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Schwimmlehrer-Vereinigung reagiert auf Badeunfall in Esch/Alzette
Lokales 3 Min. 04.08.2012 Aus unserem online-Archiv

Schwimmlehrer-Vereinigung reagiert auf Badeunfall in Esch/Alzette

Gut ausgebildete Bademeister am Beckenrand können Leben retten.

Schwimmlehrer-Vereinigung reagiert auf Badeunfall in Esch/Alzette

Gut ausgebildete Bademeister am Beckenrand können Leben retten.
Foto: Shutterstock
Lokales 3 Min. 04.08.2012 Aus unserem online-Archiv

Schwimmlehrer-Vereinigung reagiert auf Badeunfall in Esch/Alzette

Nach dem Zwischenfall in Esch/Alzette, bei dem ein zweijähriges Kind vor dem Ertrinkungstod gerettet werden konnte, meldete sich am Freitag auch die Luxemburger Vereinigung der Schwimmlehrer zu Wort. Der Verband sei natürlich glücklich darüber, dass dem Personal des Schwimmbads von öffentlicher Seite gute Arbeit bescheinigt wurde.

Von Eric Hamus

Nach dem Zwischenfall in Esch/Alzette, bei dem ein zweijähriges Kind vor dem Ertrinkungstod gerettet werden konnte, meldete sich am Freitag auch die Luxemburger Vereinigung der Schwimmlehrer zu Wort. Der Verband sei natürlich glücklich darüber, dass dem Personal des Schwimmbads von öffentlicher Seite gute Arbeit bescheinigt wurde. „Sie haben ,nur‘ ihren Job erledigt. Nichtsdestotrotz kommt Lob immer gut“, meinte Alin-Präsident Jupp Grüneisen, der in diesem Zusammenhang auch auf die Ausbildung der Bademeister und die jüngsten Entwicklungen in Sachen Schulsport einging.

Tatsächlich hat die entsprechende Reform von Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres für einen regelrechten Aufschrei im Lager der Bademeister gesorgt. Nachdem die Damen und Herren vom Beckenrand bereits vor drei Jahren in der ersten Fassung des Reformgesetzes für Grundschulen in der Kategorie der Hilfskräfte einfach vergessen wurden, will das Unterrichtsministerium keine neuen Bademeister mehr zulassen.

Zwar können jene Personen, die vor dem Stichdatum des 15. September dieses Jahres eingestellt wurden und das laufende Schuljahr vollends absolviert haben, weiterhin den Schülern das Schwimmen beibringen, doch soll mit der aktuellen Generation Schluss sein. Schwimmunterricht erteilen sei nämlich Aufgabe des Lehrpersonals, zumindest laut dem neuen Gesetz. Die mehr als 30 auszubildenden Bademeister in spe schauen derweil in die Röhre.

Crashkurs vs. dreijährige Ausbildung

Dabei werden rund 83 Prozent der Schwimmstunden derzeit von Bademeistern übernommen, so Jupp Grüneisen, Präsident der „Association luxembourgeoise des instructeurs de natation“. Glatt vergessen werde dabei wohl nicht nur die jahrelange Erfahrung im Umgang mit den Ängsten und Talenten der Kinder, die Bademeister von Generation zu Generation weiterreichen, sondern ganz einfach auch die Ausbildung: Während Bademeister eine dreijährige Ausbildung absolvieren müssen, werden Grundschullehrer und -lehrerinnen laut Jupp Grüneisen nur mit einem vierstündigen Crashkurs in Sachen Schwimmunterricht auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. „Ganz abgesehen davon, dass ein Großteil der Schwimmstunden von den Lehrern im Endeffekt wohl an Lehrbeauftragte abgegeben werden“, ergänzt Grüneisen.

Dass eine ordentliche Ausbildung regelrecht lebenswichtig ist, hat der Vorfall vor etwas mehr als einer Woche im Escher Schwimmbad gezeigt. Sowohl die Gewerbeaufsicht ITM als auch die Stadtverwaltung hat dem anwesenden Personal eine einwandfreie Arbeit bescheinigt. „Für uns ist es wichtig, dass die Arbeit der Anwesenden anerkannt wird. Natürlich haben sie ,nur‘ ihren Job erledigt. Nichtsdestotrotz kommt Lob immer gut an“, meint Grüneisen.

Zur Erinnerung: Das zweijährige Kind war einer Begleitperson entwischt und ohne Schwimmhilfen im Planschbecken unter Wasser geraten. Ein Bademeister hatte das regungslose Kind aus dem Wasser gezogen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen zurück ins Leben geholt. Dem Kind geht es Informationen dieser Zeitung zufolge in Zwischenzeit wieder gut.

„Wir sind nicht prinzipiell gegen Hilfsmaßnahmen“

Entgegen ursprünglichen Medieninformationen aber arbeite die Alin derzeit nicht an einem offenen Brief an die ITM und die Stadt Esch/Alzette. „Wir wollten nicht eingreifen, da wir bisher nicht aus erster Hand über den Vorfall informiert wurden“, so der Alin-Präsident.

In diesem Zusammenhang betonte Grüneisen aber, dass man auf Seiten der Alin nicht prinzipiell gegen technische Überwachungssysteme sei. „Sie dürfen aber nicht mehr sein, als nur eine ergänzende Maßnahme. Überwachungssysteme auf Kosten der menschlichen Anwesenheit, quasi als Sparmaßnahme, können wir nicht akzeptieren“, mahnt Jupp Grüneisen. Nichts gehe nämlich über das wachsame Auge eines Beobachters. „Deshalb auch der Aufruf an die Badegäste: Beim geringsten Problem im Becken sofort den Bademeister rufen!“


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