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Sieben Gemeinden gegen Fage-Fabrik
Lokales 01.09.2020

Sieben Gemeinden gegen Fage-Fabrik

Fage will in Bettemburg 80.000 Tonnen Joghurt pro Jahr herstellen.

Sieben Gemeinden gegen Fage-Fabrik

Fage will in Bettemburg 80.000 Tonnen Joghurt pro Jahr herstellen.
Foto: Nicolas Bouvy
Lokales 01.09.2020

Sieben Gemeinden gegen Fage-Fabrik

Luc EWEN
Luc EWEN
Das Ziel, einen guten ökologischen Zustand der Alzette bis zum Jahr 2027 zu erreichen, sei durch den Bau der Joghurt-Fabrik gefährdet, fürchten die Gemeinden.

Das Projekt zum Bau einer Joghurt-Fabrik durch den Konzern Fage in Bettemburg stößt sowohl bei der Gemeinde Bettemburg, als auch beim Contrat de rivière du bassin supérieur de l'Alzette auf wenig Gegenliebe. 

Das geht aus zwei am Dienstag veröffentlichten Stellungnahmen hervor. 

Gemeinde Bettemburg sieht mehrere Probleme

In ihrer Stellungnahme im Rahmen der Commodo Incommodo Prozedur bezieht die Gemeinde Bettemburg auf acht Seiten Stellung gegen das Projekt.

Dieses sei in mehrfacher Hinsicht unverhältnismäßig, heißt es. Dies einerseits aus wirtschaftlicher Sicht.

Kritisiert wird dabei, dass es sich um ein globalisiertes Projekt handele, das aus regionaler Sicht keinen Mehrwert bringe. Das Projekt stehe im Gegensatz zu den Bestrebungen, eine dezentralisierte Landwirtschaft zu fördern. 

Was die lokalen Ressourcen angeht, so gefährde der voraussichtliche Trinkwasserverbrauch der Fabrik von 2.500 Kubikmetern pro Tag die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. 

Desweiteren teilt die Gemeinde Bettemburg die Bedenken des Contrat de rivière du bassin supérieur de l'Alzette, was die Entleerung von Abwasser in die Alzette angeht.

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Der Präsident der besagten Vereinigung und Bürgermeister von Schifflingen, Paul Weimerskirch (CSV), schreibt in der zweiten bereits erwähnten Stellungnahme, das Projekt einer Fabrik, welche 80.000 Tonnen Joghurt pro Jahr herstellen soll, sei von einem Ausmaß, das überproportional mit Blick auf die Aufnahmefähigkeit von Abwasser sei. 

„Das Einleiten von 3100 Kubikmetern Abwasser am Tag von einer Kläranlage mit einer Kapazität vom Gleichwert von fast 125.000 Einwohnern hat das Potenzial des Risikos, die Alzette zu ersticken.“ 

„Absicht, Genehmigung zu erteilen, noch einmal überdenken“

Deren Wasserqualität sei im oberen Flusslauf bereits in schlechtem Zustand. Weiter sei das gesteckte Ziel, einen guten ökologischen Zustand der Alzette bis zum Jahr 2027 zu erreichen, durch den Bau der Fabrik gefährdet. 

Aufgrund dieser Überlegung fordere der Contrat de rivière du bassin supérieur de l'Alzette die zuständigen Behörden auf, die Absicht die notwendigen Genehmigungen zu erteilen, noch einmal zu überdenken.


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Bei der Vereinigung handelt es sich um einen Zusammenschluss von sieben Gemeinden, durch welche die Alzette fließt. 

Es handelt sich um Esch/Alzette, Sassenheim, Schifflingen, Monnerich, Kayl, Bettemburg und Roeser. 

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