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Stadionbau: Nachspielzeit in Kockelscheuer
Lokales 13 3 Min. 03.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Stadionbau: Nachspielzeit in Kockelscheuer

In etwas mehr als einem Jahr werden die Arbeiten am neuen Stadion abgeschlossen sein.

Stadionbau: Nachspielzeit in Kockelscheuer

In etwas mehr als einem Jahr werden die Arbeiten am neuen Stadion abgeschlossen sein.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 13 3 Min. 03.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Stadionbau: Nachspielzeit in Kockelscheuer

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Die Arbeiten am neuen nationalen Fußball- und Rugbystadion in Kockelscheuer laufen auf Hochtouren. Dennoch ist der Bau in Verzug geraten. Die ersten Bälle werden demnach wohl erst in der zweiten Hälfte 2020 dort rollen.

Zum 1. Mai 2020 sollen die Arbeiten am neuen nationalen Fußball- und Rugbystadion in Kockelscheuer abgeschlossen sein. Doch auch dann werden die ersten Bälle noch nicht rollen. Nach den erforderlichen Kontrollen wird dies wohl erst in der zweiten Jahreshälfte der Fall sein. Dies wurde am Freitagvormittag bei der Besichtigung der künftigen Arena unterstrichen.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die ersten Spiele schon im Oktober dieses Jahres im neuen Stadion ausgetragen werden können. Unter anderem aufgrund der Witterungsbedingungen in den Wintermonaten war der Bau in Verzug geraten, wodurch nicht mit einer Fertigstellung vor Ende des laufenden Jahres beziehungsweise Anfang 2020 ausgegangen wurde.

Nach den aktuellen Erkenntnissen dürfte das erste Spiel dann wohl fast ein Jahr später als anfangs vorgesehen auf dem neuen grünen Rasen ausgetragen werden.

Die Tribünen stehen bereits, die Dachkonstruktion wird vollendet und der Hybridrasen soll voraussichtlich noch im April in Angriff genommen werden.
Die Tribünen stehen bereits, die Dachkonstruktion wird vollendet und der Hybridrasen soll voraussichtlich noch im April in Angriff genommen werden.
Foto: Lex Kleren

95 Prozent des Rohbaus fertiggestellt

Und doch ist der Stadionbau seit Beginn der Arbeiten im September 2017 deutlich vorangeschritten. Mittlerweile sind 95 Prozent des Rohbaus abgeschlossen, das Verlegen der technischen Installationen läuft auf Hochtouren und die Fassadenarbeiten wurden Anfang der Woche aufgenommen. 


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In der Arena selbst lässt sich bereits hauchweise die Atmosphäre erahnen, die ein solches Stadion bei den Fußball- und Rugbybegeisterten auslösen soll. Auch wenn die Sitze noch nicht montiert sind, haben die Tribünen, auf denen Platz für 9.385 Besucher sein wird, nichts mehr mit jenen im Stade Josy Barthel gemeinsam. Die Dachkonstruktion, die unter anderem aus 51 strahlend weißen Stahlträgern besteht, ist bereits jetzt ein Markenzeichen der Stätte.

In den kommenden Monaten werden die nächsten Etappen in Angriff genommen. Noch Ende April, Anfang Mai soll mit der Vorbereitung des Hybridrasens - ein Belag aus Naturrasen, der durch künstliche Fasern verstärkt wird - begonnen werden. Voraussichtlich im September soll die Beleuchtung angebracht werden, im Januar 2020 die Sitze auf den Tribünen.

Teurer als geplant

Beim Bau, der nach den Plänen des deutschen Architektenbüros Gerkan Marg + Partner und des Luxemburger Büros Beng realisiert wird, dürfte jedoch auch der vorgesehene Kostenrahmen überschritten werden, wie die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, Lydie Polfer, am Freitag zu verstehen gab. "Ich habe das Gefühl, dass dieses Projekt doch teurer wird", erklärte sie. Um wie viel das Budget überschritten werden könnte, wurde jedoch nicht gesagt.


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Der hauptstädtische Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 5. Dezember 2016 nämlich ein Budget von 61,15 Millionen Euro – 60,35 Millionen Euro für das Stadion und 791.826 Euro für den Mehrzweckplatz – gestimmt. Das Sportministerium unterstützt das Vorhaben zu 70 Prozent und maximal 40 Millionen Euro. Investitionen, die mehr als gerechtfertigt seien, um die erforderlichen und adäquaten Sportinfrastrukturen schaffen zu können, so Sportminister Dan Kersch. Und fügte scherzend hinzu: "Als Portugal gegen Luxemburg gespielt hat, stand ein Spieler auf dem Feld, der drei Mal soviel wert ist wie dieses Stadion."

"Stade national de Luxembourg"

Einen Namen für die künftige Stätte wollten die Verantwortlichen gestern allerdings noch nicht preisgeben. Klar sei aber, dass dieses nicht nach einem Sponsor bezeichnet werde, so Lydie Polfer. Derzeit wolle man es bei „Stade national de Luxembourg“ belassen.

Die Sportstätte an sich wird sowohl den Normen des World Rugby als auch der FIFA und UEFA entsprechen. Der Bau wird über einen VIP-Bereich, einen 900 Quadratmeter großen Businessbereich mit Küche, Räumlichkeiten für die Presse sowie Essensstände verfügen, von denen die meisten sich in einem dreistöckigen Gebäude entlang des Boulevard Kockelscheuer befinden werden. Der angrenzende Parkplatz mit 200 Stellplätzen wird unter anderem den Offiziellen, den Rettungsdiensten und der Presse zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollen dort Veranstaltungen, wie etwa Konzerte, für bis zu 15.000 Personen organisiert werden. In einem LW-Interview hatte der Direktor des Luxembourg City Tourist Office (LCTO), Tom Bellion, bereits in Erwägung gezogen das 30. Jubiläum des Rock um Knuedler im Jahre 2020 dort zu feiern.

Darüber hinaus entsteht zwischen Cloche d'Or und Kockelscheuer ein Park & Ride-Parkplatz mit 1.981 Stellplätzen. Dieser wird jedoch erst von der Straßenbauverwaltung realisiert, wenn die Arbeiten an der Route d'Esch und am Boulevard Kockelscheuer abgeschlossen sind.


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