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Springprozession : Mehr als 10.000 Pilger feiern in Echternach
Lokales 18 3 Min. 26.05.2015

Springprozession : Mehr als 10.000 Pilger feiern in Echternach

Die Teilnehmer der Prozession bewegen sich springend von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts.

Springprozession : Mehr als 10.000 Pilger feiern in Echternach

Die Teilnehmer der Prozession bewegen sich springend von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts.
Archivfoto:Guy Jallay
Lokales 18 3 Min. 26.05.2015

Springprozession : Mehr als 10.000 Pilger feiern in Echternach

10.275 Pilger haben sich an diesem Pfingstdienstag zur Springprozession in Echternach versammelt. Das sind gut 400 Teilnehmer mehr als noch im Vorjahr. 40 Pilgergruppen zogen durch die Straßen der Abteistadt.

(if) - Mehr als 10.000 Menschen haben dieses Jahr an der Echternacher  Springprozession am Pfingstdienstag teilgenommen. Traditionell pilgern jedes Jahr Tausende in die Abteistadt, um dem heiligen Willibrord (658-739 n. Chr.) ihre Ehre auszudrücken und mit anderen zu feiern.

Das Besondere daran: Die Teilnehmer der Prozession springen von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts. Der Willibrordus-Bauverein, der Organisator der Prozession, konnte dieses Jahr 10.275 Teilnehmer zählen; das sind gut 400 Menschen mehr als im Vorjahr.

7.715 Springer aus dem In- und Ausland, 1.470 Musikanten, 1.020 Beter und Sänger sowie 70 Prälaten und Begleiter zogen durch die Straßen der Abteistadt.  Das Wetter spielte dieses Jahr ebenfalls mit - auch wenn manch einer an diesem Tag die Sonne vermisste.

Trotz der kühlen Temperaturen waren wieder zahlreiche Schaulustige am Straßenrand entlang der Strecke präsent und feierten mit. Viele verfolgten die Prozession sitzend auf ihren Klappstühlen, manche schauten gespannt den Vorbeiziehenden vom Balkon ihrer Wohnung aus oder einfach auf der Terrasse eines Cafés sitzend zu.

Wie etwa die aus Echternach stammende Yolande Witry (46). „Für jeden, der in Echternach wohnt oder aus der Gegend stammt, gehört es einfach dazu, bei der Prozession dabei zu sein. Es ist eine Tradtion“, sagte die 46-Jährige, die seit vier Jahren in Foetz wohnt. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr sei sie immer mitgesprungen. Nun ziehe sie es aus gesundheitlichen Gründen vor, unter den Zuschauern zu bleiben. „Wenn die Gruppen an mir vorbeiziehen, mag ich eher der Musik zuhören als den Gruppen selbst zuschauen“, sagt Witry.

Begonnen hat die Pilgerzeremonie am Dienstag schon in aller Frühe: Um 5.15 Uhr trafen die Teilnehmer der nächtlichen Route-Echternach-Sternwallfahrt ein; anschließend nahmen sie an einer Messe teil. Nach einer Gemeinschaftsmesse in der Krypta der Basilika und jener für die deutsche Pfarreiengemeinschaft Schweich wurden um 7.30 Uhr traditionsgemäß die Pilger aus der deutschen Region Groß-Prüm und der Gemeinde Waxweiler empfangen. Die Pilger wurden in geschlossener Prozession zur Basilika geleitet.

Pilger aus Groß-Prüm und Waxweiler sind in den frühen Morgenstunden aufgebrochen und wurden  um 7.30 Uhr in Echternach begrüßt.
Pilger aus Groß-Prüm und Waxweiler sind in den frühen Morgenstunden aufgebrochen und wurden um 7.30 Uhr in Echternach begrüßt.
Foto: Fred Schaaf

"Zeichen der Hoffnung" und die Identität der Luxemburger Kirche

Gegen acht Uhr morgens fand dann die Pontifikalzelebration in der rappelvollen Kirche statt. Während die Springer und die Musikvereine sich anschließend für die Teilnahme an der Prozession im Ehren- und Abteihof aufstellten, begrüßte Erzbischof Jean-Claude Hollerich in seiner feierlichen Ansprache die Pilger und die zahlreichen Geistlichen, die dieses Jahr an der Prozession teilnahmen.

Unter den rund 30 kirchlichen Würdenträgern befanden sich dieses Jahr erstmals Mgr. Christo Proykov, Apostolischer Exarch von Sofia, und der belgische Metropolit, Mgr. Athénagoras Peckstadt. In seiner Rede in vier Sprachen auf der Treppe am Haupteingang des Lyzeums sprach das Oberhaupt der katholischen Kirche Luxemburgs von der Bedeutung der Springprozession als „Zeichen der Hoffnung“ und bezeichnete die Pilger als „Zeugen des Glaubens an die Auferstehung Jesu Christi“. „Wir, die hier springen, wissen, dass es um die Identität und die Zukunft der Luxemburger Kirche geht“, betonte der Erzbischof. 

Die eigentliche Springprozession begann dann gegen 9.30 Uhr, den Abschluss bildete nach dem Eintreffen der letzten Pilgergruppen die Schlussandacht in der Basilika gegen 13 Uhr. 

Rund 10.000 Pilger beteiligen sich alljährlich an der seit 2010 unter Unesco-Schutz stehenden Prozession, darunter bis zu 8.000 Springer.






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