Spendenaktion in Luxemburg
Solidaritätswelle mit den Opfern der Waldbrände
(lb) - Die portugiesische Gemeinschaft in Luxemburg schließt sich den Opfern der verheerenden Waldbränden in Portugal an: Bereits am Sonntag wurde die Facebook-Gruppe
"Solidarite Luxembourg-Portugal Aide Aux Pompiers Et Victimes Des Incendies", gegründet, die gemeinsam mit
"Ajuda a Portugal" am Montag ihre erste Spendenaktion startete. Des Weiteren wurde die
Bewegung "Luxemburgo ajuda Pedrógão Grande" von mehreren Vereinigungen, darunter der "Confédération de la communauté portugaise au Luxembourg" und "Rancho provincias de Portugal" gegründet. Nach Informationen des "Contacto" wollen sich alle zusammenschließen um ihre Kräfte zu bündeln.
"Meine Cousins sind zurzeit in Portugal als Feuerwehrmänner im Einsatz, um den Brand zu löschen" erklärt Maggy Almeifa, Mitgründerin von "Solidarite Luxembourg-Portugal Aide Aux Pompiers Et Victimes Des Incendies". "Sie berichteten mir über die Zustände und über das ganze Material, das sie jetzt in der Region benötigen. Die Situation ist sehr komplex und sehr gefährlich." Inzwischen sind auch Feuer in dem Heimatdorf der Familie der jungen Frau ausgebrochen, die in Luxemburg lebt.
Keine Nahrungsmittel
Der geplante Transport von Nahrungsmitteln wurde allerdings schnell
aufgegeben. Die Initiativen stehen in Kontakt mit der Spendezentrale in
Pedrógão Grande und den dortigen
Feuerwehrleuten und wollen ihnen jenes Material schicken, das sie am
dringendsten benötigen: "Mittlerweile brauchen sie keine Nahrung und
Wasser mehr. Hier konnte die portugiesische Bevölkerung den Opfern
helfen",
erklärt
Maggy Almeifa. "Jetzt werden Decken, Bettlaken,
und Medikamente gebraucht, darunter vor allem Cremes gegen Brandwunden
aber auch Pflaster und Kompressen. Hinzu kommen Kinderkleider, Schnuller
und Saugfläschchen für Babys."
Auch den Feuerwehrleuten will die Initiative helfen. "Die Feuerwehr ist in Portugal ganz anders ausgestattet, um gegen die Flammen anzukämpfen als hier. Wir haben viel besseres Material. Ich habe bereits mit mehreren Feuerwehrwachen in Luxemburg Kontakt aufgenommen, um möglicherweise Material nach Portugal zu schicken", erklärt die junge Frau."Bisher waren alle sehr hilfreich und warten auf die Liste des Materials, das gebraucht wird. Diese soll uns heute noch übermittelt werden."
Am Dienstag hatten sich
in den sozialen Netzwerken
bereits mehr als 1.000 Menschen den beiden Gruppen angeschlossen und
erste Spenden an einem der 15 Sammelpunkten abgegeben, darunter in
Luxemburg-Hollerich, Luxemburg-Beggen, Diekirch, Grosbous, Ehnen,
Biwingen, Bergem, Kayl, Esch/Alzette, Düdelingen und Differdingen.
Mehrere Sammelpunkte wurden kurzfristig in Cafés, Restaurants oder
Einkaufzentren errichtet.
Materielle oder finanzielle Spenden?
Der von Caritas Luxemburg gestartete Spendenaufruf beschränkt sich seinerseits auf finanzielle Hilfe. "Wir wissen aus Erfahrung, dass es sehr schwer ist, Kleider oder Nahrungsmittel jetzt schnell nach Portugal zu befördern. Die Menschen brauchen das jetzt innerhalb weniger Tage und nicht erst in drei Wochen", so
Michael Feit,
Direktor der internationalen Kooperation der Caritas.
Dennoch findet er: "Die Motivation der Initiative auf Facebook ist beachtlich. Die Gründer dieser Initiative haben sich sehr schnell eingeteilt und gut organisiert und wir haben ihnen angeboten, Anrufe von Menschen an sie weiterzuleiten, die sich bei uns melden und sich mit materiellen Spenden beteiligen möchten."
Spenden anstatt von Koffer
Die portugiesische Gemeinschaft konnte den Transport der materiellen Spenden nach Portugal
in nur wenigen Tagen
organisieren. "Viele Urlauber aus Luxemburg lassen sich im Sommer ihre Koffer mit der Post nach Portugal schicken", so
Maggy Almeifa. Deshalb gebe es viele portugiesische Transportfirmen, die ohnehin vorgesehen hätten, die Strecke Luxemburg-Portugal abzudecken. Am Dienstagnachmittag hatte die Gemeinschaft bereits die Zusage von unterschiedlichen privaten Transportfirmen, die sich bereit erklärten, die materiellen Spenden in Luxemburg in insgesamt drei großen Lastwagen abzuholen und nach Portugal zu fahren.
Die Waldbrände in Portugal hatten am Wochenende bereits über 60 Todesopfer gefordert. Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer durch einen Blitzschlag verursacht wurde. Das Feuer war auch am Dienstag noch nicht unter Kontrolle.
