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„Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“: Wegweiser zum 7. Sonntag im Jahreskreis
Lokales 18.02.2017 Aus unserem online-Archiv

„Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“: Wegweiser zum 7. Sonntag im Jahreskreis

Ich bin ganz Mensch – mehr Vollkommenheit gibt es nicht, und diese Vollkommenheit ist auf jeden Fall unabhängig von der Form meines Körpers oder meines Geistes.

„Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“: Wegweiser zum 7. Sonntag im Jahreskreis

Ich bin ganz Mensch – mehr Vollkommenheit gibt es nicht, und diese Vollkommenheit ist auf jeden Fall unabhängig von der Form meines Körpers oder meines Geistes.
Foto: Gerd Braune
Lokales 18.02.2017 Aus unserem online-Archiv

„Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“: Wegweiser zum 7. Sonntag im Jahreskreis

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Ich glaube nicht, dass Jesus uns etwas Unmögliches aufträgt, etwas Unerreichbares von uns fordert. Vielmehr glaube ich daran, dass diese Vollkommenheit schon in mir ist, schreibt Sr Véronique in ihrem Wegweiser.

Den Begriff Vollkommenheit findet man in der Philosophie oder aber auch in der Zahlentheorie und er beschreibt einen Zustand, der sich nicht noch verbessern lässt oder die Summe einzelner Teile, die komplett sind.

Also etwas, dem nichts mehr hinzuzufügen ist, um ganz zu sein. Synonyme für Vollkommenheit sind beispielsweise: fehlerfrei, perfekt, tadellos, makellos, untadelig, vorbildlich, mustergültig, musterhaft, unübertroffen, unerreicht, unvergleichbar, ideal, vollwertig, beispiellos, abgerundet, einwandfrei.

Alles Begriffe, die auf den ersten Blick - so man sie denn mit der Forderung Jesu in Verbindung bringt – für den normalen Menschen unerreichbar, zu hoch gesteckt zu sein scheinen. Ich glaube nicht, dass Jesus uns etwas Unmögliches aufträgt, etwas Unerreichbares von uns fordert.

Vielmehr glaube ich daran, dass diese Vollkommenheit schon in mir ist. Ich bin ganz Mensch – mehr Vollkommenheit gibt es nicht, und diese Vollkommenheit ist auf jeden Fall unabhängig von der Form meines Körpers oder meines Geistes. Es ist unabhängig davon, ob ich ein Mensch mit sogenannter körperlicher oder geistiger Behinderung bin. Es ist dieser Einklang von Körper, Seele und Geist. Ich-sein, Ganz-Sein – so wie Gott mich geschaffen hat, als sein Ebenbild.

Das Negative in mir erkennen und dem Bösen in mir keinen Raum geben. Das Gute in mir zulassen, damit es wachsen, reifen und zur Vollkommenheit gelangen kann. Dann gelingt es mir, den anderen zu geben - ohne Gegenleistung zu erwarten - meine Feinde zu lieben und sie in meine Gebete einzuschließen.

Sr Véronique Weis, Tertiar Karmeliterin

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.