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Engpass bei Krankenbetten
Lokales 26.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Spitalplan

Engpass bei Krankenbetten

Saisonal bedingt oder doch strukturell? Bei Krankenhausbetten kann es schon mal eng werden.
Spitalplan

Engpass bei Krankenbetten

Saisonal bedingt oder doch strukturell? Bei Krankenhausbetten kann es schon mal eng werden.
Foto: Pierre Matge
Lokales 26.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Spitalplan

Engpass bei Krankenbetten

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Fehlt es an Betten in unseren Krankenhäusern? Eine parlamentarische Anfrage wirft diese Problematik auf und verweist auf konkrete Erfahrungen von Patienten.

(jag) - Mit dem Spitalplan soll die Zahl der Akutbetten von 2.164 im Jahre 2009 auf 2.071 im Jahre 2017 gekürzt werden. Der Gesundheitsbereich soll dadurch effizienter werden. Hat dieser Sparwille nun dazu geführt, dass in unseren Krankenhäusern Betten fehlen? Die CSV-Abgeordneten Martine Stein-Mergen und Laurent Zeimet legen das in ihrer parlamentarischen Anfrage nahe. Es gebe demnach konkrete Fälle , in denen Patienten nach einer Notbehandlung wieder nach Haus geschickt worden seien. Dies obwohl sie besser eine Nacht im Krankenhaus verbracht hätten.

Saisonales Phänomen

Im Schnitt liegt die Auslastung der Betten bei 70 Prozent. „Es handelt sich hier eindeutig um einen saisonalen Effekt“, so Monique Birkel, Direktionsmitglied im CHL. „Das Phänomen existiert und taucht jedes Jahr wieder auf, manchmal stärker, manchmal weniger stark.“ Monique Birkel macht die vielen Erkrankungen bei Kindern, die Grippewellen und die Stürze wegen Glatteis für den Ansturm verantwortlich. „Dann sind wir auch mal überbelegt und müssen ein Bett mehr als vorgesehen in ein Zimmer schieben. Auf medizinische Hilfe musste deshalb aber noch niemand verzichten“.

Es kann mal eng werden

Weniger Betten, das ist ein erklärtes politische Ziel um den Gesundheitsbereich effizienter zu gestalten. Dabei kann es dann auch mal eng werden. Voraussetzung für weniger Betten war das Einführen des sogenannten „virage ambulatoire“: Patienten sollen insgesamt weniger Zeit im Krankenhaus verbringen, z. B. vor Operationen oder bei kleineren Eingriffe und Analysen.

Einige Beobachter vermuten, dass dieses System noch nicht effizient genug wäre. René Pizzaferri, Präsident der Patientenvereinigung, kennt das Problem seit langem: „Wir bräuchten eine zentrale Stelle für die gesamte Bettenverwaltung, dann würden solche Engpässe vermieden. Aber Ärzte sind halt Freiberufler, die ihre Kunden brauchen.“ Und manche Kunden würden auch heimgeschickt, weil sie eben einfach kein Notfall sind.


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