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SREL-Affäre: „Nicht in Einzelheiten verheddern“
Lokales 19.02.2013 Aus unserem online-Archiv

SREL-Affäre: „Nicht in Einzelheiten verheddern“

Ab 14 Uhr wird der Geheimdienst-Untersuchungsausschuss den Ex-Agenten André Kemmer anhören.

SREL-Affäre: „Nicht in Einzelheiten verheddern“

Ab 14 Uhr wird der Geheimdienst-Untersuchungsausschuss den Ex-Agenten André Kemmer anhören.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 19.02.2013 Aus unserem online-Archiv

SREL-Affäre: „Nicht in Einzelheiten verheddern“

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Geheimdienst-Affäre hat am Dienstag André Kemmer einen weitereren ehemaliger Mitarbeiter des Nachrichtendiensts als Zeuge geladen. Im Brennpunkt: Der Lauschangriff auf den Premierminister.

(jm) - Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Geheimdienst-Affäre setzt am Dienstag ab 14 Uhr  seine Arbeiten fort; mit André Kemmer ist ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter des Nachrichtendiensts als Zeuge geladen, den die Abgeordneten unter anderem zum heimlich aufgezeichneten Gespräch zwischen Premier Juncker und dem ehemaligen SREL-Direktor Marco Mille befragen können.

Dass die Justiz diese Angelegenheit nicht weiter verfolgt, weil die Rechtssache verjährt ist, hat die „Chambre du conseil“ des Bezirksgerichts Luxemburg mittlerweile formal festgestellt, so dass die Enquete-Kommission sich der Sache annehmen kann, die für Ausschusspräsident Alex Bodry (LSAP) jedoch nur einen Nebenkriegsschauplatz darstellt.

Dass ein Geheimdienstchef ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten heimlich aufzeichnet, stelle mit Sicherheit einen Missstand dar, dem der Untersuchungsausschuss auf den Grund gehen müsse, sagte Bodry auf Nachfrage. Vom Kern der Affäre dürfe das sogenannte Uhren-Gespräch jedoch nicht ablenken: „Wir dürfen uns nicht in Einzelheiten verheddern.“ Offen bleibt demnach, ob die Abgeordneten die Zeugen Juncker und Mille ein weiteres Mal vorladen werden, oder ob sie sich mit schriftlichen Stellungnahmen zufrieden geben, wie sie an und für sich bei Gericht üblich sind.

Aufgrund der Aussagen der vergangenen Wochen werde man aber wahrscheinlich um die Anhörung des ehemaligen Personenschützers von Premier Juncker und späteren SREL-Mitarbeiters Roger Mandé nicht umhinkommen, so Alex Bodry.


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