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Stadt Esch will Ariston nun doch kaufen
Lokales 3 Min. 29.03.2019

Stadt Esch will Ariston nun doch kaufen

Das Gebäude aus dem Jahre 1960 soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Stadt Esch will Ariston nun doch kaufen

Das Gebäude aus dem Jahre 1960 soll unter Denkmalschutz gestellt werden.
Foto: Lex Kleren
Lokales 3 Min. 29.03.2019

Stadt Esch will Ariston nun doch kaufen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Escher Schöffenrat hat Verhandlungen mit dem Eigentümer des Kinos aufgenommen. Das teilte Bürgermeister Georges Mischo dem Gemeinderat am Freitag mit.

Nun also doch. Der Escher Schöffenrat hat Verhandlungen mit dem Eigentümer des Kinos Ariston aufgenommen, um das Gebäude aufzukaufen. Dieses besteht neben dem eigentlichen Kinosaal auch noch aus einem Festsaal, zwei Wohnungen und einem Lokal mit Kegelbahn. 

Ausgeschlossen wird nicht, das dort in Zukunft einzelne Filmvorführungen stattfinden könnten. Doch wird die Idee verfolgt, eine Theaterbühne im Ariston zu errichten. Das Gebäude soll dem Kinder- und Jugendtheater gewidmet werden, dies in Zusammenarbeit mit dem Escher Theater. Eine Idee, die der Schöffenrat im Februar auf einer Pressekonferenz bereits mitgeteilt hatte.

Das Einschreiten der Kulturministerin


Neuer Theatersaal für Esch/Alzette?
Was wird aus dem früheren Kino Ariston? Die Stadt Esch hat am Montag vorgeschlagen, dort einen Theatersaal zu betreiben. Allerdings unter gewissen Bedingungen.

Damals hatte der Schöffenrat aber auch erklärt, den notwendigen finanziellen Kraftakt nicht selbst stemmen zu wollen. Hier kommt nun das Kulturministerium ins Spiel. Auf Vorschlag von Kulturministerin Sam Tanson, soll das Gebäude als "Monument national" klassiert und damit denkmalgeschützt werden. 

Bei denkmalgeschützten Gebäuden könne der Staat bis zu 50 Prozent der Renovierungskosten  übernehmen. Außerdem könne er für die Kosten von Studien aufkommen, erklärte Bürgermeister Georges Mischo. "So muss die Stadt nicht alle Kosten selber tragen".  

Geht es laut den Wünschen der Stadtführung, soll der Ariston 2022, pünktlich für die Europäische Kulturhauptstadt, wieder mit Leben gefüllt werden.

Opposition kritisiert Zickzackkurs


Wegen zu hoher Kosten sieht die Stadt von einem Kauf des Ariston ab.
Mischo bestätigt: Stadt Esch kauft Ariston nicht
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Die Entscheidung, das Kinogebäude doch noch kaufen zu wollen, wurde von allen Parteien im Gemeinderat begrüßt. Sowohl Vera Spautz (LSAP) wie Marc Baum (Déi Lénk) kritisierten aber den beschwerlichen Weg, den es gebraucht hatte, um zu diesem Entschluss zu kommen.

Sie erinnerten daran, dass die Koalition den Erwerb des Lichtspielhauses eigentlich im Koalitionsabkommen vorgesehen hatten. Im Rahmen der vergangenen Budgetdebatte hatte der Bürgermeister aber erklärt, das Kino nicht aufkaufen zu wollen. Auch kritisierten sie, dass es der Majorität an Visionen für den Ariston gefehlt habe. 

Danach sei im Februar die Idee der Theaterbühne aufgetaucht. Aber der Schöffenrat wollte damals nicht selbst vorschlagen,  das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen.  

Der Schöffenrat sei "dilettantisch" vorgegangen, so Vera Spautz. "Das ist bezeichnend für die Politik die hier betrieben wird". Sie sei froh, dass die Kulturministerin eingegriffen habe und damit "dem Spuk ein Ende" gesetzt habe.

Marc Baum sprach von einem "retour à la case départ". Es sei aber viel Zeit und Energie vergeudet worden. Ähnlich sah es der unabhängige Rat Dan Codello. Er bedauerte, dass die Koalition immer nur reagiert habe, statt selbst das Heft in die Hand zu nehmen.     

Der Kinosaal bietet Platz für etwa 300 Zuschauer.
Der Kinosaal bietet Platz für etwa 300 Zuschauer.
Foto: Pierre Matgé

Knaff: das war eine Strategie

"Nur ein dummer Politiker bleibt auf seiner Meinung sitzen", sagte dazu Rat Luc Majerus (Déi Gréng). 

Bruno Cavaleiro (CSV) argumentierte, dass die Koalition ihrer Linie treu geblieben sei. Diese sei gewesen, nicht alleine das Projekt zu stemmen. Dass die Koalition sich eingangs nicht für eine Klassifizierung ausgesprochen habe, war, um dem Eigentümer nicht die Hände zu binden. 

Schöffe Pim Knaff (DP) ging noch einen Schritt weiter und sprach von einer "Strategie". "Uns wird jetzt vorgeworfen, dass wir uns die Zeit genommen haben, um einen Partner zu finden, der finanzielle Hilfe leistet", sagte er. Dadurch werde das Projekt der Stadt geschätzte zwei bis drei Millionen Euro weniger kosten, als wenn sie es im Alleingang umgesetzt hätte. 

Schließlich stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag von Kulturministerin Sam Tanson, das Gebäudeensemble Ariston unter Denkmalschutz zu stellen, einstimmig zu. 

Der Ariston wurde 1960 von den "Oeuvres paroissiales Sacré-Coeur" errichtet und ist heute noch in deren Besitz.  Seit Anfang 2006 ist der Kinobetrieb geschlossen. 



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