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Scoutismus in Luxemburg: „Scout ze sinn, dat ass dat schéinste Gléck“
Lokales 12 3 Min. 18.04.2015

Scoutismus in Luxemburg: „Scout ze sinn, dat ass dat schéinste Gléck“

Schon Tick, Trick und Track gehörten dazu – den „Fähnlein Fieselschweif“ sei Dank. Weltweit zählt die Bewegung fast 50 Millionen Mitglieder; allein in Luxemburg gibt es mehrere Tausend. Der Scoutismus ist 100 Jahre nach seiner Gründung beliebt wie eh und je. Warum? Ein Blick auf die Pfadfinder in Luxemburg.

(DL) - Scout ze sinn, oh Jongen, Jongen, dat ass schéin, Scout ze sinn, dat ass dat schéinste Gléck!“, heißt es in einem beliebten Pfadfinderlied. Weltweit zählt die Bewegung fast 50 Millionen Mitglieder; allein in Luxemburg gibt es mehrere Tausend. Und Großherzog Jean ist der Chef(-Scout)! Der Scoutismus ist 100 Jahre nach seiner Gründung beliebt wie eh und je. Warum ist das so? Ein Blick auf den Scoutismus in Luxemburg!

Wann wurden die Scouten in Luxemburg gegründet?

Den Anfang machte die FNEL (Fédération Nationale des Éclaireurs et Éclaireuses du Luxembourg), die im Jahr 1914 – zunächst nur für Jungs – gegründet wurde. Ab 1915 sollten auch die Mädchen die Gelegenheit haben, sich der Jugendbewegung anzuschließen: Die AGGL, „Association des Girl Guides Luxembourgeoises“, wurde ins Leben gerufen. Mittlerweile gehen FNEL und AGGL gemeinsame Wege. Die FNEL definiert sich als laizistischer Verband. Der heute größte Verband, die „Lëtzebuerger Scouten a Guiden“, ging seinerseits aus katholischen Jugendbewegungen hervor. 1919 wurden zunächst die „Lëtzebuerger Scouten“ gegründet, 19 Jahre später, 1938, die „Lëtzebuerger Guiden“. 1994 kam es schließlich zur Fusion – die „Lëtzebuerger Guiden a Scouten“ waren geboren.

Wie viele Mitglieder zählen FNEL und LGS heute?

Inzwischen gibt es in Luxemburg 105 Gruppen, über 7  400 Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sind stolz, Guiden und Scouten zu sein.  Die FNEL zählt 27 Gruppen quer durch das Land, insgesamt sind 2 600 Mitglieder aktiv. Die LGS bestehen ihrerseits aus 58 Gruppen – und zählen rund 4 800 Mitglieder. Die 105 hiesigen Gruppen sind quer durch das Land verteilt.

Schon gewusst? Zahlreiche Persönlichkeiten aus Luxemburg sind oder waren in den Scouten aktiv.

Hier einige Beispiele: Chef-Scout Großherzog Jean, Großherzog Henri, Erbgroßherzog Guillaume, Prinz Félix, Prinzessin Stéphanie, Prinzessin Marie-Astrid, Premierminister Xavier Bettel, Bildungsminister Claude Meisch, diverse Abgeordnete - in der „Chamber“ gibt es gar einen „Groupe 
interparlementaire du Scoutisme“, Regisseur Bernard Michaux, Mr. Science Joseph Rodesch, Oscar-Gewinner Alex Espigares, Künstler Lucien Wercollier, ...

Warum begeistert der Scoutismus mehr als 100 Jahre nach seiner Gründung immer noch so viele Menschen? Wir haben zwei Menschen gefragt, die es wissen müssen.

Georges Krombach, "commissaire général adjoint" bei der FNEL:

Georges Krombach ist beigeordneter „commissaire général“ bei der FNEL.
Georges Krombach ist beigeordneter „commissaire général“ bei der FNEL.
Foto: Anouk Antony

"Die Clubmentalität ist im Großherzogtum sehr stark ausgeprägt. Das ,Dazugehören‘ ist dem Luxemburger sehr wichtig! Ich denke das ist der Grund, weshalb wir einen so großen Zulauf erfahren. Wichtig ist außerdem, dass wir uns ständig neu erfinden.

Unser „Centenaire“, das wir gerade gefeiert haben, ist das beste Beispiel! Wir haben uns eine neue Optik verpasst, einen neuen Slogan – Live it, Love it, Scout it – und ein spannendes Programm aufgestellt. Du darfst nicht stehen bleiben – das ist extrem wichtig! Es gibt nichts, was sich schneller verändert, als die Jugend. Wenn du die Sprache der jungen Leute sprichst, ihre Farben und Emotionen verstehst, und all das in einem modernen Programm interpretierst, dann kommen sie zu dir. Ein modernes Programm, das im Einklang ist mit dem, wofür wir einstehen: Etwas gemeinsam in der Gruppe erleben, Verantwortung übernehmen und den internationalen Austausch fördern."

Michèle Meyer ist „commissaire générale“ bei den Lëtzebuerger Guiden a Scouten (LGS).
Michèle Meyer ist „commissaire générale“ bei den Lëtzebuerger Guiden a Scouten (LGS).
Foto: Lex Kleren

Michèle Meyer, "commissaire générale" bei den LGS:

"Na weil die jungen Leute in den Scouten ihrem Alltag entweichen können. Sie halten sich quasi die ganze Zeit über draußen auf, dies bei Aktivitäten, die auf ihr Alter abgestimmt sind. Sie sind im Wald, können laufen, sich bewegen – und müssen nicht sechs Stunden lang auf einem Stuhl sitzen, wie in der Schule.

Außerdem erfahren sie eine Art spielerische Erziehung. Sie lernen, zusammenzuarbeiten und entdecken ihre eigenen Grenzen.

Von Zeit zu Zeit können sie aber auch daraus ausbrechen und etwas Neues kennenlernen. Später, wenn sie etwas älter sind, lernen sie zudem, Verantwortung zu übernehmen.

Schon bei den kleinen „Wëllefcher“ passen die Älteren auf die Jüngeren auf."


Hand aufs Herz: 

  • Scout sein bedeutet für mich ...

    Georges Krombach:
    eine positive Lebenseinstellung haben!
    Michèle Meyer:
    viel Spaß haben, Freunde fürs Leben gewinnen und immer etwas Neues kennenlernen.
  • Wer nicht in den Scouten ist, verpasst ...

    Georges Krombach:
    Millionen Freunde!
    Michèle Meyer:
    viele witzige Stunden in seinem Leben.
  • Ein guter Scout ...

    Georges Krombach:
    ist immer bereit!
    Michèle Meyer:
    muss nicht perfekt sein!



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