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Skepsis in Mamer wegen Flüchtlingsunterkünften
Lokales 15.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Containerdorf für 300 Menschen

Skepsis in Mamer wegen Flüchtlingsunterkünften

Ein gut gefüllter Kinneksbond zeugte vom Interesse am Thema Flüchtlingscontainerdorf.
Containerdorf für 300 Menschen

Skepsis in Mamer wegen Flüchtlingsunterkünften

Ein gut gefüllter Kinneksbond zeugte vom Interesse am Thema Flüchtlingscontainerdorf.
Foto: Henri Leyder
Lokales 15.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Containerdorf für 300 Menschen

Skepsis in Mamer wegen Flüchtlingsunterkünften

Gleich vier Minister hatten am Montag den Weg nach Mamer gefunden, um das Konzept des Flüchtlingscontainerdorf zu erklären. Bei den Wortmeldungen dominierte die Skepsis, doch meldeten sich auch Unterstützer.

(HL) - Die Ortschaft Mamer ist (neben Steinfort, Diekirch und Marnach) eine von vieren, in denen von Regierungsseite ein so genanntes Containerdorf für Flüchtlinge eingerichtet wird.

Die Minister Corinne Cahen, François Bausch, Dan Kersch und Claude Meisch stellten es am Montagabend im lokalen Kinniksbond der Einwohnerschaft vor. Bürgermeister Gilles Roth oblag es, in den Abend einzuführen.

Eine provisorische Siedlung

Das Containerdorf in Mamer ist hinter der Europaschule geplant, etwa 270 Meter vom Lyzeum entfernt.
Das Containerdorf in Mamer ist hinter der Europaschule geplant, etwa 270 Meter vom Lyzeum entfernt.
Foto: Pierre Matgé

Das Thema polarisiert überall, wo es auf der Tagesordnung steht. So auch am Montag in Mamer, nachdem die vier Regierungsmitglieder der Reihe nach die Ursachen der Flüchtlingswelle und deren Konsequenzen, die Flüchtlinge selbst, die nationale Flüchtlingspolitik und die Mamer Unterkunft ausführlich vorgestellt hatten.

Die provisorische Siedlung wird aus drei Wohncontainerzeilen bestehen, die beiden äußeren enthalten Wohnungen, die mittlere ist für Restaurant, Verwaltung, Schule usw. vorgesehen. Am Ende ihres etwa zweieinhalbstündigen Tête-à-tête mit weit mehr als 300 Gästen dürfte die Ministerriege sich mit dem Gefühl der "mission accomplie" zurückgezogen haben.

Sorgen, aber keine offene Ablehnung 

Bei den zahlreichen Wortmeldungen dominierten wohl die Skepsis, ob den Bürgern nicht das eine oder andere zu erwartende Negative wissentlich vorenthalten wurde und das empfundene Gefühl der Unsicherheit dem Fremden gegenüber, der sich niederlässt.

Gegen das Vorhaben, 300 Flüchtlinge in Mamer vorübergehend unterzubringen, wurde allerdings nicht gemauert, in keiner Wortmeldung. Auch einige Befürworter meldeten sich zu Wort, in erster Linie mit dem Argument der gelebten Solidarität Menschen gegenüber, die aus Angst vor Krieg und Unterdrückung und des menschenverachtenden IS-Terrorismus keine andere Lösung sehen, als ihr und das Leben ihrer Kinder zu retten.

Die verantwortlichen Ressortminister stehen am Dienstagabend der Steinforter Einwohnerschaft Rede und Antwort.


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