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Solidarität in Sandsäcken
Lokales 10 11.06.2013

Solidarität in Sandsäcken

Zehn Hochwasser-Helfer der „Protection civile“ sind aus Deutschland wieder in Luxemburg angekommen. Mit 200 000 Sandsäcken waren sie ins niedersächsische Hochwassergebiet bei Dannenberg aufgebrochen.

Von John Lamberty

Zehn Hochwasser-Helfer der „Protection civile“ sind aus Deutschland wieder in Luxemburg angekommen. Mit 200 000 Sandsäcken waren sie ins niedersächsische Hochwassergebiet bei Dannenberg aufgebrochen.

Einsatzleiter Guy Schiltz berichtete dem „Luxemburger Wort“ aus erster Hand von bewegenden Eindrücken, allen voran der enormen Hilfsbereitschaft der freiwilligen Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung, die in einer gigantischen Sandgrube unermüdlich Sandsäcke im Kampf gegen die Flut an der Elbe füllen.

Riesiger Stützpunkt

Dringenden und somit höchst willkommenen Nachschub erhielten die hunderte Helfer in der gigantischen Sandkuhle nun also am Montagabend aus dem 650 Kilometer entfernten Großherzogtum. Gegen 21 Uhr waren die zehn Helfer der „Protection civile“ mit ihren Gefährten eingetroffen, um die zusätzlichen Sandsäcke abzuladen. Die eigens aus Echternach mitgeführte Abfüllmaschine wurde indessen nicht gebraucht, hatten die Hilfskräfte vor Ort doch bereits eine noch leistungsstärkere Maschine im Einsatz.

In Dannenberg hielten sich die Luxemburger Helfer wohl nicht im direkten Katastrophengebiet auf, wie Guy Schiltz erklärt. „Die dortige Sandgrube ist vielmehr ein riesiger Stützpunkt, von dem aus 20 bis 30 Traktoren und Lastwagen beständig mit Sandsäcken in die Krisenregion direkt an der Elbe aufbrechen.“ Vor Ort seien denn auch weniger professionelle Rettungskräfte, als vielmehr hunderte freiwillige Helfer anzutreffen gewesen. Gerade deren Engagement sei aber besonders eindrucksvoll.

Große Solidarität

„In der Sandgrube waren in stetem Wechsel immer zwischen 500 und 700 spontane Helfer aus den umliegenden Dörfern und Städten im Einsatz, um Sandsäcke abzufüllen, darunter besonders viele Kinder und Jugendliche. Ein Bild, das auch auf uns großen Eindruck von der Solidarität in der Bevölkerung hinterließ“, so Guy Schiltz.

In der Nacht erhielten die Mitarbeiter der „Protection civile“ dann in einer Schule vor Ort einige Stunden Schlaf, bevor es gestern Morgen um 6 Uhr wieder zurück nach Luxemburg ging. Dies mit dem guten Gefühl, dem Engagement der Menschen im deutschen Hochwassergebiet auch ein Quäntchen Solidarität aus dem kleinen Nachbarland hinzugefügt zu haben.