergerinitiativ Areler Strooss" als Chance und Risiko zugleich. Entscheidend seien einerseits die Kriterien, die dem Wettbewerb zugrunde liegen, und andererseits die Freiräume, die den Bürgern zugestanden werden.

Sie monieren, dass weder der Gemeinderat, noch die beratenden kommunalen Kommissionen, noch die Bürger in die Vorgaben des Wettbewerbs einbezogen worden seien.

Mitglieder der Bürgerinitiative "Areler Strooss" forderten vor dem Rathaus am Knuedler unter anderem eine bürgernahe, transparente Planung.
Mitglieder der Bürgerinitiative "Areler Strooss" forderten vor dem Rathaus am Knuedler unter anderem eine bürgernahe, transparente Planung.
Foto: Anouk Antony



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