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Shoppinglust oder -frust?
Lokales 2 Min. 08.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Vierwöchiger Winterschlussverkauf

Shoppinglust oder -frust?

Viele Kunden haben  bereits in den ersten Tagen des Winterschlussverkaufs  von den Preisnachlässen profitiert.
Vierwöchiger Winterschlussverkauf

Shoppinglust oder -frust?

Viele Kunden haben bereits in den ersten Tagen des Winterschlussverkaufs von den Preisnachlässen profitiert.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 08.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Vierwöchiger Winterschlussverkauf

Shoppinglust oder -frust?

Der Winterschlussverkauf hat am 2. Januar begonnen und wird erstmalig vier Wochen dauern. Dabei stellt sich Frage, ob die Rechnung der Geschäftsleute aufgehen wird.

(rr) - Der Winterschlussverkauf hat am 2. Januar begonnen und wird erstmalig vier Wochen dauern, um sowohl die Einheimischen als auch die Bürger aus der Großregion verstärkt anzulocken. Dabei stellt sich Frage, ob die Rechnung der Geschäftsleute aufgehen wird.

Obwohl es offiziell keine „Solden“ mehr gibt, bleiben sie eine feste Tradition. Neuerdings sollen sie gar vier Wochen dauern, um noch mehr Kunden anzulocken. Wir wollten wissen, was die Geschäftsleute davon halten und ob die Kunden trotz fast ganzjährigen Preisnachlässen in vielen Geschäften die „Solden“ überhaupt noch attraktiv finden.

Florian kommt speziell aus Metz, um im Winterschlussverkauf Babykleidung zu kaufen. „Die ,Solden' in Luxemburg bleiben trotz eines geringen Preisunterschieds interessant“, betont er.

Astrid und Véronique konnten es sich nicht verkneifen, bereits zu Beginn der „Solden“ zuzuschlagen. „Mein Mann hält bis zum Schluss durch, ich habe nicht so viel Geduld“, sagt Astrid lachend, die soeben Bettwaren im Fachhandel erworben hat. Auch Véronique plädiert für den Einkauf zu Beginn der „Solden“: „Bestimmte Größen findet man zum Schluss nicht mehr. Es lohnt sich also, sich gleich zu Beginn auf die Suche zu begeben.“

„Die ,Solden' interessieren mich eigentlich nicht“, sagt Gaby, und gesteht lächelnd, dass sie ihr Geld für einen schönen Winterurlaub ausgegeben hat. „Ich sehe mir schon an, welche Waren zu welchen Preisen angeboten werden, doch in der Hauptstadt kaufe ich nur noch selten ein. Mich zieht es eher nach Trier, wo die Preise stimmen und der Kunde noch König ist. Die Geschäfte in Luxemburg sind für mich nicht mehr attraktiv, es gibt keinen Magneten mehr in der Stadt.“

In die gleiche Kerbe haut Lucia: „Ich kaufe recht selten in der Hauptstadt ein und sowieso nur, wenn ich einen bestimmten Artikel brauche. Der Winterschlussverkauf zieht mich nicht an, ganz gleich wie tief die Preise purzeln werden oder wie lange sie dauern.“

„Ausgewogeneres Angebot
 im Ausland“

„Die niedrigen Preise sollen die Kunden anlocken und viele Leute kaufen dann so manches ein, das sie nicht unbedingt brauchen“, erklärt Dany. „Für mich ist der Winterschlussverkauf nicht wirklich interessant, denn mittlerweile gibt es in der Hauptstadt meiner Meinung nach zu viele Luxusmarken, die ich mir nicht leisten kann. Es bleiben eigentlich nur zwei preisgünstige internationale Modehäuser in der Grand-Rue. Da ist das Angebot im nahen Ausland schon ausgewogener und interessanter für meinen Geldbeutel.“

Hauptsächlich am ersten Soldentag und dem verkaufsoffenen Sonntag hätten viele Kunden zugeschlagen, sagt Chantal Ariès, Verkäuferin in einer Boutique für Lederwaren und Accessoires in der Grand-Rue. Viele Kaufinteressierte würden allerdings den zweiten Preisnachlass abwarten. Einen zweiten oder gar dritten Preisnachlass gewährt Carlo Keller, Inhaber eines Lederwarengeschäftes in der Grand-Rue, nicht: „Das wäre nicht korrekt gegenüber den Kunden, die bereits zu Beginn der Solden eingekauft haben.“

Dass der Winterschlussverkauf nun vier anstatt zwei Wochen dauert, bewertet der langjährige Geschäftsmann positiv, da Ende Januar die neue Kollektion bereits da sind.

Gerne denkt er jedoch an die „alte“ Regelung der „Solden“ zurück: „Als der Schlussverkauf nur zwei Wochen dauerte, freuten sich die Kunden auf dessen Beginn. Jetzt können alle Geschäfte während des ganzen Jahres Rabatte anbieten. Die ,Solden' verlieren damit an Attraktivität.“


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