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"Shared Space" in Bartringen: Ausweitung geplant
Wo in den Vorjahren bis zu 30 Unfälle passiert sind, zählt man seit der Einführung des neuen Konzepts bis dato nur drei Bagatellunfälle ohne Personenschaden.

"Shared Space" in Bartringen: Ausweitung geplant

Foto: Charlot Kuhn
Wo in den Vorjahren bis zu 30 Unfälle passiert sind, zählt man seit der Einführung des neuen Konzepts bis dato nur drei Bagatellunfälle ohne Personenschaden.
Lokales 26.10.2016

"Shared Space" in Bartringen: Ausweitung geplant

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Als erste Gemeinde des Landes führte Bartringen vor einem Jahr das "Shared Space"-Konzept ein. So erfolgreich, dass die Begegnungszone jetzt erweitert wird.

(c.k.) - Genau ein Jahr, einen 
Monat und einen Tag nach der 
offiziellen Inbetriebnahme der „Shared Space“-Zone in Bartringen ziehen die Gemeindeverantwortlichen und die „Sécurité routière“ eine mehr als positive Bilanz.

„Shared Space“ ist eine in den Niederlanden entwickelte Planungsphilosophie, die eine Verkehrsberuhigung durch eine andersartige Raumgestaltung vorsieht und auf der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer beruht.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Im Unterschied zu anderen Maßnahmen, welche die Gemeinde Bartringen in den vergangenen Jahren mit nicht zufriedenstellendem Erfolg ausprobierte, setzt dieses Konzept nicht auf restriktive Regeln, sondern auf eine freiwillige Verhaltensänderung aufgrund gegenseitiger Rücksichtnahme. Der Verzicht auf Verkehrsschilder, Zebrastreifen, Ampeln und andere Barrieren führte zu mehr Miteinander, mehr Lebensqualität und einer höheren Verkehrssicherheit.

Als „organisiertes 
Chaos“ bezeichnet Bürgermeister Frank Colabianchi das Miteinander von Fußgängern, Radfahrern, spielenden Kindern und Autofahrern. Der bereits im Jahr 2007 in enger Zusammenarbeit mit der „Sécurité routière“ angestrebte Kurswechsel im Umgang mit dem öffentlichen Raum habe sich bewährt, so der Bürgermeister am Mittwoch. Dabei spricht er von anfänglich teilweise großer Skepsis, von viel Überzeugungsarbeit und Einwohnereinbeziehung und verschweigt auch nicht die aufwendig langen Baustellen in der Ortsmitte, bedingt durch das Ersetzen der Versorgungsleitungen sowie die zahlreichen Umgestaltungen für die Anlage des Projekts.

Beabsichtigt ist, nach Fertigstellung der neuen Schulinfrastrukturen, die „Shared-Space“-Zone 
zu erweitern und einen Pausenhof für die Schüler bis in die nach 
dem gleichen Konzept neu 
gestaltete Nebenstraße hinein anzulegen.

Auf die anfängliche Skepsis folgte Begeisterung.
Auf die anfängliche Skepsis folgte Begeisterung.
Foto: Gerry Huberty

Weniger Unfälle

Die Frage nach den Unfallzahlen im „Shared-Space“-Bereich ist 
selbstverständlich berechtigt. Wo in den Vorjahren bis zu 30 Unfälle 
passiert sind, zählt man seit der Einführung des neuen Konzepts 
bis dato nur drei Bagatellunfälle ohne Personenschaden, aber mit verbogenen Laternenmasten.

Die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern wird größtenteils beachtet, nur wenige Auto- , dafür aber umso mehr Hobbyfahrradfahrer halten sich nicht an die vorgegebenen 20 km/h. Aber viel wichtiger ist, dass 
es funktioniert. Die bisherigen 
Erfahrungen und natürlich die 
optisch gelungenen Veränderungen bzw. Verbesserungen 
bestätigen, dass die Neugestaltung des Ortskerns ein voller Erfolg ist.



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