Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Stadt Differdingen gegen Reifenverwertung
In unmittelbarer Nähe zum Stahlwerk befinden sich Solaranlagen, deren Effektivität mutmasslich wegen dem Staub des Werkes gesunken ist.

Stadt Differdingen gegen Reifenverwertung

Foto: Guy Jallay
In unmittelbarer Nähe zum Stahlwerk befinden sich Solaranlagen, deren Effektivität mutmasslich wegen dem Staub des Werkes gesunken ist.
Lokales 25.08.2018

Stadt Differdingen gegen Reifenverwertung

Luc EWEN
Luc EWEN
"Wir sind nicht gegen das Vorhaben an sich", betont der Differdinger Umweltschöffe Georges Liesch. "Aber, die Randbedingungen müssen stimmen."

Der Differdinger Schöffenrat hat eine "Opposition formelle" zum Vorhaben des Stahlkonzerns ArcelorMittal beschlossen, Reifen im Differdinger Werk als Brennmaterial zu nutzen. Umweltschöffe Georges Liesch bestätigte dem LW am Samstagmorgen eine entsprechende Meldung von Radio 100,7.


3.8. Differdingen / Umweltprobleme mit Staub / Emmissionen Arcelor Mittal / Verschmutzung der Photovoltaikanlage Foto:Guy Jallay
Staub über Differdingen
Der Ärger um das Vorhabenvon ArcelorMittal, in Differdingen Reifen in Elektroöfen zu verbrennen, bringt weitere Beschwerden zutage

"Wir sind nicht gegen das Vorhaben an sich", betont der grüne Politiker. "Aber, die Randbedingungen müssen stimmen." Damit gemeint sind die Filteranlagen im Stahlwerk. Zwar mache es aus kreislaufwirtschaftlicher Sicht Sinn, Reifen zu nutzen statt neuen Kohlenstoff den Produktionsprozessen zuzufügen, aber, es müsse dann auch garantiert werden, dass keine Schadstoffe in die Luft gelangen.

Bereits am 4. August hatte das LW von Staubrückständen auf Solaranlagen und Autos von Privatleuten in den umliegenden Wohnvierteln berichtet. "Die Bürger sehen den Staub auf ihren Autos und dass sich diese Schicht nur schwer entfernen lässt. Da wird ihnen dann auch bewusst, dass sie das was sie da sehen, Tag für Tag einatmen," so Liesch.

So lasse sich auch erklären, dass mehr als 480 Bürger im Rahmen der Commodo-Incommodo-Prozedur Beschwerde gegen das Vorhaben von ArcelorMittal beim Umweltamt der Gemeinde Differdingen eingelegt haben. "Das ist enorm. Wir sind gewohnt, dass es bei solchen Prozeduren zwei oder drei Beschwerden gibt. Aber derart viele gab es noch nie," so der Umweltschöffe.

Reifen könnten in der Produktion verbrannt werden, zum Beispiel um schneller höhere Temperaturen zu erreichen ohne zusätzlichen Kohlenstoff beigeben zu müssen. Aus kreiswirtschaftlicher Sicht ist dies Sinnvoller, als Reifen zum Beispiel in einer Müllverbrennungsanlage zu entsorgen.
Reifen könnten in der Produktion verbrannt werden, zum Beispiel um schneller höhere Temperaturen zu erreichen ohne zusätzlichen Kohlenstoff beigeben zu müssen. Aus kreiswirtschaftlicher Sicht ist dies Sinnvoller, als Reifen zum Beispiel in einer Müllverbrennungsanlage zu entsorgen.
Stilbild: LW-Archiv (Serge Waldbillig)

Die "Opposition formelle" des Differdinger Déi Gréng-CSV-Schöffenrates ist im Kontext der laufenden Commodo-Incommodo-Prozedur zu sehen. Auch weitere Institutionen müssen ihre Stellungnahmen an die Umweltverwaltung weiterreichen, die dann eine Entscheidung für oder gegen die Absicht des Stahlkonzerns treffen muss.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Staub über Differdingen
Der Ärger um das Vorhabenvon ArcelorMittal, in Differdingen Reifen in Elektroöfen zu verbrennen, bringt weitere Beschwerden zutage
3.8. Differdingen / Umweltprobleme mit Staub / Emmissionen Arcelor Mittal / Verschmutzung der Photovoltaikanlage Foto:Guy Jallay