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So fühlt sich die Rentrée an
Lokales 20 5 Min. 15.09.2021
Erster Schultag für Grundschüler

So fühlt sich die Rentrée an

Die Wiedersehensfreude nach zwei Monaten war groß.
Erster Schultag für Grundschüler

So fühlt sich die Rentrée an

Die Wiedersehensfreude nach zwei Monaten war groß.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 20 5 Min. 15.09.2021
Erster Schultag für Grundschüler

So fühlt sich die Rentrée an

Irina FIGUT
Irina FIGUT
Das neue Schuljahr hat am Mittwochmorgen begonnen. Ein Besuch in der Schule Billek in Dreiborn.

Es ist so weit: Der erste Schultag für Grundschüler in Luxemburg hat wieder angefangen. Reges Treiben herrscht um 7:30 Uhr auf dem Schulhof vor der Ecole fondamentale Billek in Dreiborn. Die Parkplätze sind voll, das Personal in orangen Warnwesten koordiniert die ankommenden Autos. Die Eltern beeilen sich, um ihre Kinder rechtzeitig zum Gebäudeeingang zu bringen. Viele Klassen sind schon vollzählig da und warten zusammen mit ihren Lehrern ungeduldig, bis sie hereingelassen werden können. 


Die Eltern verabschieden sich und winken wehmütig ihren Kindern zu. Wie auch im vergangenen Jahr dürfen sie aufgrund der Corona-Bestimmung nicht das Gebäude betreten. 


Visite de l’école fondamentale de Kehlen par le premier ministre, Xavier Bettel et du ministre de l'éducation, Claude Meisch dans le cadre de la rentrée scolaire
Schulbeginn mit dem Premier, aber ohne Masken
Fast 60.000 Grundschüler drücken seit Mittwoch wieder die Schulbank. In Kehlen gab es Besuch von Xavier Bettel und Claude Meisch.

„Ich bin zufrieden und gleichzeitig erleichtert, dass die Schule trotz Corona fast ganz normal beginnt“, sagt Olivia. Ihr Sohn Mathias (10) ist im fünften Schuljahr. „Ich begrüße es, dass die Regeln nun angepasst wurden und Lernen ohne Maske wieder möglich ist“. Der gleiche Ton bei Patricia, die gerade mit ihren zwei Kindern Rodrigo (4) und Ana (9) auf dem Schulhof wartet. 

„Für mich fühlt es sich an, als ob ein Stück Normalität wieder zurück ist“, sagt die 32-Jährige. Erleichterung ist vielen Eltern und Lehrkräften an diesem Tag anzumerken. Erst Anfang September haben Bildungsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert das neue Sanitärkonzept für die Schulen präsentiert. So soll es nach den neuen Regeln keine generelle Maskenpflicht mehr geben; auch sollen alle Schüler  zweimal pro Woche getestet werden.  

„Für Lehrer schon eine Erleichterung“  

Für Carlo Entringer ist diese Rentrée eine besondere. Zusammen mit seiner Klasse wartet der Lehrer, der an der Grundschule Mathematik, Französisch, Musik und Schwimmen unterrichtet, auf die erste Klingel. „Es fühlt sich nach einer Befreiung an“, sagt der Lehrer, auf die neuen Regeln an der Schule angesprochen. Für ihn ist die diesjährige Rentrée die letzte, danach geht der Lehrer in Pension. 

Eine halbe Stunde später steht Entringer an der Tafel in seiner Klasse und lauscht neugierig den Erzählungen der Schüler im sechsten Schuljahr, wie sie ihre Sommerferien verbracht haben. Die Stimmung ist entspannt: Alle Kinder sitzen ohne Masken. Wenn sie jedoch aufstehen und sich im Gebäude bewegen, müssten sie Masken tragen, erklärt Luc Sinner, Präsident des Schulkomitees der Grundschule im Schulsyndikat, das für den Schulkomplex der beiden Gemeinden Flaxweiler und Wormeldingen zuständig ist. Auch im Schulbus bestehe nach wie vor eine Maskenpflicht. 

Trotzdem: „Für Lehrer ist es schon eine Erleichterung, dass es keine generelle Maskenpflicht mehr gibt“, ist Sinner überzeugt. 450 Kinder – von der Früherziehung bis hin zum sechsten Schuljahr – drücken in Dreiborn die Schulbank. 60 Lehrkräfte sind an der Ecole fondamentale tätig. „Wir holen das Beste aus der Situation heraus“, so Sinner weiter. Bereits am Vortag fand an der Schule ein „Early check-in“ statt, um mit den Eltern über neue Regeln zu sprechen und sich gegenseitig kennenzulernen. 

Kein leichtes Unterfangen für Erstklässler 

„Wir sind froh, dass wir jetzt mehr Möglichkeiten mit Blick auf Lockerungen haben“, sagt Joa Baum. Als Direktor für Grundschulen der Region Grevenmacher ist er ebenfalls für die Ecole fondamentale Billek in Dreiborn zuständig. „Wir haben aus der vergangenen Zeit so viel gelernt“, so der Regionaldirektor weiter. 

Yassmine (6) hat an ihrem ersten Schultag eine besondere Aufgabe: Sie malt auf einem Schildchen ihren Namen mit verschiedenen Farben aus. Sie sei besonders stolz darauf, dass sie bereits ihren Namen schreiben könne, erzählt die Grundschülerin. Am liebsten male sie aber Schmetterlinge aus. 13 Schüler sitzen am ersten Schultag in der Klasse des Cycle 2.1 von Ricardo Martins. Für sie ist es Premiere: Sie sind von der Spielschule frisch gewechselt und müssen sich nun auf einen etwas anderen Alltag einstellen. Kein leichtes Unterfangen gerade in Corona-Zeiten, wie Ricardo Martins, der Lehrer der Erstklässler, zugibt. 

„Wir schauen, dass der Übergang von der Spielschule für Kinder möglichst fließend wird. Lernen während der Pandemie ist natürlich in dieser Hinsicht für sie nicht ideal“, sagt Martins. „Wir haben mehr Arbeit im Vergleich zu den Vor-Corona-Zeiten, aber wir versuchen, uns zu organisieren“, sagt der Lehrer, für den der Schulstart sich bereits zum neunten Mal jährt. 

So werde in diesem Jahr auf mehr Teamarbeit unter Lehrern gesetzt; auch würden kleinere Gruppen für Hauptfächer und größere für Nebenfächer gebildet, um so auf die individuellen Bedürfnisse und verschiedene Lernniveaus der Schüler besser einzugehen. 

Die Erstklässler kommen zur Tafel, um die Schildchen mit ihren farbig bemalten Namen anzubringen. Mick (6) ist begeistert: „Mir gefällt alles an meinem ersten Schultag!“. 

Keine Bodenpfeile und Leitkegel im Schulgebäude 

Dass die Situation dann so weiter bleibt und die Stimmung künftig durch die strengeren Corona-Regeln nicht getrübt wird, darauf pochen die Lehrer und insbesondere Luc Sinner. „Wir müssen hoffen, dass es nun nicht so viele positive Corona-Fälle kommen.“ Dass auch die Quarantäne-Regeln etwas vereinfacht wurden, sieht er positiv: „Wir können den Betrieb der Schule länger aufrecht halten.“ 

Im Schulgebäude selbst gibt es so gut wie nichts, was an die alten Corona-Regeln aus dem letzten Schuljahr erinnern würden: keine auf dem Boden angebrachten Klebestreifen, keine Pfeile, die den Weg zeigen. Ein paar Leitkegel stehen verwaist neben der Eingangstür. „Das alles ist nicht mehr nötig“, sagt Luc Sinner. In den Pausen sei der Schulhof noch in einzelne Bereiche unterteilt, in denen sich bestimmte Klassen oder Gruppen unter Schulaufsicht aufhalten dürften, so der Präsident des Schulkomitees weiter. „Mir ist aber kein Fall bekannt, in dem die Schüler absichtlich gegen die Regeln verstoßen würden.“

 

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