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Soziale Netzwerke : Der tägliche Hass im Internet

Soziale Netzwerke : Der tägliche Hass im Internet

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 21.10.2016

Soziale Netzwerke : Der tägliche Hass im Internet

Maxime LEMMER
Volksverhetzung, Rassismus oder Aufruf zum Mord: Die Zahl der Hetzkommentare im Internet nimmt zu. Lesen Sie hier, wie man sich dagegen wehrt.

(ml)- Das Internet enthemmt: Die vermeintlich sozialen Netzwerke werden zunehmend mit Hass-Kommentaren überflutet. Experten gelangen zu dem Schluss, dass der dort verbreitete Hass mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt. 

Hierzulande gibt es zwar keinen juristischen Begriff für Hasskommentare. Dennoch ist das Internet keine rechtsfreie Zone. Immer wieder haben Aussagen, die in Verbindung mit Rassismus, Diskriminierung, Aufruf zu Gewalt oder Revisionismus stehen und im Netz verbreitet werden, gerichtliche Folgen. Nutzer, die die Grenze überschreiten, riskieren laut Artikel 454 des Strafgesetzbuches eine Hafttrafe zwischen acht Tagen und zwei Jahren sowie eine Geldstrafe.

Ausländerfeindliche Hetze

2013 mussten sich vier Luxemburger, die rassistische Äußerungen auf Facebook verbreitet hatten, wegen Aufruf zum Hass vor Gericht verantworten. Im April dieses Jahres wurde Daniel Schmitz zu einer Haftstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt, weil er auf einer Facebook-Seite ausländerfeindliche Hetze betrieben hatte.

Ein Facebook-Nutzer, der wenige Tage vor dem Referendum Premier Xavier Bettel beleidigt und sogar Morddrohungen gegen ihn ausgesprochen hatte, wurde im November vergangenen Jahres zu 15 Monaten Haft verurteilt. Dies sind nur einige Beispiele die belegen, dass das Phänomen auch in Luxemburg grassiert. 

Um gegen den Hass im Internet vorzugehen, startet BeeSecure nun eine Kampagne,  die unter dem Motto "Share respect- stop online Hate Speech" steht. Ziel ist es, den Opfern von Hass-Posts zu helfen. Die Kampagne richtet sich sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an Eltern und Erzieher.

25 Fälle an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergeleitet

Personen, die auf illegalen Inhalt im Internet stoßen oder selbst Opfer von Hasskommentaren sind, können anonym die Stopline von bee-secure.lu aufrufen. Allein in diesem Jahr wurden der Webseite zwischen Januar und September 69 Fälle gemeldet, sagt Georges Knell, Diplom Psychologe beim Kanner- a Jugendtelefon, Partner der Initiative BeeSecure.

Nach einer Überprüfung wurden 25 Fälle an die Polizei und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Im vergangenen Jahr gingen bei Stopline 309 Meldungen ein, ein Großteil davon während den Monate August und September, als die erste Flüchtlingswelle Luxemburg erreichte. Im Jahr zuvor waren lediglich 28 Fälle gemeldet worden.

Was tun wenn man Opfer von Hass im Netz ist?

Entdeckt man im Internet Kommentare, die sich gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen richten, hat man mehrere Optionen. Es besteht die Möglichkeit, den Betreiber der Internetplattform über den vermeintlich illegalen Inhalt in Kenntnis zu setzen. Zudem stehen Stopline und die Helpline von BeeSecure mit Rat und Tat zur Seite.

Georges Knell bringt noch eine dritte Variante ins Spiel. Oft fühlen sich Opfer von mit Hass getränkten Botschaften alleine. Deshalb sei es wichtig gegen Falschmeldungen vorzugehen, indem man sie mit Fakten widerlegt, unterstreicht der Diplom-Psychologe. Beispiele, wie man Falschmeldungen mit Argumenten widerlegt, findet man auf der Webseite LinkingLuxembourg.

Personen, die persönlich von Cybermobbing oder Hate Speech betroffen sind, sollten sich unbedingt Hilfe suchen und mit Vertrauenspersonen (Eltern, Erzieher, Freunde oder Bekannte) darüber sprechen. Je nach der Schwere des Falles sollten die Betroffenen eine Klage bei der Polizei einreichen. Um später alles nachweisen zu können, sollte man darauf achten, sofort einen Screenshot zu erstellen.

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