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Sohn mit Gürtel geschlagen: Mutter wegen Körperverletzung angeklagt
Lokales 2 Min. 03.10.2019

Sohn mit Gürtel geschlagen: Mutter wegen Körperverletzung angeklagt

Das Urteil in diesem Fall ergeht am 17. Oktober.

Sohn mit Gürtel geschlagen: Mutter wegen Körperverletzung angeklagt

Das Urteil in diesem Fall ergeht am 17. Oktober.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 03.10.2019

Sohn mit Gürtel geschlagen: Mutter wegen Körperverletzung angeklagt

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Die Frau schlug ihren Sohn mit einer Fliegenklatsche und einem Gürtel. Er hatte wohl unter anderem ihre Unterschrift auf einer Prüfung gefälscht.

In der Maison relais vertraut sich der Junge einer Erzieherin an: Seine Mutter habe ihn geschlagen. Die Frau reagiert sofort. Ein Arzt wird eingeschaltet, untersucht das Kind. Spuren der Gewalt findet er allerdings keine. Wie sich später herausstellt, liegen die Taten bereits mehrere Monate zurück.

Die 47-jährige Mutter des Kindes musste sich nun wegen der Körperverletzung eines Minderjährigen unter 14 Jahren vor Gericht verantworten. Lorena G. soll den heute Elfjährigen zwischen 2017 und 2018 mehrmals geschlagen haben.

Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe nicht. Ihr Sohn sei sehr intelligent, tue sich aber schwer mit der deutschen Sprache und habe deshalb Schwierigkeiten in der Schule. Dies habe dazu geführt, dass er angefangen habe zu lügen und unter anderem schlechte Noten zu verheimlichen.


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Er habe sogar ihre Unterschrift auf einer Prüfung gefälscht. Wegen solcher Vorkommnisse habe sie ihn bestrafen wollen. Zweimal habe sie dafür eine Fliegenklatsche benutzt. Er sollte lernen, dass man so etwas nicht tut, so die Frau.

Nach einem erneuten Zwischenfall wollte die Frau ihren Sohn wieder bestrafen. Der Junge hatte, so schildert es die Angeklagte, die Klatsche allerdings versteckt. Deshalb holte sie einen Gürtel aus dem Schrank und schlug dreimal damit zu. „Einmal wegen der Lügen, einmal, weil er mehr lernen müsse und einmal, weil er meine Unterschrift gefälscht hatte“, so Lorena G.

Ein Versprechen

Die vorsitzende Richterin zeigte sich erstaunt über die Selbstverständlichkeit, mit der die Frau über die Vorfälle spricht. Sie verstehe, dass sie das Kind habe belehren wollen, dies dürfte allerdings nicht mithilfe von Schlägen mit einem Gegenstand geschehen.

Vor Gericht sagte die Angeklagte, sie habe nicht gewusst, dass dies in Luxemburg gesetzlich verboten sei. Sie habe ihrem Sohn allerdings versprochen, dass sie ihn nicht mehr schlagen werde. Dieser habe im Gegenzug beteuert, sich besser zu benehmen. Die Situation zu Hause habe sich denn auch verbessert, zu einem weiteren Zwischenfall sei es nicht mehr gekommen.


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Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft betonte, dass man die Vorfälle nicht verharmlosen soll. Immerhin sehe das Strafgesetzbuch bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von drei bis fünf Jahren und eine Geldbuße zwischen 2.500 und 5.000 Euro vor.

Die Frau habe sich allerdings von Anfang an sowohl gegenüber den Ermittlern als auch den verständigten Hilfsdiensten kooperativ verhalten und die Taten zugegeben. Deshalb forderte die Anklägerin, dass das Urteil ausgesetzt werden soll (Suspension du prononcé).

Die Angeklagte soll zwar als schuldig befunden, das Urteil jedoch, sollte die Frau sich während fünf Jahren nichts zuschulden kommen lassen, nicht gesprochen werden. Ihre Entscheidung treffen die Richter in diesem Fall am 17. Oktober.


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