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Startschuss für virtuelle Foire agricole
Lokales 2 Min. 04.07.2020

Startschuss für virtuelle Foire agricole

Die Tierzuchtwettbewerbe gehören seit jeher zu den Höhepunkten der Foire agricole. In diesem Jahr müssen die Ringe aufgrund der Corona-Pandemie leer bleiben.

Startschuss für virtuelle Foire agricole

Die Tierzuchtwettbewerbe gehören seit jeher zu den Höhepunkten der Foire agricole. In diesem Jahr müssen die Ringe aufgrund der Corona-Pandemie leer bleiben.
Foto: Lex Kleren/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 04.07.2020

Startschuss für virtuelle Foire agricole

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Das erste Juli-Wochenende steht in Luxemburg alljährlich ganz im Zeichen der Foire agricole d'Ettelbruck. Erstmals in ihrer Geschichte geht die Messe in diesem Jahr nun, corona-bedingt, virtuell vonstatten.

Selten sind die Systemrelevanz der Landwirtschaft und die Bedeutung einer hochwertigen regionalen Wertschöpfung so in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wie in den vergangenen Monaten. Und dann soll dem Luxemburger Agrarsektor ausgerechnet in diesem Jahr sein wichtigstes Rendez-vous mit dem Konsumenten verwehrt bleiben? Für die Organisatoren der bekannten Foire agricole (FAE) klang dies wie ein Sommer ohne Ernte.


Die Luxemburger Landwirtschaft gibt auf der Foire agricole an diesem Wochenende wieder so richtig Gas.
Das Schaufenster zur Luxemburger Landwirtschaft
Die Luxemburger Landwirtschaft gibt auf der Foire agricole in Ettelbrück an diesem Wochenende wieder so richtig Gas. Eindrücke von Samstag und Sonntag.

Macht die Corona-Krise dem traditionsreichen landwirtschaftlichen Stelldichein in Ettelbrück auch einen Strich durch die Rechnung, so wollen Mich Santer und sein Team um Jeff Boonen, Saskia Gennen, Paul Schmitz und Yvonne Scholtes ihr Publikum daher nun an diesem Wochenende einfach bei einer virtuellen FAE in die „Homeoffices“ der Landwirtschaft führen.

Mittendrin, statt nur dabei

Ob per Live-Schalte oder per Vorführvideo soll es demnach von der als Studio dienenden Bühne in der Deichhalle direkt in den Stall oder auf den Acker, in die Molkerei, ins Gewächshaus oder auf den Maschinenhof gehen. „Der Verbraucher soll regelrecht eintauchen können in den Alltag der landwirtschaftlichen Betriebe und der ihr vor- und nachgelagerten Gewerbezweige, um so zugleich die Faszination und die Herausforderungen des Sektors hautnah kennenzulernen“, erklärt Mich Santer.

Vom heimischen Sessel live in den Stall. Die virtuelle Foire agricole mag den direkten Kontakt einer Landwirtschaftsmesse vermissen lassen, sie eröffnet dank der digitalen Medien aber auch neue Erfahrungshorizonte.
Vom heimischen Sessel live in den Stall. Die virtuelle Foire agricole mag den direkten Kontakt einer Landwirtschaftsmesse vermissen lassen, sie eröffnet dank der digitalen Medien aber auch neue Erfahrungshorizonte.
Foto: Pierre Matgé

Teils werden vier Reporterteams hierfür live bei Bauer, Winzer oder Gärtner, aber auch bei Verbands- und Institutsleitern zu Besuch sein, wobei über Chat auch die Zuschauer ihre Fragen stellen können. Teils werden aber auch vorgefertigte Erklärvideos Einblick in das Wesen des heimischen Agrarsektors geben. Das kann vom informationsgeladenen 360-Grad-Rundgang durch den Viehstall über den Weg von der Milch zur Butter bis hin zur Go-Pro-Kamera-Begleitung der Kuh beim Weidegang reichen. Und auch manches Highlight des geplanten Show-Programms kann so ganz bequem über PC oder Smartphone verfolgt werden.

Lebendig, spannend, lehrreich

„Wichtig war uns bei allen 230 Punkten der virtuellen Foire, dass sie lebendig, spannend oder lehrreich sind“, sagt Santer. Neben den zweitägigen Programm-Events, die auch nach ihrer Erstausstrahlung noch online und über andere Kanäle verfügbar sein werden, bietet sich den fast 300 beteiligten Ausstellern und Vereinen auf der FAE-Homepage zudem die Möglichkeit, sich mit Fotos, Videos, Infos und Kontaktdaten einen bleibenden Eindruck beim Konsumenten zu verschaffen.


Corona-Krise: Ackern fürs Allgemeinwohl
Auch die Landwirtschaft bleibt von der Corona-Krise nicht unberührt. Selten war ihre Systemrelevanz dabei so deutlich wie heute.

„Obwohl es bei dem ein oder anderen Aussteller etwas Ermutigung bedurfte, haben die meisten doch schnell erkannt, dass sie sich damit Schaufenster öffnen können, die im digitalen Zeitalter auch über die FAE hinaus zunehmend wichtiger sind“, so Santer.

„Alles in allem wird die Foire agricole 2020 ein großes Experiment“, sagt Jeff Boonen. „Eines, das womöglich noch Überraschungen bereithält, mit Sicherheit aber eines, das letztlich gelingt.“ Davon darf sich das Publikum heute und morgen nun auch selbst auf der Homepage www.fae.lu überzeugen.

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