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Staatsvisite in Österreich: Kultur, Geschichte und Wirtschaft
Lokales 18 2 Min. 17.04.2013

Staatsvisite in Österreich: Kultur, Geschichte und Wirtschaft

Der letzte Tag der Staatsvisite des großherzoglichen Paares stand ganz im Zeichen von kulturellen und historischen Besichtigungen.

(alex) - Der letzte Tag der Staatsvisite des großherzoglichen Paares stand ganz im Zeichen von kulturellen und historischen Besichtigungen. Um zehn Uhr wurden Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa von Erwin Pröll, Landeshauptmann Niederösterreichs, in der Stift Melk empfangen. Das 1739 fertiggestellte Kloster liegt rund 100 Kilometer von Wien entfernt und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Früher war Melk eine Tagesreise von Wien entfernt. Nach ihrer Ankunft speisten die Gäste im Prunksaal, der die Besucher noch heute mit seiner Decke "Trompe l'oeil" verblüfft.

Nach einem Abstecher im Prunksaal besichtigte das großherzogliche Paar die Bibliothek des Stifts. Sie umfasst zwōlf Rāume mit mehr als 100 000 Büchern aus den Bereichen Recht, Wissenschaften, Theologie und Philosophie.

Anschließend stand ein Orgelkonzert in der Stiftskirche des Klosters auf dem Programm. Die Orgel hat über 3000 Pfeifen mit einer Länge zwischen wenigen Zentimetern und fünf Metern. Der über 80-jährige Pater Bruno spielt regelmäßig Konzerte für die Scharen Touristen, die das Kloster täglich besuchen. Im Stift Melk leben noch 15 Mönche. Die Räumlichkeiten beherbergen zudem ein Gymnasium, das 900 Schüler und Schülerinnen zāhlt.

Nach der prunkvollen Besichtigung der Stift Melk gab es einen Dekorwechsel: Das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen stand auf dem Programm. Dort wurde das großherzogliche Paar von Josef Pühringer, Landeshauptmann Oberōsterreichs, empfangen. Nach dem Ertōnen der "Heemecht" und der österrreichischen Nationalhymne legten Großherzog Henri und Bundespräsident Fischer Kränze bei dem Luxemburger Monument nieder. Das Steindenkmal in Form des Grossherzogtums wurde 1968 vom Luxemburger Komittee ehemaliger Häftlinge errichtet. Von den 176 Luxemburgern, die nach Mauthausen deportiert wurden, kamen 60 Häftlinge im Lager ums Leben.

Im Anschluss erklärte die Direktorin des "Mauthausen Memorials" Barbara Glück Großherzog Henri die Funktionsweise der sogenannten Todesstiege. Die Hāftlinge mussten schwere Granitblōcke über die 186 Stufen dieser unregelmāssigen Treppe schleppen. Dabei kamen zahlreiche Gefangene ums Leben oder wurden ermordet.

Großherzogin Maria Teresa unterhielt sich unterdessen mit Nicole Staudt-Steichen. Der Vater der Vizeprāsidentin des Luxemburger Kommittees war in Mauthausen inhaftiert. Danach besichtigte das großherzogliche Paar noch eine der bestehenden Baracken.

Zum Mittagessen führte die Reise weiter nach Linz, wo Großherzog Henri und Großherzogin Maria-Teresa im Stahlkonzern Voestalpine empfangen wurden.


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