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Bis auf Weiteres keine neue Ausschreibung für Wachdienst
Lokales 02.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Private Sicherheitsfirma

Bis auf Weiteres keine neue Ausschreibung für Wachdienst

Der private Wach- und Sicherheitsdienst G4S führt seit Dezember 2020 unter anderem im Bahnhofsviertel Patrouillen durch. Damit ist bald Schluss.
Private Sicherheitsfirma

Bis auf Weiteres keine neue Ausschreibung für Wachdienst

Der private Wach- und Sicherheitsdienst G4S führt seit Dezember 2020 unter anderem im Bahnhofsviertel Patrouillen durch. Damit ist bald Schluss.
Foto: Chris Karaba
Lokales 02.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Private Sicherheitsfirma

Bis auf Weiteres keine neue Ausschreibung für Wachdienst

Ab dem 15. November patrouillieren keine Sicherheitsleute mehr durch die Hauptstadt. Eine neue Ausschreibung ist aber nicht ausgeschlossen.

Ab dem 15. November werden keine Sicherheitsleute mehr durch die Oberstadt, das Hauptbahnhofsviertel und Bonneweg patrouillieren. Der Vertrag mit der privaten Sicherheitsfirma G4S läuft nämlich aus. Der Schöffenrat der Stadt Luxemburg hat sich dazu entschieden, bis auf Weiteres keine neue Ausschreibung in diesem Zusammenhang zu veröffentlichen. Radio 100,7 hatte am Dienstag zuerst darüber berichtet.

Stadtbürgermeisterin Lydie Polfer (DP) wollte auf LW-Nachfrage nicht im Detail auf die Entscheidung eingehen. Sie verwies darauf, dass die Pläne der Stadt in der kommenden Woche vorgestellt werden sollen. Schöffe Serge Wilmes (CSV) zeigte sich indes gesprächsbereiter.


Lok , Bahnhofsviertel , Gare , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Eine sachliche Debatte ist kaum mehr möglich
Im Gemeinderat der Hauptstadt stand das Thema wieder auf der Tagesordnung – es folgte eine wenig lösungsorientierte Diskussion.

Der Vertrag mit der Sicherheitsfirma habe aufgrund der geltenden Prozeduren nicht einfach verlängert werden können. Demnach sei eine neue Ausschreibung notwendig gewesen.

Darauf habe der Schöffenrat jedoch verzichtet. Nach dem Vorfall im September, bei dem einer der Hunde der Sicherheitsfirma, mutmaßlich im Zuge einer Auseinandersetzung, in der Avenue de la Gare einen Mann gebissen und nicht mehr losgelassen hatte, habe man bereits angekündigt, eine Bürgerversammlung einberufen zu wollen.

Ob die Stadt erneut einer Sicherheitsfirma einen ähnlichen Auftrag geben werde, wollen die Stadtverantwortlichen unter anderem von dem Ergebnis dieser Veranstaltung abhängig machen, so Serge Wilmes. Dort sollen Bürger der betroffenen Viertel sich gegenüber dem Schöffenrat und Regierungsvertretern zu ihrem Sicherheitsgefühl äußern können. Ein Datum stehe jedoch noch nicht fest. Auch wolle der Schöffenrat den kürzlich angekündigten Maßnahmen der Regierung zur Verbesserung der Sicherheit Rechnung tragen, so Wilmes. So habe Polizeiminister Henri Kox (Déi Gréng) angekündigt, die Präsenz der Polizeibeamten in der Hauptstadt zu stärken.


7.3. Reportage Quartier Gare / Gare / rue joseph Junck  Foto:Guy Jallay
Kritik und Unverständnis von der Opposition
Rat Tom Krieps sagt, dass die Sicherheitsfirma ihren legalen Rahmen überschreitet. Für Guy Foetz ist der Schöffenrat auf dem falschen Weg.

Die Oppositionsparteien im Gemeinderat LSAP, Déi Gréng und Déi Lénk begrüßten gestern in einer Mitteilung die Entscheidung des Schöffenrats. Sie sahen sich in ihren Forderungen nach einem Aus für die Patrouillen bestätigt und betonten, dass der Schöffenrat in diesem Zusammenhang keine neue Konvention mit einer privaten Sicherheitsfirma eingehen solle.

Bürgermeisterin Lydie Polfer betonte indes, dass auch nach dem Ablauf des Vertrags weiterhin Sicherheitsleute Präsenz in der Hauptstadt zeigen – wenn auch in anderer Form. Wie bereits in der Vergangenheit seien Sicherheitsfirmen im Zuge der Winterlights-Veranstaltungen, zwischen dem 19. November und 2. Januar, im Einsatz.

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