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Sorgen an Weihnachten: SOS Détresse: Offenes Ohr bei Einsamkeit und Co.
Wer an den Feiertagen einsam ist, findet bei SOS Détresse neutrale Gesprächspartner.

Sorgen an Weihnachten: SOS Détresse: Offenes Ohr bei Einsamkeit und Co.

Foto: Serge Waldbillig
Wer an den Feiertagen einsam ist, findet bei SOS Détresse neutrale Gesprächspartner.
Lokales 3 Min. 24.12.2015

Sorgen an Weihnachten: SOS Détresse: Offenes Ohr bei Einsamkeit und Co.

Weihnachten steht vor der Tür, doch nicht jeder freut sich. Einige Menschen fühlen sich besonders einsam, andere kommen aufgrund ungelöster Konflikte nicht zur Ruhe. Unter der Nummer 45 45 45 finden sie bei den Mitarbeitern von SOS Détresse ein offenes Ohr.

(SH) - Weihnachten steht vor der Tür, doch nicht jeder freut sich auf die Tage, an denen das Zusammenkommen mit der Familie traditionell im Mittelpunkt steht. Einige Menschen fühlen sich an den Festtagen besonders einsam, leiden unter dem Verlust einer geschätzten Person, andere kommen aufgrund ungelöster Konflikte nicht zur Ruhe. Unter der Nummer 45 45 45 finden sie bei den Mitarbeitern von SOS Détresse ein offenes Ohr, dies täglich von 11 bis 23 Uhr, an Wochenenden zusätzlich von 23 bis 7 Uhr – lediglich an Heiligabend funktioniert die Hotline nur bis 19 Uhr.

„Weihnachten wird bei uns stets bereits ab Oktober oder November ein Thema“, erklärt Marcelle Walch, Direktionsbeauftragte von SOS Détresse. „Die Leute, die bei uns anrufen, machen sich Gedanken darüber, wie sie die Weihnachtszeit verbringen sollen.“

Probleme ernst nehmen

Sorgen bereiten den Anrufern zum einen ungelöste Konflikte – und das Risiko einer möglichen Eskalation am Festtag –, zum anderen Isolation und Einsamkeit. „An 
den Feiertagen fühlen sich diese Menschen besonders alleine. Sie wünschen sich, Teil einer Gemeinschaft zu sein, doch es gibt keine solche in ihrem Umfeld“, so Walch.

Vor allem ältere Leute, Menschen bei denen mehrere Faktoren zusammenkommen, und Personen, die psychisch krank oder suchtgefährdet sind, seien betroffen. „Vieles hängt davon ab, wie gut diese Menschen in ein Netz eingebunden sind. Denn oft gehören sie nicht mehr ganz zur Gesellschaft“, weiß Walch und lobt Initiativen wie jene der Amiperas, die ältere Menschen in der vorweihnachtlichen Zeit zusammenbringt. „Eigentlich sind Heiligabend und Weihnachten Tage wie jede andere auch. Aber im Kopf der meisten Menschen sind es besondere Tage, die dann auch besonders schön sein sollen“, so Walch.

Menschen, denen es an den Feiertagen nicht gut geht, suchen oft einen Gesprächspartner, der nicht aus dem privaten Umfeld stammt und sie ernst nimmt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von SOS Détresse bieten diesen Service an.

Mindestens zwölf Stunden am Tag

Seit dem 15. Oktober ist die Hotline (45 45 45) jeden Tag während zwölf Stunden erreichbar, am Wochenende sogar noch länger. Zudem bietet SOS Détresse eine Mail-Beratung an. Ab Januar können die Fragen in sechs Sprachen (Luxemburgisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch) gestellt werden.

„Unser Telefon war oft besetzt. Die Telefonbereitschaft von acht auf zwölf Stunden zu erhöhen, war die richtige Entscheidung. Wir haben gemerkt, dass dies sehr schnell genutzt wurde“, erklärt Walch: „Tagsüber suchen Menschen, die krank sind oder nicht in die Arbeitsprozesse integriert sind, unsere Hilfe. Abends sind die Mitarbeiter nun vermehrt für jene Leute erreichbar, die tagsüber gearbeitet haben oder sich um ihre Kinder kümmern mussten.“

Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht

Derzeit wird die Bereitschaft von jenen Mitarbeitern gewährleistet, die bereits vor Oktober die Anrufe entgegengenommen haben. Jene 15 Personen, die sich nach einem Aufruf im Sommer als freiwillige Mitarbeiter gemeldet hatten, befinden sich in einer einjährigen Ausbildung. Um den Anrufern einen bestmöglichen Service anzubieten, sucht SOS Détresse weiter nach Mitarbeitern. Voraussetzung für die Tätigkeit sind Interesse am Kontakt mit Menschen und psychische Belastbarkeit. Interessenten können sich bei SOS Détresse melden: B. P. 620, L-2016 Luxemburg, Tel. 44 38 81, E-Mail: info@sosdetresse.lu. Die Ausbildung beginnt am 25. Januar.

Spezialfall Eltern und Kinder

Für Trennungs- und Patchworkfamilien ist Weihnachten eine besondere Herausforderung. Kinder sollten unter ungelösten Konflikten nicht leiden. Deshalb sollte die Problemlösung auf die Zeit nach den Feiertagen verschoben werden. Um zu vermeiden, dass die Kinder in einen Loyalitätskonflikt geraten, sollte die Entscheidung, bei wem die Kinder feiern, von den Erwachsenen getroffen werden. Beratung finden sie beim Elterntelefon unter der Nummer 2664-0555.

Kinder können sich unter der Nummer 116-111 an das Kinder-Jugendtelefon wenden oder online auf www.kjt.lu surfen.


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