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Skepsis bei Atom-Endlager Bure
Lokales 2 Min. 23.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Skepsis bei Atom-Endlager Bure

2025 soll das Endlager in Betrieb genommen werden.

Skepsis bei Atom-Endlager Bure

2025 soll das Endlager in Betrieb genommen werden.
Karikatur: Florin Balaban
Lokales 2 Min. 23.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Skepsis bei Atom-Endlager Bure

Nach dem Erhalten eines Gutachtens fordern Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland weitere Untersuchungen zu den Plänen, im französischen Bure ein Atom-Endlager zu errichten.

(C.) - Nach dem Erhalten eines Gutachtens haben Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine gemeinsame Stellungnahme zu den Plänen, im französischen Bure ein Atom-Endlager zu errichten, an die die französische Öffentlichkeitsinformation (Débat Public) geschickt.

In Bure, im Südwesten der Region Lothringen, soll ab dem Jahr 2025 ein Endlager für hoch- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb genommen werden.

Die drei Regierungen hatten hierzu beschlossen, die Unterlagen für das Endlagerprojekt zur öffentlichen Anhörung in Frankreich durch das deutsche Öko-Institut in Darmstadt bewerten lassen.„Auch wenn von dem geplanten Endlager nach den uns vorliegenden Untersuchungsergebnissen keine unmittelbare Gefahr für unsere Bürgerinnen und Bürger ausgeht, so können doch Unfälle passieren und unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Wir werden dieses Projekt auch weiterhin kritisch begleiten,“ stellen die Ministerinnen Eveline Lemke (Rheinland-Pfalz) und Anke Rehlinger (Saarland) sowie Minister Mars Di Bartolomeo fest.

Sie fordern weitere Untersuchungen, wie sie im Gutachten angeführt sind: Darin werden beispielsweise Sensitivitätsanalysen und probabilistische Analysen zur Langzeitsicherheit des zukünftigen Endlagers gefordert. Auch fehle noch eine umfassende Charakterisierung des zukünftigen Standorts. 

Umfassende Sicherheitsanalyse gefordert

Minister Di Bartolomeo und Ministerin Lemke betonen: „Wir erwarten, dass der Betreiber spätestens im Rahmen der Antragstellung für eine Genehmigung eine umfassende, standortspezifische Sicherheitsanalyse veröffentlicht. Diese Sicherheitsanalyse muss einer internationalen Überprüfung unter Beteiligung der Nachbarländer unterzogen werden“.

Darüber hinaus ist es notwendig, dass der Betreiber Andra während der eventuellen Errichtung des Endlagers regelmäßig überprüft, dokumentiert und veröffentlicht, welche Abweichungen die tatsächlichen Befunde unter Tage von den Erwartungswerten aufweisen und welche Auswirkungen diese Abweichungen auf die grundsätzliche Sicherheitsaussage haben.

Institut schätzt Risiken als gering ein

Das Öko-Institut kommt im vorliegenden Bericht zu dem Ergebnis, dass die vom Betrieb des Endlagers ausgehenden Risiken für die Nachbarländer aufgrund der Entfernung von mindestens 110 Kilometern und den geringen zu erwartenden Freisetzungen radioaktiver Stoffe im Normalbetrieb und bei Störfällen sehr gering sind.

Nur bei einem sehr schweren Unfall während eines innerfranzösischen Abfalltransports zum Endlager könnte es zu größeren Freisetzungen radioaktiver Stoffe kommen, die jedoch hier keine Katastrophenschutzmaßnahmen erforderlich machen würden.

Eine Beeinträchtigung der Nachbarländer und somit auch Luxemburg, durch die Ausbreitung von Radionukliden über das Grundwasser oder über Oberflächengewässer, hält das Öko-Institut für unwahrscheinlich.