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Spatenstich zum Tunnel Stafelter
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Spatenstich zum Tunnel Stafelter

Blick auf das Südportal des Tunnels „Stafelter“: Der Startschuss für die eigentlichen Grabungen erfolgt am heutigen 18. Februar.

Spatenstich zum Tunnel Stafelter

Blick auf das Südportal des Tunnels „Stafelter“: Der Startschuss für die eigentlichen Grabungen erfolgt am heutigen 18. Februar.
Nico Muller
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Spatenstich zum Tunnel Stafelter

Es bleibt noch manches zu tun, bis die Nordstraße fertiggestellt ist. Doch langsam, aber sicher wird sich die Lücke zwischen Lorentzweiler und Waldhof schließen. Für das letzte bedeutende noch zu realisierende Element, den Tunnel „Stafelter“, erfolgte am Mittwochnachmittag der Spatenstich.

von Nico Müller

Es bleibt noch manches zu tun, bis die Nordstraße fertiggestellt ist. Doch langsam, aber sicher wird sich die Lücke zwischen Lorentzweiler und Waldhof schließen. Für das letzte bedeutende noch zu realisierende Element, den Tunnel „Stafelter“, erfolgte am Mittwochnachmittag der Spatenstich.

Anfang September hatten die Arbeiten an der Baustelleneinrichtung für die 1 850 Meter lange Doppelröhre begonnen. Nach dem offiziellen Spatenstich werden die eigentlichen Grabungsarbeiten dann am 18. März in Angriff genommen. Da aus logistischen beziehungsweise Platzgründen nur ab dem Südportal in Waldhof in nördliche Richtung gegraben werden kann, dauern die Arbeiten doppelt so lange wie im Fall von vier „Fronts d'attaque“, wie dies z. B. beim Tunnel „Grouft“ der Fall war. Allerdings werden die ersten 200 Meter ab dem Nordportal aus topologischen Gründen im Tagebau realisiert.

Der Tunnel verbindet den Verteiler an der Echternacher Straße in Waldhof mit dem „Haeschtreferbierg“ am Ort genannt „Maegrondt“. Ab den beiden Portalen steigt die Fahrbahn jeweils um maximal 0,5 Prozent bis ungefähr in die Mitte des Bauwerks, das übrigens geradeaus verläuft, also ohne Kurve auskommt.

Kreuzung der CR 125 und 126 auf dem „Stafelter“: Hier entsteht das Nordportal der Doppelröhre.
Kreuzung der CR 125 und 126 auf dem „Stafelter“: Hier entsteht das Nordportal der Doppelröhre.
Nico Muller

Alle 270 m ein Rettungsstollen

Der Tunnel verläuft zwischen einem Minimum von einem Meter an den Eingängen und einem Maximum von rund 15 Metern im weiteren Verlauf unter der Oberfläche, die praktisch nur von Wald bedeckt ist. Die Trasse folgt dabei auf einer Länge von 700 Metern der des CR 126 und führt ungefähr in seiner Mitte nur fünf Meter unter der Kreuzung „Stafelter“ hindurch. Die Achsen-Distanz der beiden Röhren variiert zwischen 16 und 25 Metern.

Insgesamt sechs Querstollen (alle 270 Meter) verbinden die beiden Röhren miteinander. Zwei davon werden so ausgelegt sein, dass sie bei Notfällen auch von Rettungsfahrzeugen befahren werden können. Außerdem wird dort auch elektro-mechanisches Gerät installiert. Darüber hinaus wird in Höhe der „Maison Stafelter“ am CR 119 ein Notausgang ins Freie gebaut, da die Topografie des Geländes an diesem Punkt sehr günstig dafür ist. Neben den sechs Fluchtausgängen werden alle 90 Meter auch SOS-Nischen mit Telefon und automatischen Feuerlöschern eingerichtet.

Der Tunnel führt ausschließlich durch Sandstein. In der Regel werden die Gesteinsmassen losgesprengt und nicht mit schwerem Gerät losgelöst. Im Total werden es rund 300 000 Kubikmeter Gestein sein, die aus dem Berg geholt werden müssen. Beeindruckend ist auch das Volumen an Beton, das im „Stafelter“ verarbeitet wird: Insgesamt 59 600 Kubikmeter. Für die Abdichtung gegen Feuchtigkeit werden nicht weniger als 79 170 m2 Folie verlegt.

Die Bauzeit für die Doppelröhre, die ohne Sicherheitseinrichtungen rund 101,5 Mio. Euro kosten wird, wird mit 48 Monaten angegeben. Dieser Zeitraum wird aber nur eingehalten werden können, wenn der „Gréngewald“ keine Überraschungen für die Ingenieure bereithält. Sechs Monate davon sind jetzt bereits mit der Vorbereitung der Baustelle verstrichen. Die Grabungs- bzw. Betonierungsarbeiten werden 34 Monate in Anspruch nehmen und die Installierung der Sicherheitseinrichtungen, die denen der anderen drei großen Tunnels hierzulande, „Markusbierg“ (1 575 m), „Gousselerbierg“ (2 695 m) und „Grouft“ (2 966 m) gleichkommen, dann noch einmal acht.

Mit der Fertigstellung wird derzeit also in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 gerechnet. Gleichzeitig werden dann auch der sich noch im Bau befindliche Tunnel „Grouft“ und das 2 775 Meter lange Teilstück auf dem „Haeschtreferbierg“ befahrbar sein und somit die ganze Nordstraße für den Verkehr freigegeben werden können.

Bereits 33 Jahre...

Wenn man berücksichtigt, dass bereits 1979 erste Arbeiten am nördlichen Teil der Nordstraße, die ja am Verteilerkreis Grünewald auf Kirchberg beginnt und auf „Fridhaff“ oberhalb von Diekirch/Ettelbrück endet, getätigt wurden, werden also 33 Jahre ins Land gegangen sein, bis die wichtige 33,3 Kilometer lange Nord-Süd-Autobahn durchgehend befahrbar ist.