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Sommerreifen: volle Fahrt ins Frühjahr
Das Gummi von Reifen, die älter als fünf Jahre sind, wird hart. Die Sicherheit ist somit nicht mehr gewährt.

Sommerreifen: volle Fahrt ins Frühjahr

Foto: Guy Jallay/LW-Archiv
Das Gummi von Reifen, die älter als fünf Jahre sind, wird hart. Die Sicherheit ist somit nicht mehr gewährt.
Lokales 4 Min. 10.04.2018

Sommerreifen: volle Fahrt ins Frühjahr

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Mit den ersten wärmeren Tagen stellt sich für viele Autofahrer immer wieder die gleiche Frage: Sommerreifen aufziehen oder besser noch warten? Beides ist vertretbar, erklärt ein Experte.

Blauer Himmel, Sonne satt und Temperaturen um 20 Grad haben am Wochenende den einen oder anderen Verkehrsteilnehmer dazu eingeladen, erstmals in diesem Jahr das Dach seines Cabrios zu öffnen und den Fahrtwind so richtig zu genießen. Doch wie steht es um die Reifen? Ist es schon an der Zeit für die Sommervariante oder sollten Autofahrer doch noch etwas mit dem Wechsel warten? „Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist normalerweise um Mitte April“, erklärt Frank Maas vom Automobile Club Luxembourg (ACL).

Allerdings müssen Autofahrer beachten, dass die Straßenverkehrsordnung seit Oktober 2012 eine Winterreifenpflicht vorschreibt, sobald die Straßenverhältnisse solch eine Bereifung erfordern. Wer bei Schnee und Matsch mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert demnach eine Geldstrafe in Höhe von 74 Euro – auch wenn der Winter eigentlich längst vorbei sein sollte. Ein früher Reifenwechsel empfiehlt sich deshalb vor allem für Fahrer, die ihren Wagen im Falle eines plötzlichen Wintereinbruchs auch einmal stehen lassen können. „Wer sich zu 100 Prozent sicher sein will, sollte noch etwas warten“, rät Frank Maas deshalb. Die Gefahr, dass die Winterreifen in den kommenden Tagen aufgrund von zu hohen Temperaturen zu schnell abnutzen würden, bestehe nicht. „Auch wenn es draußen warm wird, so sind die Asphalttemperaturen nach dem langen Winter noch niedrig“, erklärt der Experte.

Ausreichend Profil, Luftdruck überprüfen

Wer nun seine Sommerreifen auflegen will, sollte darauf achten, dass diese noch über ausreichend Profil verfügen. Die Straßenverkehrsordnung schreibt 1,6 Millimeter vor. Frank Maas empfiehlt jedoch mindestens drei Millimeter Profiltiefe und betont, dass es auch damit bereits eng wird, um durch die ganze Saison zu kommen.

Zu beachten sei bei bereits gebrauchten Reifen auch, ob sie gleichmäßig abgenutzt sind. „Sind sie nur an der Innen- oder Außenseite überdurchschnittlich abgenutzt, deutet dies auf ein Problem mit der Radgeometrie hin. Sind sie hingegen innen und außen gleichmäßig abgenutzt, war der Luftdruck wohl zu gering.“

Auch wer seine Reifen in einer Werkstatt auflegen lässt, sollte einen Blick auf deren Zustand werfen. Der ACL bietet seinen Mitgliedern eine kostenlose Kontrolle an. Zudem sollte der Luftdruck überprüft und angepasst werden, wenn das Auto beispielsweise für eine Urlaubsreise schwerer beladen ist.

Doch auch wer nicht so viele Kilometer fährt, sollte sich regelmäßig neue Reifen zulegen. „Nach fünf Jahren nimmt die Qualität ab“, sagt Frank Maas. Das Gummi wird härter, wodurch sich die Straßenlage des Wagens verschlechtert.

Das Alter lässt sich übrigens ganz einfach anhand der vierstelligen Zahl bestimmen, mit der jeder Reifen gekennzeichnet ist. Die ersten beiden Zahlen stehen dabei für die Herstellungswoche, die nächsten beiden für das Herstellungsjahr. 1816 bedeutet demnach, dass ein Reifen in der 18. Woche des Jahres 2016 hergestellt wurde und vom Alter her noch problemlos anmontiert werden kann.

Wer selbst Hand anlegt, sollte auf die Drehrichtung achten, falls die Reifen über solch eine verfügen. Ist die Außenseite auf einem Reifen vermerkt, gehört diese auch nach außen.

Wichtig sei es weiter, dass die zwei Reifen, die sich im besten Zustand befinden, an der hinteren Achse angebracht werden. „Ein Wagen muss in einer Kurve, besonders wenn sie lang gezogen ist, hinten stabil bleiben“, erklärt der ACL-Experte. Er führt das Beispiel eines Kreisverkehrs an, in dem sich Öl auf der Fahrbahn befindet, und die dann bei Regen schmierig wird. Bricht das Auto in solch einem Fall hinten aus, wird es schwer, es unter Kontrolle zu behalten.

Reinigung, Wischer und Scheibenwaschflüssigkeit

Abgesehen vom Reifenwechsel müssen Autofahrer heutzutage eigentlich nicht viel tun, um ihren Wagen frühjahrsfit zu machen. Ein paar Tipps hat Frank Maas dennoch auf Lager.

Um das Restsalz vom Winter zu entfernen, empfiehlt es sich, das Auto gründlich zu reinigen, inklusive Unterbodenwäsche. Dies ist in diesem Jahr insbesondere deshalb sinnvoll, weil der Winter lang und kalt war. Demnach wurde in den vergangenen Monaten viel Salz gestreut, das nicht nur aggressiv für das Auto ist, sondern nun auch riskiert, unter dem Wagen haften zu bleiben.

Gelitten haben könnten im Winter auch die Wischerblätter. „Durch das Eis und das Salz ist es möglich, dass das Gummi hart wird“, erklärt Frank Maas. Um zu vermeiden, dass die Sicht eingeschränkt wird, sollten Autofahrer ihre Scheibenwischer demnach kontrollieren – und sie auswechseln, falls sie nicht mehr einwandfrei wischen.

Wenn sich im Frühjahr allerdings Insekten und Pollen auf der Windschutzscheibe ausbreiten, helfen auch die besten Wischer nichts, wenn die Scheibenwaschflüssigkeit alle ist. Deshalb sollte auch dieser Stand überprüft werden. Ist nicht mehr genug Flüssigkeit vorhanden, lohnt sich ein Auffüllen mit einem speziellen Präparat für Frühling und Sommer. Denn während die Lösungen für den Winter verstärkt mit Frostschutzmittel angereichert sind, so verfügen jene für die wärmere Jahreszeit über einen höheren Anteil an Reinigungsmittel.


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