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SNPGL-Präsident Pascal Ricquier: "Die halten uns für dumm"
Lokales 27.06.2016

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier: "Die halten uns für dumm"

Die Polizeilaufbahnreform scheint noch nicht ganz in trockenen Tüchern zu sein.

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier: "Die halten uns für dumm"

Die Polizeilaufbahnreform scheint noch nicht ganz in trockenen Tüchern zu sein.
Foto: Anouk Antony
Lokales 27.06.2016

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier: "Die halten uns für dumm"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Minister und Gewerkschaften beraten am Montagnachmittag über den Stand der Polizeilaufbahnreform. Bereits vergangene Woche ging es bei einer Sitzung hoch her. Einige Gewerkschaftsvertreter verließen aus Protest den Saal.

(ml) - Ab 16.00 Uhr treffen sich am Montag Dan Kersch (Minister des öffentlichen Dienstes) und Etienne Schneider (Minister für innere Sicherheit) mit Vertretern der implizierten Gewerkschaften und der Polizeidirektion. Im Vordergrund des Austausches steht die geplante Polizeilaufbahnreform. Ob die Gemüter bei der heutigen Sitzung erneut hoch kochen werden, bleibt abzuwarten.

Die Gewerkschaften sind gespalten. Die Polizeigewerkschaft SNPGL ist der Ansicht, dass nicht alle Punkte geklärt sind. Sie übte in den vergangenen Wochen harsche Kritik an den zuständigen Ministern. So war z. B. in Bezug auf die Polizeireform von Erpressung die Rede. Die andere Gewerkschaft ASPOL lobte hingegen die Reformanstrengungen der beiden zuständigen Minister.

"Ein absolutes No-Go"

Bereits vergangene Woche hatte Dan Kersch eine Unterredung mit einer SNPGL-Delegation. Bei dem Gespräch ging es "teilweise heiß her", räumt SNPGL-Präsident Pascal Ricquier dem "Journal" gegenüber ein. Eine Einigung kam nicht zustande. Schlimmer noch: Ricquier verließ den Saal. Nur wenig später folgte sein Vorstand.

"Die halten uns einfach nur für dumm!", so Ricquier. Sein Ärger bezieht sich unter anderem auf eine Diskussion, die Kersch auf Facebook mit einem ASPOL-Mitglied geführt hat. Dabei seien erneut völlig andere Angaben aufgetaucht, was die Entschädigung und Prämien der Beamte angehe.

Eine derartige Diskussion sei ein absolutes No-Go, betont Ricquier. Immer mehr zeichne sich ab, dass einige Beamte bei der Neueinstufung bis zu fünf Jahre warten müssten, um die Vorzüge der Reform zu genießen. Manche würden demnach in den Ruhestand geschickt werden, ohne Nutzen aus den neuen Karrieren gezogen zu haben.

Im Zusammenhang mit der Einführung der Karriere B hat die Gewerkschaft SNPGL jetzt die Ergebnisse einer informellen Umfrage veröffentlicht: 221 Beamte sprachen sich dagegen aus, 212 waren dafür. Obwohl die Umfrage nicht repräsentativ sei, mache sie deutlich, dass die Einführung der Karriere B die Polizei spalten könne, heißt es in einer Pressemitteilung. Derzeit verzichtet die SNPGL  darauf, eine konkrete Empfehlung auszusprechen, da viele Einzelheiten noch nicht bekannt seien.

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