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Springend und betend durch Echternach
Lokales 51 1 2 Min. 11.06.2019

Springend und betend durch Echternach

Tausende Pilger versammelten sich im Abteihof, um durch die Altstadt zu ziehen.

Springend und betend durch Echternach

Tausende Pilger versammelten sich im Abteihof, um durch die Altstadt zu ziehen.
Foto: Volker Bingenheimer
Lokales 51 1 2 Min. 11.06.2019

Springend und betend durch Echternach

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Tausende Pilger zogen am Dienstagmorgen durch die Straßen von Echternach. Obwohl erstmals der Pfingstdienstag ein Schultag war, nahmen viele Kinder und Jugendliche an der Springprozession teil.

Tausende Pilger sind am Dienstagmorgen durch die Straßen von Echternach gezogen. Obwohl der Pfingstdienstag erstmals ein Schultag war, nahmen viele Kinder und Jugendliche an der Springprozession teil.


Mariendall, Marienthal, Herbst, Automne, Hierscht, Foto Lex Kleren
Unter dem Schutz der Unesco
Die Altstadt Luxemburgs, die Fotoausstellung „Family of Man“ in Clerf und die Echternacher Springprozession gehören zum Welterbe. Doch was diese Ernennung mit sich bringt, ist kaum jemandem bekannt.

Bei herrlichem Sonnenschein hatten sich die Springer, Beter und Musikgruppen um 9 Uhr im Abteihof aufgestellt, um auf dem gut einen Kilometer langen Weg durch die Altstadt von Echternach zu ziehen. Neben den Einzelpilgern, Vereinen, Gruppen und Pfarreien aus Luxemburg waren auch viele Pilger aus dem Bistum Trier, aus Lothringen sowie aus den Niederlanden und Belgien gekommen. Nach Bistumsangaben waren es in diesem Jahr 10.200 Teilnehmer, über 1000 mehr als im vorigen Jahr.

In Begleitung von Musikern zogen die 39 Gruppen weiß und schwarz gekleidet mit den traditionellen Tanzschritten bis vor die Basilika.

Auch mehrere Tausend Zuschauer verfolgten die Springprozession, die seit 2010 zum immateriellen Kulturerbe gehört. Die Entstehung der Prozession reicht bis ins Mittelalter zurück. Die Pilger verehren den Heiligen Willibrord (658-739), der von dem von ihm gegründeten Kloster Echternach aus Missionsreisen unternahm.

"Dafür großen Respekt!"

In seiner Ansprache richtete Erzbischof Mgr. Jean-Claude Hollerich das Wort an die jungen Teilnehmer der Springprozession. "Es ist mir eine große Freude, die vielen Schüler hier zu sehen", sagte er. "Ihr alle habt euch für diesen Tag freigenommen. Dafür großen Respekt!" Damit sprach Erzbischof Hollerich die Tatsache an, dass der Pfingstdienstag zum ersten Mal nicht in die Schulferien fiel.


Springprozession,Echternach,Foto:Gerry Huberty
Springprozession: Einbußen bei jungen Teilnehmern befürchtet
Wenn in diesem Jahr am 11. Juni die Springer und Beter über die Plätze und durch die Gassen von Echternach ziehen, wird etwas anders sein als bisher. Zum ersten Mal ist der Pfingstdienstag kein landesweit schulfreier Tag mehr.

Schüler, die bei der Springprozession mitmachen wollten, mussten die Schule darüber informieren. Befürchtungen, dass aufgrund der neuen Ferienregelung weniger Schüler mitspringen würden, bestätigten sich nicht. Im Gegenteil: In diesem Jahr waren sogar noch mehr Kinder und Jugendliche in den Reihen der Pilger zu sehen. Erzbischof Mgr. Hollerich ging zudem auf die Schülerdemonstrationen gegen den Klimawandel ein und meinte, es sei Aufgabe der älteren Generationen, ihren Lebensstil zu ändern.

An alle Teilnehmer gerichtet, sagte Mgr. Jean-Claude Hollerich, die Springprozession mit ihrer Musik und den Tanzschritten sei Ausdruck der Freude am Glauben. Er rief den versammelten Pilgern zu: “Den katholischen Glauben zu haben, bedeutet, ein froher Mensch zu sein. Lasst euch diese Freude nicht nehmen!”

Viele geistliche Würdenträger

Den Auftakt der Sprinprozession bildete die Pontifikalkonzelebration in der Basilika, präsidiert von Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Erzbischof Mgr. Jean-Claude Hollerich und sein Vorgänger Mgr. Fernand Franck konzelebrierten die Messe im Beisein von vielen geistlichen Würdenträgern aus den Nachbarländern und dem europäischen Ausland.

Die 1,1 Kilometer lange Strecke durch die Altstadt endete in der Basilika, wo die Gruppen in der Krypta am Grab des Heiligen Willibrord vorbeigingen. Im Abteihof löste sich die Prozession dann auf.



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