Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schwere Unfälle häufen sich: Wenn Dunkelheit zur Gefahr wird
Dunkle Schatten auf der Straße: Mangels den Sichtverhältnissen angepasster Kleidung sind viele Fußgänger nach Einbruch der Dunkelheit für Autofahrer nur schlecht und oft erst sehr spät zu erkennen.

Schwere Unfälle häufen sich: Wenn Dunkelheit zur Gefahr wird

Foto: Guy Jallay/LW-Archiv
Dunkle Schatten auf der Straße: Mangels den Sichtverhältnissen angepasster Kleidung sind viele Fußgänger nach Einbruch der Dunkelheit für Autofahrer nur schlecht und oft erst sehr spät zu erkennen.
Lokales 2 Min. 26.11.2016

Schwere Unfälle häufen sich: Wenn Dunkelheit zur Gefahr wird

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Dass Sichtbarkeit für den Fußgänger das höchste Gut sein sollte, das weiß jedes Kind. Und doch sieht man viele Fußgänger abends als dunkle Schatten über die Straßen huschen.

(str) - Um 8.04 Uhr geht am Samstag die Sonne auf. Um Punkt 16 Uhr wird sie wieder untergehen. Demnach liegt Luxemburg an diesem Tag mehr als 15 Stunden im Dunkeln. Die Winterzeit ist angebrochen. Seit zwei Wochen bereits müssen Schulkinder vor Sonnenuntergang morgens auf den Schulweg und abends ist es längst auch Nacht, wenn die meisten Erwachsenen von der Arbeit heimkehren.

Für beide birgt die dunkle Jahreszeit besondere Risiken, denn im Straßenverkehr ist der Fußgänger ohnehin das schwächste Glied. Und wenn Autofahrer ihn zu spät erkennen, dann schwebt er in höchster Lebensgefahr.

163 Fußgänger bei
 Verkehrsunfällen verletzt

Im Jahr 2015 kamen sieben Fußgänger im Luxemburger Straßenverkehr zu Tode. 52 wurden schwer verletzt, 111 leicht. Offizielle Zahlen liegen für 2016 nicht vor.

Allerdings sind alleine in den drei ersten Novemberwochen bereits sieben Fußgänger beim Überqueren einer Straße angefahren und teils schwer verletzt worden. Ein älterer Mann kam am Samstag vor einer Woche bei einem solchen Unfall ums Leben. Bis auf einen Zwischenfall am frühen Morgen geschahen alle diese Unfälle nach Einbruch der abendlichen Dunkelheit.

Ohne die Verantwortung der Autofahrer außer Acht zu lassen, ist klar, dass eine deutlichere Sichtbarkeit viele Unfälle mit Fußgängern in der Winterzeit verhindern kann. Deshalb versuchen Sicherheits- und Verkehrsbehörden jedes Jahr Autofahrer und Fußgänger für das erhöhte Risiko bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen zu sensibilisieren und die Verkehrsteilnehmer zu informieren.

Das weiß jedes Kind...

Dennoch setzen sich viele Menschen über diese guten Ratschläge und jene Grundregeln hinweg, die eigentlich jedes Kind kennt. Die Gründe hierfür dürften daher wohl eher bei Sorg- und Achtlosigkeit als bei Unwissenheit liegen.

Jogger gehen oft mit dem guten Beispiel voran. Sie tragen im Dunkeln vermehrt Kleidung in leuchtende Farben, Stirnlampen und Reflektoren. Letztere könnten auch Fußgänger einfach in Form eines Armbandes oder auch einer Leuchtweste überstreifen. Zudem versehen zahlreiche Hersteller ihre Winterjackenkollektionen ohnehin mit rückstrahlenden Elementen.

Sehen und gesehen werden

„Sehen und gesehen werden, ist die Lebensversicherung des Fußgängers“, betonte die Polizei vor wenigen Jahren in einem Informationsspot. Und damit bringt sie die Sache auf den Punkt. Auch wenn ein Fußgänger ein Auto leicht als solches erkennen kann, ist dies umgekehrt noch lange nicht immer der Fall.

Auch sollten Fußgänger sich auf grundlegende Verkehrregeln besinnen: den Bürgersteig benutzen; wenn kein Bürgersteig vorhanden ist, dem Verkehr am linken Fahrbahnrand entgegen gehen; einen Zebrastreifen benutzen.

Autofahrer: Erhöhte Achtsamkeit innerorts

Der gekennzeichnete Fußgängerüberweg bietet allerdings keine uneingeschränkte Sicherheit. Hier und genauso auch bei einer grünen Verkehrsampel sollten Fußgänger innehalten und nach links, nach rechts und noch einmal nach links blicken, bevor sie die Fahrbahn betreten.

Und ganz klar: Auch Autofahrer sind gefordert. Es reicht nicht, sich zu ärgern, wenn sie dunkel gekleidete Passanten sehen. Alleine das Wissen, dass dies so ist, sollte dazu führen, dass sie insbesondere innerorts besonders aufmerksam fahren.

Autofahrer sollten außerdem jederzeit damit rechnen, dass ein dunkel gekleideter Fußgänger in die Fahrbahn tritt und dies insbesondere beim Abbiegen an einer Kreuzung.

Die meisten Unfälle mit Fußgängern geschehen zudem an Fußgängerüberwegen. Deshalb sollten Autofahrer hier auch ganz besonders Vorsicht walten lassen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

112: Erneut Fußgänger angefahren
Unruhig waren die vergangenen Stunden für die Rettungskräfte. Drei Fußgänger sind angefahren worden, während eine Person bei Everlingen schwer verletzt wurde.
Die Polizei war an der Unfallstelle in Howald.