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Stadt Esch will sich für Gebläsehalle einsetzen
Lokales 3 Min. 03.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Stadt Esch will sich für Gebläsehalle einsetzen

Die Zukunft der Gebläsehalle ist nun wieder ungewiss.

Stadt Esch will sich für Gebläsehalle einsetzen

Die Zukunft der Gebläsehalle ist nun wieder ungewiss.
Foto: Lex Kleren
Lokales 3 Min. 03.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Stadt Esch will sich für Gebläsehalle einsetzen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Escher Stadträte reagieren enttäuscht darauf, dass die Gebläsehalle in Belval 2022 für das Kulturjahr wohl nicht genutzt werden kann. Und wollen das nicht so einfach hinnehmen.

Die Leitung der Europäischen Kulturhauptstadt Esch 2022 wird ihr Hauptquartier nicht wie gewünscht in der Gebläsehalle in Belval aufschlagen können. Dies, weil Sicherheitsmängel in der um 1910 gebauten Industriehalle nicht rechtzeitig bis 2022 behoben werden können. 


23.11. Kultur / Esch/ Kulturhaupstadt / Belval / Hochofen / Esch-Belval Foto:Guy Jallay
Esch 2022 bleibt vorerst in Differdingen
Die Leitung vom Kulturjahr Esch 2022 muss sich ein anderes Hauptquartier aussuchen. Laut LW-Informationen, wird sie nicht wie gewünscht in die Gebläsehalle in Belval einziehen können.

Eine Nachricht, die am Freitag im Escher Gemeinderat Verwunderung auslöste. Vor wenigen Wochen sei die Idee noch von der Kulturministerin als gut befunden worden, warum jetzt auf einmal nicht mehr, fragte Rätin Vera Spautz (LSAP). 

„Wir sollten uns mit dieser Erklärung nicht abspeisen lassen“, forderte sie. Die Studie, die zu diesem Schluss gekommen sei, liege nicht vor. 

Sie erinnerte daran, dass eines der Hauptprojekte des Kandidaturschreibens für das Kulturjahr darin besteht, der brach stehenden Gebläsehalle eine neue Nutzung für nach 2022 zu geben. Sie drückte den Verdacht aus, dass manche Kräfte nicht an einer Neunutzung der Gebläsehalle interessiert seien. 

Mischo enttäuscht

Auch Bürgermeister Georges Mischo (CSV) zeigte sich „enttäuscht“ über die Neuigkeit. „Ist das Projekt Gebläsehalle nur auf Eis gelegt oder ganz gestorben, ich weiß es nicht.“ 

Unisono sprachen sich Vertreter von allen Parteien für den Erhalt und eine Neunutzung der imposanten Halle aus. Diese hatte zu Produktionszeiten, sprich bis 1997, unter anderem die großen Turbokompressoren beheimatet, die den Wind produzierten, der zum Anheizen der Hochöfen notwendig war. 

Zwally fordert nationales Industriekulturzentrum


Lokales, Pläne für Gebläsehalle: Ortsbegehung, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Die Gebläsehalle im 360°-Format
Ein LW-Team hat sich in die Gebläsehalle in Belval begeben. Entdecken Sie das Innere des riesiges Gebäudes im 360°-Format mit Audio-Erklärungen vom ehemaligen Arbed-Ingenieur Robi Gales.

Schöffe André Zwally (CSV) unterstrich, dass mit dem Rückgang der Mitglieder in ehrenamtlichen Vereinen, die sich der Industriekultur verschrieben haben, auch das kollektive Gedächtnis der Region nach und nach schrumpfe. Deshalb sei es von großer Wichtigkeit, das bereits seit Langem geplante nationale Zentrum für Industriekultur in der Gebläsehalle zu errichten. 

Er und Vera Spautz betonten beide, dass der Direktor des Service des Sites et Monuments aber nie vom Erhalt der Gebläsehalle begeistert gewesen sei. 

Vorteil Differdingen? 

Diesbezüglich wies Rat Marc Baum (Déi Lénk) darauf hin, dass die nationale Denkmalschutzbehörde wohl eine interne Hierarchie aufgestellt habe. Es sehe so aus, als genieße derzeit das Projekt um die Instandsetzung einer Halle auf dem Areal des Differdinger Stahlwerkes Vorzug gegenüber der Gebläsehalle in Belval. 

Dabei handelt es sich um die Halle, in der die Groussgasmaschinn steht und in der das Science Center einziehen soll. Man solle deswegen aber nicht in Konkurrenz mit der Stadt Differdingen treten, sondern den Schulterschluss suchen, so Marc Baum noch. 


Das filigrane Dachstahlgerüst trägt dazu bei, der Halle einen einzigartigen Charakter zu geben.
Historische Stahlwerkshalle wird geschützt
Sie ist ein Zeuge der industriellen Vergangenheit von Differdingen: Die Werkshalle, in der sich die Groussgasmaschinn befindet, soll erhalten bleiben und womöglich im Kulturjahr 2022 eine Rolle spielen.

Vera Spautz wies noch auf eine parlamentarische Frage hin, die von sozialistischen Abgeordneten, darunter die ehemalige Escher Bürgermeisterin Lydia Mutsch, zur Gebläsehalle gestellt wurde. Die Antwort von Regierungsseite steht noch aus. 

Dazu kündigte Député-Maire Georges Mischo an, dass er kommende Woche eine mündliche Frage an die Regierung stellen werde. Unter ihm werde die Gebläsehalle nie abgerissen werden, versicherte er noch. „Die Halle hat eine Fläche von 120.000 Quadratmetern“, sagte er. „Sowas wird wohl nie wieder errichtet.“



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