Wählen Sie Ihre Nachrichten​

So lief die Wiederöffnung der Shopping-Meilen
Lokales 22 4 Min. 11.05.2020

So lief die Wiederöffnung der Shopping-Meilen

Obschon es keine genauen von der Regierung angegebenen Richtlinien gibt, limitieren viele Geschäfte nun den Eintritt ihrer Kunden.

So lief die Wiederöffnung der Shopping-Meilen

Obschon es keine genauen von der Regierung angegebenen Richtlinien gibt, limitieren viele Geschäfte nun den Eintritt ihrer Kunden.
Foto: Lex Kleren
Lokales 22 4 Min. 11.05.2020

So lief die Wiederöffnung der Shopping-Meilen

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Die Eisheiligen enttäuschten in diesem Jahr nicht: Am Montagmorgen schafften es die Thermometer in Luxemburg bis auf knapp fünf Grad - zu kalt, fanden manche Menschen, um in der Hauptstadt zu shoppen.

Es ist kalt und nass – das Thermometer zeigt gerade mal fünf Grad an. In das hauptstädtische Parkhaus Knuedler schlängeln sich am Montagmorgen kurz vor 10 Uhr nur wenige Fahrzeuge. So wie in den vergangenen Wochen wirken die Straßen des Stadtzentrums leer, nur eine Handvoll Passanten sind unterwegs. Und doch ist dieser Morgen etwas Besonderes: Nach wochenlanger Zwangspause wegen der sanitären Krise dürfen seit Montag wieder zahlreiche Geschäfte, Friseure und Kosmetikstudios Kunden empfangen.


Die Geschäfte dürfen am Montag wieder öffnen. Demnach wird wohl auch in die Hauptstadt wieder mehr Leben einkehren.
Kontakt bis Einkauf: Was wieder erlaubt ist
Friseurbesuch, Kontakt zu den Liebsten, Museumstour: Viele Aktivitäten sind von Montag an in Luxemburg wieder erlaubt. Dennoch sollen sich die Bürger weiterhin verantwortungsbewusst zeigen.

„Wir freuen uns sehr über die Wiedereröffnung. Nach zwei Monaten Pause bringt das endlich ein wenig Normalität in unsere Leben und in das der Hauptstadt“, meint Marie Pierre, eine der Verantwortlichen des Kleidungsgeschäftes Zara. Auch kurz nach 10 Uhr, steht die Verkäuferin noch immer vor der Eingangstür des Ladens in der Grand-Rue. „Es müssen noch einige Sachen angepasst werden, wir öffnen heute deshalb erst um 11 Uhr“, erklärt Marie Pierre.

Sie betont: „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden geht vor. Im Inneren der Boutique werden noch Infoblätter aufgehängt, auf denen steht, auf was die Kunden achten sollen. Sie müssen beispielsweise Masken tragen, können sich am Eingang und an den Kassen die Hände desinfizieren, müssen den nötigen Abstand zu anderen Kunden einhalten und sollten am besten nur eine halbe Stunde im Geschäft bleiben.“ 

Restriktionen und Vorschriften 

Sicherheitsvorkehrungen wie bei Zara sind indes kein Einzelfall: Am anderen Ende der Grand-Rue, am Royal Hamilius, hat das französische Kaufhaus Galeries Lafayette gegen 10 Uhr seine ersten Kunden begrüßt. „Wir achten darauf, dass nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Gebäude sind, da es aber ein recht großes Geschäft ist, ist es einfacher den nötigen Abstand einzuhalten“ erklärt Marketingexpertin Caroline Adamczak. 

Dann präzisiert sie: „Bei uns gelten vor allem im Parfümerie- und Kosmetikbereich sehr strenge Regeln. Unter anderem dürfen Kunden die Produkte nicht mehr selbst testen. Nur die Mitarbeiter haben das Recht darauf, die Parfumflakons anzufassen und den Duft auf sogenannte Teststreifen zu sprühen.“ Zudem würden die Produkte mehrmals am Tag gereinigt respektive desinfiziert werden, um zusätzliche Sicherheit zu bieten, so Caroline Adamczak. 

Gezielte Einkäufe und spontane Besuche

Natalia kam am Montag gezielt in die Hauptstadt zum Shoppen.
Natalia kam am Montag gezielt in die Hauptstadt zum Shoppen.
Foto: Lex Kleren

Dass manche Kunden während der Pandemiezeit aber nicht unbedingt durch die Geschäfte bummeln wollen, sondern eher gezielt nach Waren suchen, belegt eine Dame, die mit drei Tüten in den Händen das Kleidungsgeschäft H&M an der Ecke zur Rue Philippe II verlässt. „Sie wissen nicht, wie glücklich ich bin, dass die Geschäfte nun wieder geöffnet haben. Ich habe drei kleine Kinder zu Hause, die ständig aus ihren Kleidern herauswachsen“, erzählt Natalia und verzieht ihren Mund dabei zu einem freundlichen Lächeln, das sogar unter ihrer Schutzmaske zu erkennen ist. „Ich bin heute Morgen mit einem einzigen Ziel in die Stadt gekommen: Kindersocken und Kaffeekapseln kaufen!“ 

Andere Kunden, wie etwa Manou Bernardy, hatten an diesem trüben Montagmorgen das Shoppen zwar nicht zum Ziel, wollten aus Neugier aber schauen, wie sich das wiedergewonnene Einkaufserlebnis anfühlt. „Ich hatte heute Morgen einen Termin bei der Kosmetikerin. Deshalb bin ich in die Oberstadt gekommen. Natürlich konnte ich es mir nicht entgehen lassen, einmal in den Geschäften hereinzuschauen. Ich muss aber zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Ich dachte, es würden noch strengere Maßnahmen eingeführt werden. Beispielsweise, dass die Kunden die Waren nicht anfassen dürfen. Denn außer den Masken und Desinfektionsmitteln ist das Einkaufen in den Geschäften eigentlich so wie früher“, so Bernardy. 

Manou Bernardy findet nicht, dass das Einkaufserlebnis nun viel von dem davor unterscheidet.
Manou Bernardy findet nicht, dass das Einkaufserlebnis nun viel von dem davor unterscheidet.
Foto: Lex Kleren

Die Wirtschaft ankurbeln

Simone Monteiro möchte, dass die Geschäfte wieder normal laufen.
Simone Monteiro möchte, dass die Geschäfte wieder normal laufen.
Foto: Lex Kleren

Auch zufällig in der Fußgängerzone unterwegs ist an diesem Montagmorgen Simone Monteiro. Da sie im Stadtzentrum arbeitet und eine kurze Pause hatte, entschied sie sich, eine Tour durch die Geschäfte zu machen. "Ich wollte sehen, wie es nun in den Geschäften aussieht. Ich glaube, wenn sich die Menschen an die Sicherheitsvorschriften halten, wird alles klappen und die Wirtschaft kann wieder loslegen. Leider sind heute wohl viele Menschen wegen des schlechten Wetters zu Hause geblieben. Die Geschäfte brauchen jetzt shoppingfreudige Kunden, um wieder auf die Beine zu kommen", meint Simone Monteiro. 

Dieser Meinung ist auch Pit Wanderscheid, Inhaber eines kleinen Delikatessenladens in der Rue du Fossé. "Wir haben in der Zwischenzeit, in der unser Geschäft für das Publikum geschlossen war, Geschenkkörbe mit unseren Produkten zusammengestellt und an die gewünschten Adressen geliefert. Das hat denn auch gut geklappt, natürlich ist das aber nichts im Vergleich zu den Verkäufen in den Geschäften. Deshalb freuen wir uns über die Wiedereröffnung. Und auch das schlechte Wetter, das heute wohl viele Kunden abgeschreckt hat, vergeht. Wir müssen positiv bleiben und hoffen, dass die kommenden Tage besser werden", so Pit Wanderscheid. 

Pit Wanderscheid und seine Geschäftspartnerin Vero Wanderscheid sind sicher, dass bessere Zeiten bevorstehen.
Pit Wanderscheid und seine Geschäftspartnerin Vero Wanderscheid sind sicher, dass bessere Zeiten bevorstehen.
Foto: Lex Kleren

Ansturm im Einkaufszentrum

Anders als in der Hauptstadt war, laut Pressesprecherin Céline Vannier, der Andrang im Einkaufszentrum Belle Etoile in Bartringen am Montagmorgen groß. "Wir waren sehr überrascht. Vor einigen Geschäften standen die Menschen bereits vor 9 Uhr Schlange. Das reflektiert natürlich, wie sehr es die Kunden vermisst haben, ihre Einkäufe in den jeweiligen Geschäften zu erledigen. Unsere Bilanz ist daher sehr positiv. Zumal die Kunden und Geschäftsleute sich auch strikt an die vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen halten", zeigt sich Céline Vannier zufrieden. 

Hier einige Eindrücke aus dem Einkaufszentrum in Bartringen: 


Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kontakt bis Einkauf: Was wieder erlaubt ist
Friseurbesuch, Kontakt zu den Liebsten, Museumstour: Viele Aktivitäten sind von Montag an in Luxemburg wieder erlaubt. Dennoch sollen sich die Bürger weiterhin verantwortungsbewusst zeigen.
Die Geschäfte dürfen am Montag wieder öffnen. Demnach wird wohl auch in die Hauptstadt wieder mehr Leben einkehren.