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Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Amokfahrer
Lokales 15.07.2022
Trierer Amokprozess

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Amokfahrer

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 waren fünf Menschen getötet worden.
Trierer Amokprozess

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Amokfahrer

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 waren fünf Menschen getötet worden.
Foto: Harald Tittel/dpa
Lokales 15.07.2022
Trierer Amokprozess

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Amokfahrer

Der Trierer Amokprozess hat im August 2021 begonnen. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten.

(dpa/lrs) - Im Prozess um die tödliche Amokfahrt in Trier Ende 2020 hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert. Der Mann habe sich des fünffachen Mordes und des versuchten Mordes in 18 weiteren Fällen schuldig gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Eric Samel am Freitag in seinem Plädoyer am Landgericht Trier. Bei dieser ungewöhnlich „brutalen und grausamen Tat“ liege ein besondere Schwere der Schuld vor.

Wegen einer psychischen Erkrankung des Mannes beantragte die Staatsanwaltschaft zudem die Unterbringung des 52-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 waren fünf Menschen getötet worden: ein neun Wochen altes Baby, dessen Vater (45) und drei Frauen im Alter von 73, 52 und 25 Jahren. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und rund 300 traumatisierte Augenzeugen.

Prozess hat Mitte August 2021 begonnen

Der Angeklagte habe sein „Auto als Waffe“ eingesetzt, um „gezielt Jagd auf Passanten“ zu machen, sagte Samel. Das Ziel des Amokfahrer sei „maximale Zerstörung“ gewesen: Er habe die ganze Breite der Fußgängerzone genutzt, um mit seinem Geländewagen in hohem Tempo möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen. Die Opfer hätten „nicht einen Hauch der Chance“ gehabt. Er habe unermessliches Leid angerichtet.


ARCHIV - 01.12.2020, Rheinland-Pfalz, Trier: Polizistinnen und Polizisten sind nahe der Fußgängerzone im Einsatz, wo ein Autofahrer mehrere Menschen erfasst und getötet hat. Im Prozess um die Trierer Amokfahrt vor gut einem Jahr haben Opfer und Augenzeugen über das Erlebte und die Folgen berichtet. ( Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Opfer der Trierer Amokfahrt leiden unter psychischen Folgen
Das Trauma sitzt tief. Augenzeugen und Opfer der Amokfahrt in Trier schildern vor Gericht ihr Erlebtes. Die schreckliche Tat lässt etliche von ihnen nicht los.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer hatte Mitte August 2021 begonnen und ist derzeit bis 16. August terminiert. Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständiger leidet der Angeklagte an einer paranoiden Schizophrenie und ist vermindert schuldfähig. Er hat bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. 

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