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Solidarität mit den Flüchtlingen
Lokales 2 Min. 16.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Differdingen

Solidarität mit den Flüchtlingen

„Kulturflam“ heißt das Monument im Zentrum von Oberkorn vor dem „Centre Noppeney“. Letzteres könnte für 50 bis 60 geflohene Menschen zur „Hoffnungsflamme“ für ein neues Leben werden.
Differdingen

Solidarität mit den Flüchtlingen

„Kulturflam“ heißt das Monument im Zentrum von Oberkorn vor dem „Centre Noppeney“. Letzteres könnte für 50 bis 60 geflohene Menschen zur „Hoffnungsflamme“ für ein neues Leben werden.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 16.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Differdingen

Solidarität mit den Flüchtlingen

Um den Bürgern die Pläne zur Aufnahme von Flüchtlingen zu erklären, fand am Dienstagabend eine öffentliche Versammlung im "Centre Noppeney" statt.

(ml) - Nachdem am Montagabend der Gemeinderat von Differdingen beschloss, künftig das Centre Noppeney als Unterkunft für 40 bis 60 syrische Flüchtlinge zu nutzen, informierten Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng) und Octavia Alves vom Aufnahme- und Integrationsamts Olai am Dienstagabend die Bürger über das Vorhaben. Der Saal war fast bis auf den letzten Rang gefüllt. Traversini sagte dem "Wort", er sei angenehm überrascht über das große Interesse der Bürger gewesen. Im Allgemeinen stoße das Vorgehen der Gemeinde in der Flüchtlingsfrage auf positive Resonanz.

Die Informationsversammlung war gut besucht.
Die Informationsversammlung war gut besucht.
Foto: Claude Piscitelli

Auf der Informationsversammlung hätten zahlreiche Menschen Solidarität mit den Flüchtlingen bekundet, unterstreicht der Differdinger Bürgermeister. "Ohne Ausländer hätte Luxemburg nicht den Wohlstand erreicht, den es jetzt hat", für diese Aussage erntete Traversini am Dienstagabend Applaus. 

Auch nach der Sitzung hätten sich viele Bürger spontan bereit erklärt, Flüchtlingen zu helfen. Manche boten sich an, den Neuankömmlingen Kurse zu geben. Andere wiederum wollten die Patenschaft einer Flüchtlingsfamilie übernehmen. 

Traversini hat eigenen Aussagen zufolge null Zweifel daran, dass die Solidaritätswelle in seiner Gemeinde anhält. Bereits jetzt machen die Ausländer 55 Prozent der lokalen Bevölkerung aus. Die drittgrößte Gemeinde des Landes zählt bereits jetzt 100 Flüchtlinge.

Dennoch blieben am Dienstagabend kritische Stimmen nicht aus. Einige Einwohner äußerten Ängste in Bezug auf die Sicherheit sowie die Religionen der Flüchtlinge. Vor allem die Frage wie die notleidenden Menschen integriert werden sollen, sorgte für viel Gesprächsstoff. Traversini hat Verständnis für diese Ängste.

"Wir haben versucht, die Fragen weitgehendst zu beantworten. Wir werden einzelnen Beschwerden Rechnung tragen und bleiben in Kontakt mit der Bevölkerung," betont der Bürgermeister. Die Kinder der Flüchtlinge werden zum Teil in Aufnahmeklassen unterrichtet und zu einem späteren Zeitpunkt in normale Klassen integriert.

Das Centre Noppeney wird in Kürze als Flüchtlingsheim in Betrieb genommen. Im Vorfeld müssen jedoch noch kleine Bauarbeiten durchgeführt werden, da u. a. Duschen und Trennwände eingerichtet werden.  Derzeit ist nicht klar, ob die Gemeinde oder das Olai die Kosten übernimmt. Dies sei zweitrangig, zumal es sich um einen geringen Betrag handele, betont Traversini.

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