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SNHBM zieht Jahresbilanz: Billiger Wohnraum in einem überhitzten Markt
Die Arbeiten am Projekt "Domaine du Kiem" in Kirchberg begannen im Januar.

SNHBM zieht Jahresbilanz: Billiger Wohnraum in einem überhitzten Markt

Foto: Pierre Matgé
Die Arbeiten am Projekt "Domaine du Kiem" in Kirchberg begannen im Januar.
Lokales 2 Min. 19.05.2017

SNHBM zieht Jahresbilanz: Billiger Wohnraum in einem überhitzten Markt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Kaum eine Suche ist in Luxemburg so erschöpfend wie die nach einer bezahlbaren Wohnung. Aufgabe der SNHBN ist es, genau solche anzubieten. Dementsprechend boomt das Geschäft.

(jag) -  Der luxemburgische Immobilienmarkt brummt. Auch an der SNHBM, der "Société nationale des Habitations à bon Marché“, ist diese Entwicklung nicht spurlos vorbei gegangen. „Wir sind eine Gesellschaft, die sich sehr stark entwickelt. Viele Projekte sind geplant oder bereits in Arbeit“, so der Direktor der SNHBM, Guy Entringer.

Nicht weniger als 284 Wohneinheiten an acht verschiedenen Orten will die SNHBM dieses Jahr in Angriff nehmen - eine Rekordzahl. 2015 wurden 193 Einheiten in Angriff genommen, 2016 waren 232.

Es fehlt zurzeit weder an Geld, noch an Projekten. Der Verwaltungsrat hat einer Kapitalerhöhung um zehn Millionen auf jetzt 66 Millionen Euro zugestimmt. Auch die Zahl der Mitarbeiter wird sich bis Ende des Jahres auf voraussichtlich 90 erhöhen.

In den nächsten zehn Jahren will man im Schnitt 250 Einheiten pro Jahr fertigstellen, eine sehr große Herausforderung, welche angesichts der Nachfrage in Luxemburg wohl mehr als berechtigt erscheint. Zu den aktuellen Großprojekten zählen Luxemburg-Kirchberg, das Domaine du Kiem sowie Projekte in Schuttrange, Lamadelaine oder noch Junglinster. "Wir wollen künftig verstärkt Projekte im Norden des Landes umsetzen", so Entringer.

Mehr Mietwohnungen

Am Hauptziel der Gesellschaft wird sich in Zukunft nichts ändern: hochwertige Wohnungen für einen bezahlbaren Preis anbieten, unter Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien.

Um einen vernünftigen Preis anbieten zu können, setzt die Gesellschaft dabei auf das Prinzip des Erbpachtvertrages. In Luxemburg-Stadt wurde das Verkaufsverbot dabei von 19 auf 99 Jahre gestreckt. Spekulative Käufe sind damit ausgeschlossen.

Im Domaine du Kiem in Kirchberg konnte dadurch ein mittlerer Quadratmeterpreis von 2.906 Euro erreicht werden, dies für Kunden, welche Anrecht auf eine Wohnzulage haben. Beim Bauprojekt in Lamadelaine werden Wohnhäuser ab 245.000 Euro angeboten.

Trotzdem will man künftig das Angebot an Mietwohnungen ausbauen: Galt bisher das Prinzip, dass der Fonds de Logement bevorzugt auf Miete und die SNHBM eher auf Verkauf setzte, so wird sich dies Künftig wohl leicht verschieben. „Wir werden angesichts der sehr hohen Nachfrage in der Tat verstärkt auch Mietwohnungen anbieten“, so Entringer.

So wurden 2015 und 2016 99 neue Wohnungen in Angriff genommen, aktuell verfügt die SNHBM über 166 Appartements. Bis 2020 soll dieser Bestand auf 500 erhöht werden, mit einer jährlichen Neuschaffung von 50 Einheiten. 

Streitobjekt „Elmen“

Eines der künftigen Vorzeigeprojekte ist zurzeit in der Diskussion. „Elmen“, zwischen Olm und Koerich, besteht aus drei einzelnen Dörfern mit bis zu 800 Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 27 Hektar.

In einer ersten Phase sollen 400 Wohneinheiten entstehen, die Hälfte davon in Holzbauweise. Vor Ort entstehen ebenfalls eine Schule, ein Kulturhaus, ein Supermarkt sowie Einzelhandelsgeschäfte.

„Das gesamte Projekt beruht auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Die Autos werden in einem zentrale Parkhaus abgestellt, Abstellplätze vor den Wohnungen wird es keine geben. Die Lebensqualität soll Vorrang haben“.

Allerdings hat die Nachbargemeinde Koerich den Projektplanern einen Strich durch die Rechnung gemacht: Gegen den allgemeinen Bebauungsplan wurde Einspruch eingelegt. In Koerich befürchtet man eine Überlastung des Verkehrsnetzes.

Die ganze Affäre riskiert nun, vor dem Verwaltungsgericht verschleppt zu werden. “Wir sind natürlich alles andere als erfreut darüber und hoffen, dass es zu einer gütlichen Einigung kommt“, so Entringer. “Aber vorerst haben wir die Akte an die zuständigen Ministerien zurückgegeben. Es liegt an ihnen, über die weiteren Schritte zu entscheiden.“


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