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Sommergefühle im Herbst
Lokales 3 Min. 04.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Sommergefühle im Herbst

Ab und an machte sich Nebel breit, sonst lud das Wetter im Herbst meist zu ausgedehnten Spaziergängen in der Natur ein.

Sommergefühle im Herbst

Ab und an machte sich Nebel breit, sonst lud das Wetter im Herbst meist zu ausgedehnten Spaziergängen in der Natur ein.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 04.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Sommergefühle im Herbst

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Mild, trocken, sonnig: Auch wenn ein Blick aus dem Fenster derzeit etwas anderes vermuten lässt, so kam der Herbst in diesem Jahr eher einem Spätsommer als einem frühen Winter gleich.

Wolken, Dunkelheit, Niederschlag und kaum Besserung in Sicht: Wer sich derzeit im Freien aufhält, sollte besser auf einen richtig guten Regenschutz setzen. Für die Natur ist der Niederschlag allerdings mehr als willkommen. Denn wie bereits in den Monaten zuvor, war es auch im Herbst deutlich zu trocken.

Zwischen dem 1. September und dem 30. November – dem Zeitraum des meteorologischen Herbstes – wurden an der Station des staatlichen Wetterdienstes in Findel lediglich 85,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Damit ist der Herbst 2018 der dritttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947. Dem langjährigen Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 nach sind für die Jahreszeit 239 Liter zu erwarten.

In diesem Jahr regnete es allerdings in allen drei Herbstmonaten deutlich zu wenig. Mit 28 Niederschlagstagen, davon alleine 16 im November, liegt denn auch diese Zahl klar unter dem Richtwert von 46 Tagen. Besonders nass fiel der 10. November aus mit einer Summe von 17,4 Litern pro Quadratmeter. Gewittertage wurden unterdessen im Herbst zwei gezählt – beide bereits im September.

Kaum Nebel

Einher mit wenig Regen gehen zahlreiche Sonnenstunden. Deren wurden in den drei Monaten 490,1 in Findel gemessen. Lediglich der Herbst 1959 wies mehr Sonnenstunden auf: 503,8. Im langjährigen Schnitt wurden hingegen zwischen 1981 und 2010 nur 322 Stunden registriert.

In diesem Jahr war es sowohl im September (240,3 Stunden) als auch im Oktober (172,6) und November (77,2) deutlich sonniger, als dies zu erwarten gewesen wäre. Auffällig ist dabei aber, dass die Sonne im November an neun Tagen komplett von Wolken verdeckt blieb.

Nebel wurde unterdessen im Herbst relativ wenig gemessen. Im September wurde kein Nebeltag verzeichnet, im Oktober zwei, im November sieben. In der Regel sind es deren 25 in der Jahreszeit.

Auch temperaturmäßig wusste der Herbst zu überzeugen – zumindest bei jenen Menschen, die es gerne etwas wärmer haben. Kürzere Wintereinbrüche waren lediglich Ende Oktober, mit dem ersten Schnee der Saison, sowie in der zweiten Hälfte November zu verzeichnen.

Im Durchschnitt wurden an der Wetterstation in Findel 11,1 Grad Celsius gemessen. Das sind 1,7 Grad mehr als im langjährigen Schnitt und nur 1,4 Grad weniger als 2006, dem bisher wärmsten Herbst. Das Jahr 2018 reiht sich somit auf Rang drei ein. In allen drei Monaten lagen die Durchschnittstemperaturen über dem jeweiligen Richtwert.

Am wärmsten war es am 18. September mit 28,9 Grad Celsius. Es war einer der sieben Sommertage dieses Herbstes mit Temperaturen über 25 Grad. Am kältesten war es unterdessen am 23. November mit -1,8 Grad. Nur an zwei weiteren Herbsttagen sanken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Damit blieb es deutlich milder, als in der Referenzperiode (zehn Frosttage). Bodenfrost wurde an sieben Tagen registriert.

Graue Zeiten in Sicht

Für die Wetterexperten hat der Winter bereits am 1. Dezember, also am vergangenen Samstag, begonnen. Diese Entscheidung geht auf die Zeit ohne Computer zurück. Um die Aufstellung von Statistiken zu erleichtern, berief man sich auf volle Monate.

Kalendarisch oder astronomisch beginnt der Winter hingegen erst, wenn die Sonne ihre südlichste Stellung erreicht hat. Dies ist in diesem Jahr am 21. Dezember der Fall.

Die Temperaturen lassen derzeit ohnehin kaum Wintergefühle aufkommen. In den kommenden Tagen soll es bis zu zwölf Grad Celsius warm werden. In der Nacht zum Mittwoch könnte es zwar frostig werden, anschließend ist jedoch kaum mit Minimalwerten unter dem Gefrierpunkt zu rechnen. Erst zum Wochenende hin soll es erneut abkühlen.

Grau bleibt es hingegen. Am Dienstagvormittag soll weiterhin der Regen dominieren. Nach aktuellen Voraussagen könnte es am Nachmittag etwas freundlicher werden. Und auch am Mittwoch ist tagsüber zumindest noch zeitweise mit etwas trockenerem Wetter zu rechnen. Am Abend wird aber wohl erneut Niederschlag einsetzen, der sich bis zum Wochenende halten wird.

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