Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Stadt Luxemburg: Trinkwasserqualität im Fokus
Lokales 3 Min. 17.03.2016

Stadt Luxemburg: Trinkwasserqualität im Fokus

Ab April werden die Abwässer von der veralteten Anlage in Bonneweg (Foto) in die modernere Kläranlage nach Beggen befördert.

Stadt Luxemburg: Trinkwasserqualität im Fokus

Ab April werden die Abwässer von der veralteten Anlage in Bonneweg (Foto) in die modernere Kläranlage nach Beggen befördert.
Foto: Lex Kleren
Lokales 3 Min. 17.03.2016

Stadt Luxemburg: Trinkwasserqualität im Fokus

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Im Hinblick auf den Weltwassertag am kommenden Dienstag präsentierte die Stadt Luxemburg am Donnerstag Zahlenmaterial, Perspektiven und Projekte zu Trinkwasser und Abwasser.

(rr) - Im vergangenen Jahr wurden mehr als 7,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an die Haushalte der Hauptstadt geliefert. Seit dem Jahr 2000, als diese Zahl bei über 10 Millionen Kubikmeter lag, ist trotz steigenden Einwohnerzahlen eine kontinuierliche Reduzierung festzustellen.

Aufgrund einer Trockenperiode wurde 2015 vermehrt auf Trinkwasser von der Sebes zurückgegriffen (48,6 %). Mehr als die Hälfte (51,2 %) stammte aus eigenen Quellen, nämlich aus Mühlenbach, Kopstal, Pulvermühl, Birelergrund und Glasburen sowie 0,2 aus der Gemeinde Roeser.   

Drei Herausforderungen

Laut Schöffin Simone Beissel muss die Stadt Luxemburg drei Herausforderungen meistern:

1. genügend Wasser an die 110 000 Einwohner liefern,

2. Wasser von hoher Qualität liefern,

3. weiterhin in diesen kostenintensiven Sektor investieren.

Apropos Investitionen: Die Stadt führt Bohrungen durch, um neue Quellen zu erschließen, so beispielsweise in "Tubishof" in Cessingen. Aus einer Tiefe von 143,80 m werden 55 Kubikmeter Wasser pro Stunde gefördert. Die diesbezüglichen Kosten belaufen sich auf 170 000 Euro. In Kopstal wird bis 2020 eine Trinkwasseraufbereitungsanlage gebaut.

Die Trinkwasserqualität ist ein Hauptanliegen der Stadtverantwortlichen und so wurden im vergangenen Jahr 2 154 Analysen durchgeführt, obwohl nur deren 123 obligatorisch waren.

Nitrate und Pestizide

Was die Verunreinigung des Grundwassers mit Nitraten anbelangt, so haben Untersuchungen des "Luxembourg  Institute of  Science and Technology" gezeigt, dass die Ursache bei den landwirtschaftlichen Aktivitäten und insbesondere dem Einsatz von Düngemitteln auf Feldern nahe der Trinkwassergewinnung liegt.

Die Kontamination durch Pestizide hat laut Simone Beissel landwirtschaftliche und städtische Ursachen. Besonders betroffen sind die Quellen in Kopstal und Polfermillen. Mittels Aktivkohlefilter ist es aber möglich, dennoch gesundes Trinkwasser zu liefern. Durch das Verbot von einigen Pestiziden dürfte die Verschmutzung des Grundwassers in den kommenden Jahren abnehmen.

Um die Quellen zu schützen, müssen Wasserschutzzonen rund um die Quellen ausgewiesen werden. Laut Schöffin Viviane Loschetter hat die Stadt Luxemburg die entsprechenden Schritte bereits unternommen.   

Neue Wasserzähler für alle Haushalte

Seit September 2013 wurden 6 620 neue Wasserzähler in hauptstädtischen Haushalten installiert. Bis 2019/2020 sollen alle Haushalte über die neuen Zähler verfügen. Eine neue Technik erlaubt es, den Verbrauch extern abzulesen und in Rechnung zu stellen.

Die Bauarbeiten für den von Architekt Jim Clemes konzipierten Wasserturm im „Ban de Gasperich“ haben Mitte 2015 begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2017 vorgesehen.

Der Wasserturm für den Ban de Gasperich soll Mitte 2017 in Betrieb genommen werden.
Der Wasserturm für den Ban de Gasperich soll Mitte 2017 in Betrieb genommen werden.
Illustration: Jim Clemes Atelier d'architecture et de design

Mittels Architektenwettbewerb wird geklärt, wer den Wasserturm für das Stadtviertel Kirchberg konzipieren wird. Diese Inbetriebnahme ist für 2020 vorgesehen.

Kanalisation und Kläranlagen

Mehr als 14 Millionen Kubikmeter Abwässer wurden in 2015 behandelt. In den Kläranlagen in Beggen und Bonneweg werden die Abwässer der Hauptstadt sowie der Gemeinden Strassen, Bartringen und Leudelingen, der Ortschaft Roedgen (Gemeinde Reckingen/Mess) und der westliche Teil des Findel (Gemeinde Sandweiler) geklärt.

Bei den größeren Bauarbeiten sticht die Verbindung der Kläranlagen Bonneweg und Beggen hervor. Auf Bitten des Staates wurden im Rahmen des EU-Urteils Sofortmaßnahmen getroffen, um die Arbeiten zu beschleunigen und so das fällige Bußgeld zu reduzieren. Sie ermöglichen es, das Wasser über ein Jahr früher in der Beggener Kläranlage zu behandeln.

Weitere Projekte betreffen den Bau neuer Abwasserkollektoren in der Rue de Neudorf und in Mühlenbach sowie Ausbau- und Modernisierungsarbeiten der Klärschlammentwässerungsanlage in der Kläranlage in Beggen. Letztgenannte Arbeiten haben im November 2015 begonnen und sollen ein Jahr in Anspruch nehmen. Die Kosten belaufen sich auf 2 Millionen Euro. Die Bauarbeiten für einen großen Abwasserkollektor in Merl, die mit 7,8 Millionen Euro veranschlagt werden, sollen im Oktober 2016 beginnen und drei Jahre dauern.

Herkunft und Qualität online

Details zur Herkunft und Qualität des Trinkwassers stehen online zur Verfügung:

www.vdl.lu

www.topographie.lu

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.