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Spendenaktion in Luxemburg: Solidaritätswelle mit den Opfern der Waldbrände
Lokales 3 Min. 20.06.2017

Spendenaktion in Luxemburg: Solidaritätswelle mit den Opfern der Waldbrände

Die Waldbrände in Portugal hatten am Wochenende bereits über 60 Todesopfer gefordert.

Spendenaktion in Luxemburg: Solidaritätswelle mit den Opfern der Waldbrände

Die Waldbrände in Portugal hatten am Wochenende bereits über 60 Todesopfer gefordert.
REUTERS
Lokales 3 Min. 20.06.2017

Spendenaktion in Luxemburg: Solidaritätswelle mit den Opfern der Waldbrände

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Die portugiesische Gemeinschaft in Luxemburg hat am Montag über Facebook eine Spendeaktion gestartet, um den Opfern und der Feuerwehr in Portugal zu helfen, wo seit Samstag mehr als 60 Menschen ums Leben kamen.

(lb) - Die portugiesische Gemeinschaft in Luxemburg schließt sich den Opfern der verheerenden Waldbränden in Portugal an: Bereits am Sonntag wurde die Facebook-Gruppe "Solidarite Luxembourg-Portugal Aide Aux Pompiers Et Victimes Des Incendies", gegründet, die gemeinsam mit "Ajuda a Portugal" am Montag ihre erste Spendenaktion startete. Des Weiteren wurde die Bewegung "Luxemburgo ajuda Pedrógão Grande" von mehreren Vereinigungen, darunter der "Confédération de la communauté portugaise au Luxembourg" und "Rancho provincias de Portugal" gegründet. Nach Informationen des "Contacto" wollen sich alle zusammenschließen um ihre Kräfte zu bündeln.

"Meine Cousins sind zurzeit in Portugal als Feuerwehrmänner im Einsatz, um den Brand zu löschen" erklärt Maggy Almeifa, Mitgründerin von "Solidarite Luxembourg-Portugal Aide Aux Pompiers Et Victimes Des Incendies". "Sie berichteten mir über die Zustände und über das ganze Material, das sie jetzt in der Region benötigen. Die Situation ist sehr komplex und sehr gefährlich." Inzwischen sind auch Feuer in dem Heimatdorf der Familie der jungen Frau ausgebrochen, die in Luxemburg lebt.

Keine Nahrungsmittel

Der geplante Transport von Nahrungsmitteln wurde allerdings schnell aufgegeben. Die Initiativen stehen in Kontakt mit der Spendezentrale in Pedrógão Grande und den dortigen Feuerwehrleuten und wollen ihnen jenes Material schicken, das sie am dringendsten benötigen: "Mittlerweile brauchen sie keine Nahrung und Wasser mehr. Hier konnte die portugiesische Bevölkerung den Opfern helfen", erklärt Maggy Almeifa. "Jetzt werden Decken, Bettlaken, und Medikamente gebraucht, darunter vor allem Cremes gegen Brandwunden aber auch Pflaster und Kompressen. Hinzu kommen Kinderkleider, Schnuller und Saugfläschchen für Babys."

Die Aufnahmen der Nasa zeigen jene Orte, an denen in den vergangenen Tagen Feuer ausbrachen.
Die Aufnahmen der Nasa zeigen jene Orte, an denen in den vergangenen Tagen Feuer ausbrachen.
NASA Earth Observatory image by Jesse Allen

Auch den Feuerwehrleuten will die Initiative helfen. "Die Feuerwehr ist in Portugal ganz anders ausgestattet, um gegen die Flammen anzukämpfen als hier. Wir haben viel besseres Material. Ich habe bereits mit mehreren Feuerwehrwachen in Luxemburg Kontakt aufgenommen, um möglicherweise Material nach Portugal zu schicken", erklärt die junge Frau."Bisher waren alle sehr hilfreich und warten auf die Liste des Materials, das gebraucht wird. Diese soll uns heute noch übermittelt werden."

Am Dienstag hatten sich in den sozialen Netzwerken bereits mehr als 1.000 Menschen den beiden Gruppen angeschlossen und erste Spenden an einem der 15 Sammelpunkten abgegeben, darunter in Luxemburg-Hollerich, Luxemburg-Beggen, Diekirch, Grosbous, Ehnen, Biwingen, Bergem, Kayl, Esch/Alzette, Düdelingen und Differdingen. Mehrere Sammelpunkte wurden kurzfristig in Cafés, Restaurants oder Einkaufzentren errichtet.

Materielle oder finanzielle Spenden?

Der von Caritas Luxemburg gestartete Spendenaufruf beschränkt sich seinerseits auf finanzielle Hilfe. "Wir wissen aus Erfahrung, dass es sehr schwer ist, Kleider oder Nahrungsmittel jetzt schnell nach Portugal zu befördern. Die Menschen brauchen das jetzt innerhalb weniger Tage und nicht erst in drei Wochen", so Michael Feit,  Direktor der internationalen Kooperation der Caritas.

Dennoch findet er: "Die Motivation der Initiative auf Facebook ist beachtlich. Die Gründer dieser Initiative haben sich sehr schnell eingeteilt und gut organisiert und wir haben ihnen angeboten, Anrufe von Menschen an sie weiterzuleiten, die sich bei uns melden und sich mit materiellen Spenden beteiligen möchten."

Spenden anstatt von Koffer

Die portugiesische Gemeinschaft konnte den Transport der materiellen Spenden nach Portugal in nur wenigen Tagen organisieren. "Viele Urlauber aus Luxemburg lassen sich im Sommer ihre Koffer mit der Post nach Portugal schicken", so Maggy Almeifa. Deshalb gebe es viele portugiesische Transportfirmen, die ohnehin vorgesehen hätten, die Strecke Luxemburg-Portugal abzudecken. Am Dienstagnachmittag hatte die Gemeinschaft bereits die Zusage von unterschiedlichen privaten Transportfirmen, die sich bereit erklärten, die materiellen Spenden in Luxemburg in insgesamt drei großen Lastwagen abzuholen und nach Portugal zu fahren.

Die Waldbrände in Portugal hatten am Wochenende bereits über 60 Todesopfer gefordert. Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer durch einen Blitzschlag verursacht wurde.  Das Feuer war auch am Dienstag noch nicht unter Kontrolle.




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