Startschuss für das große Kochen
Immer mehr Menschen in Luxemburg suchen das Sozialrestaurant der Vereinigung Stëmm vun der Strooss auf. Im vergangenen Jahr wurden vor Ort mehr als 75 000 Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben. Die Küche in Hollerich musste deshalb aufrüsten. Mithilfe einer Crowdfunding – Plattform Gingo startete die Vereinigung einen originellen Spendenaufruf.
Ziel war es, 30.000 Euro für den Kauf eines leistungsstarken Kochgerätes – einem sogenannten Kipper – zu sammeln. Im dafür festgelegten Zeitraum von anderthalb Monaten (16. März bis 4. Mai) sind auf der Onlineplattform insgesamt 34 941 Euro zusammengekommen.
"Die Zusammenarbeit mit der Crowdfunding-Plattform Gingo war für uns eine Herausforderung, da wir in der Regel keine Onlineaufrufe starten oder von Tür zu Tür gehen, um Spenden zu sammeln. Dieses Mal aber haben wir uns an die sozialen Medien herangewagt. Wir sind sehr stolz auf das Ergebnis", erklärt Alexandra Oxacelay, Verantwortliche der Stëmm vun der Strooss.
136 Spender waren an dieser solidarischen Aktion beteiligt. Die für den Kauf und Installation des Kippers sowie die Nachrüstung der elektrischen Anlage des Restaurants benötigte Summe von 30 000 Euro wurde somit um fast 5 000 Euro überschritten.
„Wir haben für den Kauf des Kippers zusätzlich noch weitere Spenden über unsere eigene Webseite erhalten, jedoch haben wir die genaue Summe noch nicht ausgerechnet“, sagt Alexandra Oxacelay. Zudem wird die Vereinigung jährlich vom Gesundheitsministerium finanziell mit mehr als vier Millionen Euro unterstützt. Das Erwerben des Kippers lag aber nicht im Budget für das Jahr 2018.
Weitere Projekte in Sicht
Wie Marcel Detaille, Präsident der Vereinigung, bereits vor einigen Wochen erwähnte, sollen in Zukunft weitere soziale Projekte in Angriff genommen werden. Eine Struktur mit 90 neuen Arbeitsplätzen, die die Lebensmittelverschwendung bekämpfen soll, soll demnach entstehen. Dieses bevorstehende Projekt soll demnach weitaus kostspieliger als der Erwerb des neuen Küchengeräts werden.
Zudem soll auch die Terrasse des Sozialrestaurants in Hollerich ausgebaut werden. Alexandra Oxacelay erklärt: "Wir haben immer weniger Platz für die hohe Anzahl an Menschen die unsere Einrichtung aufsuchen. Deshalb möchten wir unsere Terrasse überdecken, erhitzen und gemütlich dekorieren lassen. So haben wir einen Raum mehr, um unseren Gäste anzubieten." Im Moment würde die Vereinigung noch auf die nötige Zulassung für das Projekt vonseiten der Gemeinde der Stadt Luxemburg warten.
Ein weiteres Projekt ist ein in dieser Form in Luxemburg noch nicht vorhandener Verkaufsautomat. "Wir haben diese Verteiler in Großbritannien entdeckt. Es sind große Automaten in denen mehr als 300 verschiedene notwendige Gegenstände passen. Die Bedürftigen können zu uns kommen, um bei Bedarf Jetons zu erhalten, den sie dann wie eine Münze in den Automaten einwerfen. So erhalten sie unter anderem Hygieneartikel, Kleidungsstücke, Schuhe, aber auch Essen oder Getränke. Dieses Projekt würde denjenigen helfen, die es während unseren Öffnungszeiten nicht immer zu uns schaffen und dennoch zum Leben auf der Straße notwendige Sachen benötigen", erklärt Marcel Detaille.
Es würden in dem Sinne bereits Verhandlungen mit der Stadt Luxemburg laufen und aktiv nach einem Platz für die Unterbringung des Automaten gesucht werden. Zunächst müsste ein solches Gerät entweder am Bahnhofsviertel oder in Bonneweg Platz finden und könne bei Erfolg, in Esch/Alzette eingesetzt werden. In jedem dieser Fälle sei für die Finanzierung eine erneute Zusammenarbeit mit der Crowdfunding-Plattform Gingo nicht auszuschließen.
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