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Simulierter Unfall: Polizei kassiert Rettungsgassen-Muffel ab
Lokales 23.10.2017

Simulierter Unfall: Polizei kassiert Rettungsgassen-Muffel ab

Der Verkehr staute sich am Montagmorgen von der Ehranger Brücke bis auf die A64.

Simulierter Unfall: Polizei kassiert Rettungsgassen-Muffel ab

Der Verkehr staute sich am Montagmorgen von der Ehranger Brücke bis auf die A64.
Archivfoto: Serge Waldbillig
Lokales 23.10.2017

Simulierter Unfall: Polizei kassiert Rettungsgassen-Muffel ab

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Die Autobahnpolizei Schweich (D) hat am Montag einen kilometerlangen Stau herbeigeführt, um zu sehen, ob die Autofahrer auf der A64 in Richtung Luxemburg die Regeln der Rettungsgasse einhalten. Ergebnis: 13 taten es nicht. Sie müssen jetzt bezahlen.

(tom/ots) - Kilometerlanger Stau auf der A64 nach Luxemburg - ein allmorgendliches Szenario, aber am Montagmorgen ist es besonders schlimm. Eine Panne? Eine neue Baustelle? Auf der Biewerbachtalbrücke hat sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Polizei und Rettungsdienst versuchen, sich einen Weg durch den Stau zur Unfallstelle zu bahnen. Die Rettungsgasse wird immer wieder von Fahrzeugen blockiert, weil sich einige Autofahrer nicht daran halten, Platz für Rettungsfahrzeuge zu schaffen. So vergehen wertvolle Minuten, bis sich die Rettungskräfte um die Unfallopfer kümmern können. 

Glücklicherweise ist der Unfall an diesem Morgen nur ein fiktives Ereignis - die Polizei hat ihn simuliert. Der Stau ist allerdings nicht fiktiv. Auch am Montagmorgen reihen sich die Autofahrer im Berufsverkehr nach Luxemburg vor der Fahrbahnverengung an der Biewerbachtalbrücke aneinander. Polizeibeamte stehen auf einer Brücke über der Autobahn und beobachten die Situation. 

200 Euro Bußgeld

Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, werden an der Kontrollstelle vor der Biewerbachtalbrücke herausgewinkt. 13 Fahrzeuglenker sind es an diesem Morgen. Beamte erklären ihnen, warum die Rettungsgasse so wichtig ist. Bereits bei stockendem Verkehr mit Schrittgeschwindigkeit und bei Staubildung ist eine Rettungsgasse zu bilden und freizuhalten. Also nicht erst dann, wenn ein Unfall passiert ist und sich Rettungsfahrzeuge nähern. Denn wenn Autos im Stau bereits dicht an dicht stehen, ist es meist nicht mehr möglich, genügend Platz für große Einsatzfahrzeuge zu schaffen. 

Die 13 Autofahrer, die keine Rettungsgasse bildeten, erwartet ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg - anders als in Luxemburg werden die Punkte hier „vorwärts” gezählt, bei acht ist der Führerschein weg. 

Im September hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hetzerath (D) ihre Probleme auf dem Weg zu einem Einsatz auf der Autobahn per Video dokumentiert und anschließend ihrem Ärger auf Facebook Luft gemacht. 

Wie es richtig geht, zeigten Autofahrer vergangene Woche auf der A13 zwischen Mondorf und Schengen. Die Feuerwehrleute vom Centre d'Incendie et de Secours Schengen kamen einwandfrei durch - und lobten anschließend auf Facebook: „So funktioniert 'Rettungsgasse'!”



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